Ein Mädchen steht an einer Spüle in der Küche und schaut sich in ihre Handflächen. Eine andere Hand greif nach ihrem Unterarm.
Kindernotfall

Bei Verbrennungen und Verbrühungen im Notfall richtig reagieren

Lesedauer unter 2 Minuten

Redaktion

  • Barmer Internetredaktion

Qualitätssicherung

  • Dr. med. Utta Petzold (Dermatologin, Allergologin, Phlebologin bei der Barmer)

Eine Kerze, der frisch gebrühte Kaffee oder eine zu heiße Wärmflasche: Im Alltag lauert für Kinder schnell die Gefahr, sich zu verbrennen oder zu verbrühen. Ausmaß und Tiefe einer Brandwunde werden leicht unterschätzt. Besonders Kleinkinder können sich dabei lebensgefährlich verletzten.

Verbrennungen und Verbrühungen sind die zweithäufigste Verletzungsart bei Kindern. Besonders gefährdet sind sie im Entdeckungsalter zwischen zwei und vier Jahren. Wird mehr als acht Prozent ihrer Körperoberfläche verbrannt oder verbrüht, besteht Lebensgefahr. Als Faustregel gilt: Ein Prozent der Körperoberfläche entspricht etwa der Handfläche des Kindes. Ein Arm macht bereits neun Prozent der Hautfläche eines Kleinkindes aus, ein Bein rund 17 Prozent, die Vorderseite des Rumpfes etwa 16 Prozent. Bei größeren Verbrennungen muss daher sofort der Notarzt gerufen werden.

Was ist bei Verbrennungen und Verbrühungen zu tun?

  • Kleinere Verbrühungen und Verbrennungen sollten Sie sofort kühlen. Halten Sie die betroffene Stelle – zum Beispiel den Finger – für zwei Minuten unter fließendes, kühles Wasser.
  • Vermeiden Sie Eis oder Kühlpads, da die Wunde hierdurch anschließend stärker durchblutet wird und noch mehr schmerzt.
  • Nach einer Verbrühung sollten Sie die Kleidung des Kindes rasch, aber vorsichtig entfernen.
  • Ist Stoff mit der Brandwunde verklebt, lösen Sie diesen im kühlen Wasserbad ab. Alternativ können Sie kalte, nasse, nicht fusselnde Tücher auflegen und häufig wechseln.
  • Verwenden Sie keine Hausmittel wie Mehl, Öl oder ähnliches auf der Wunde.
  • Brandblasen nicht öffnen, da sonst Infektionsgefahr besteht.
  • Decken Sie Brandwunden nach der Kühlung möglichst steril ab.

Die drei Verbrennungsgrade

  • Bei Verbrennungen 1. Grades ist die Haut gerötet, heiß und geschwollen. Das Kind spürt einen brennenden, ziehenden Schmerz.
  • Kommt es zur Hautrötung mit Schwellung, Blasenbildung und starken Schmerzen, liegt eine Verbrennung 2. Grades vor.
  • Eine Verbrennung 3. Grades zeigt eine vollkommene Zerstörung der Oberhaut und tieferer Gewebsschichten bis hin zur Verkohlung. Die Schädigung reicht dann so tief, dass keine Schmerzen mehr spürbar sind.

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Illustration eines Kindes, das ein Smartphone vor dem Bauch trägt

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