Zukunft des Gesundheitswesens

Einlagen online bestellen: Ein neuer Weg für gesunde Füße

Lesedauer unter 4 Minuten
Ein paar schnürt gemeinsam die Laufschuhe

Autor/in

Barmer Internetredaktion

Qualitätssicherung

Benjamin Anders (Barmer)
Inhaltsverzeichnis

Neue Einlegesohlen zu bekommen, konnte bisher mitunter ganz schön aufwändig sein. Die Barmer hat nun einen Weg gefunden, der den Prozess radikal vereinfacht. Dass das wirklich klappt, wurde ausgiebig getestet. 

Amelie Schlosser war einigermaßen überrascht, als die Kundenberaterin der Barmer bei ihr anrief.

Sie würde doch Einlegesohlen tragen, sagte die Beraterin am Telefon, und da hätte sich die Barmer einen neuen Weg der Versorgung überlegt. Ob sie nicht an einem Pilotprojekt teilnehmen wolle, um diesen Weg zu testen? Amelie Schlosser sagte gern zu. Einerseits, weil sie „immer offen für Neues ist“. Und andererseits, weil es sehr vielversprechend klang, was die Barmer ihr da anbot.

Einfach zuhause bleiben statt ins Sanitätshaus zu müssen

Wie 70 Prozent aller Deutschen leidet die junge Baden-Württembergerin an einer Fußfehlstellung. Die Fachwelt kennt den Knickfuß, den Spreizfuß, den Senk-, Platt- oder Hohlfuß. Einige von ihnen sind erworben, also etwa durch zu langes Stehen oder das ständige Heben schwerer Dinge, andere dagegen angeboren. Die Folge können heftige Schmerzen am Fuß, aber auch am Rücken sein. Amelie Schlosser muss deswegen seit Jahren Einlegesohlen tragen. Sonst könnte sie ihren Job nicht machen als Einzelhandelskauffrau, denn da „rennt man den ganzen Tag herum.“ Aber auch ins Fitnessstudio könnte sie sonst nicht gehen. Alle sechs Monate tauscht sie die Sohlen aus – und das hieß bisher für sie: Arzttermin machen, zur Arztpraxis fahren, Rezept abholen, ins Sanitätshaus gehen, Fußabdruck machen lassen, Modell auswählen, bestellen, dann warten bis die Sohlen da sind, und dann wieder zum Sanitätshaus fahren, um sie abzuholen.

Die Sanitäts-Firma craftsoles aus Hamburg will diesen aufwändigen Vorgang drastisch vereinfachen. So komfortabel und zeitgemäß wie möglich soll es sein, dabei aber gleichzeitig den Qualitätsansprüchen einer stationären Versorgung genügen. Schließlich sind die Menschen ohnehin gewohnt, alles Mögliche online bestellen zu können, warum dann nicht auch Einlegesohlen? „Aus unserem stationären Sanitätshaus meevo haben wir gelernt, welche Anforderungen unsere Kundinnen und Kunden an eine orthopädische Einlage und eine nachhaltige Hilfsmittelversorgung stellen“, sagt craftsoles-Gründer Florian Birner.

Deswegen hat craftsoles eine Software entwickelt, mit der sich alles rund um die Einlegesohle bequem von zuhause erledigen lässt. Dazu aber muss auch das Rezept online eingelöst werden können. craftsoles brauchte also eine Krankenkasse – und trat an die Barmer heran. Das Konzept von craftsoles – schnell und unbürokratisch – überzeugte die Verantwortlichen bei der Barmer. Aber zunächst wollten sie es ausgiebig testen. Und dafür war die Frage am wichtigsten, wie eine solche digitale Versorgung mit medizinischen Hilfsmitteln bei den Versicherten ankommt.

An Kundenerlebnissen ausgerichtet

Die Barmer wählte bewusst Versicherte aus, die bereits mit orthopädischen Einlagen versorgt wurden und denen der bisherige Ablauf bekannt ist. Etwa vier Wochen nach der ersten Kontaktaufnahme führten Barmer-Mitarbeitende ein weiteres ausführliches Interview mit den Versicherten, um zu erfahren, wie sie das neue Verfahren empfanden im Vergleich zum bisher bekannten Weg.

So kam es, dass die Kundenberaterin bei Amelie Schlosser anrief. Und ihr ausführlich erläuterte, wie die Versorgung bei craftsoles funktioniert. Die beginnt nämlich gleich nach dem Arztbesuch. Ob ein Hilfsmittel benötigt wird, hängt natürlich weiterhin von der medizinischen Beurteilung der Ärztin oder des Arztes ab. Aber danach müsse Schlosser für die Einlagen das Haus nicht mehr verlassen. Die in der Arztpraxis erhaltene Verordnung könne Schlosser bei craftsolesonline hochladen. Daraufhin verschickt craftsoles ein Vermessungsset an sie, darin befindet sich ein Schwarzkohlepapier. Dann kann Schlosser bequem und unkompliziert ihren Fußabdruck abgeben und alles wiederum an craftsoles senden – kostenlos. Danach bekommt sie die aus hochwertigem Material handgefertigten und auf ihren Fuß abgestimmten Einlagen ebenfalls per Post zugeschickt. Ist sie mit den gelieferten Einlegesohlen nicht zufrieden, kann sie diese zurückschicken und bekommt neue oder korrigierte. Sollten im Ausnahmefall einmal auch die zweiten nicht passen, könnte Schlosser sich ihre ärztliche Verordnung zurückgeben lassen und damit in ein Sanitätshaus gehen.

Innovativ und kundenfreundlich

Amelie Schlosser sah dazu keinen Anlass, denn bei ihr hat alles „ganz wunderbar“ geklappt. „Nachdem ich den Fußabdruck weggeschickt habe, waren die Einlagen tatsächlich zwei Tage später da – und haben super gepasst.“

Dieses individuelle Erlebnis deckt sich nahezu eins zu eins mit dem positiven Gesamteindruck, den die Barmer im Pilotprojekt gewann. Bei vielen hat dieser neue Weg der Versorgung die Erwartungen weit übertroffen. 80 Prozent der Befragten würden ihn auch in Zukunft bevorzugen und im Freundeskreis weiterempfehlen.

Vom Pilotprojekt zum fertigen Serviceangebot

Die positiven Erfahrungen der „Testpilotinnen und Testpiloten“ haben für die Barmer die entscheidende Rolle dafür gespielt, mit craftsoles einen Vertrag abzuschließen. Und das soll erst der Anfang sein. Aktuell sucht die Barmer weitere Anbieter digital vereinfachter Versorgungswege für Einlagen.

Aber auch mit den Entscheidern von craftsoles macht sich ein Barmer-Team weiterhin darüber Gedanken, wie der neue Versorgungsprozess noch weiter optimiert werden kann. Zudem wurde vertraglich festgelegt, welche qualitativen Anforderungen hinsichtlich des Personals und des Produktes eingehalten werden müssen. Auch die Erfahrungen und Meinungen der Kunden möchte die Barmer zukünftig aktiv miteinbinden, um von ihnen lernen zu können. Damit Menschen wie Amelie Schlosser noch öfter von ihrer Krankenkasse positiv überrascht werden.

So funktioniert die Online-Bestellung 

Am Anfang steht immer ein ärztliches Rezept. Die BARMER darf die Kosten nur übernehmen, wenn Ihnen eine Ärztin oder ein Arzt orthopädische Einlagen verordnet hat. Wir erklären Ihnen, wie es dann mit der Online-Bestellung weitergeht

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Webcode: a006762 Letzte Aktualisierung: 05.08.2021
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