Frau auf einem Sitzsack schaut auf ihr Smartphone

eCare

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Die elektronische Patientenakte ist da

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Autor

Jessica Braun

Qualitätssicherung

  • Bérengère Codjo,
  • Laura Fenger (Barmer)
Inhaltsverzeichnis

Mit der ePA können Versicherte alle ihre Gesundheitsdaten auf dem Smartphone bündeln und verwalten. Was kann die elektronische Patientenakte?

Patienten in Dänemark, die sich in ihre elektronische Patientenakte einloggen, finden dort fast alle Daten ihrer Haus- und Fachärzte: die Untersuchungsergebnisse der Orthopädin, das MRT aus der Röntgenpraxis, die Blutbilder der letzten Jahre. Sie können die ihnen verordneten Medikamente online auf Wechselwirkungen prüfen, Rezepte abrufen, Termine vereinbaren und sogar ihren letzten Krankenhausaufenthalt bewerten.

In Deutschland sieht es derzeit noch anders aus. Krankengeschichten sind in Arztpraxen auf Karteikarten vermerkt oder auf Festplatten gespeichert. Wechseln Patienten den Arzt, müssen sie alles von vorne erzählen. Oft tragen sie selbst Röntgenbilder und Befunde von Praxis zu Praxis, damit alle Beteiligten auf dem gleichen Stand sind. Labore faxen eilige Berichte an Ärzte, Ärzte versenden Befunde per Post an Kliniken. Das ist weder effektiv noch sonderlich sicher – und im Notfall auch viel zu umständlich.

Nun soll alles anders werden: Mit der elektronischen Patientenakte, kurz ePA.

Junger Mann sitzt in einem Büro und hat ein Tablet in der Hand


Volle Kontrolle für die Versicherten

Bereits im Oktober 2019 hat die Barmer unter dem Namen Barmer eCare mit dem Aufbau einer elektronischen Patientenakte begonnen. Denn spätestens im Januar 2021 müssen alle Krankenkassen ihren Versicherten eine solche ePA zur Verfügung stellen. Dort laufen dann sämtliche wichtigen Daten zusammen: Befunde, Anwendungen, Laborergebnisse, aber auch Hinweise zu Medikamentenallergien oder Unverträglichkeiten.

Vom Arzt über die Klinik bis zur Zahnärztin können sich so alle Beteiligten schneller über den Gesundheitszustand und bisherige Behandlungen von Patienten informieren. Das vermeidet Doppeluntersuchungen und hilft, Maßnahmen besser aufeinander abzustimmen. Zum Beispiel bei der Arzneimitteltherapie: Die Mehrzahl der Patienten, denen Medikamente verordnet werden, erhalten die Rezepte dafür von verschiedenen Ärzten. Ist ein Medikationsplan in der ePA gespeichert, lassen sich unerwünschte Wechselwirkungen leichter erkennen und ausschließen.

In Zukunft sollen auch der Impfausweis, der Mutterpass, das gelbe U-Heft für Kinder und das Zahn-Bonusheft in der ePA vorliegen. Sogar Schmerztagebücher oder die Bewegungs- und Schlafwerte aus dem Fitnesstracker ließen sich dort digital aufbewahren – sofern die Patientin oder der Patient dem zustimmt.

Glücklicher Mann mit Handy und Fahrrad auf der Straße

Denn die Nutzung der ePA ist freiwillig. Patienten bestimmen selbst, wer Dokumente hochladen kann und wie lange auf diese zugegriffen werden darf: Fachärzte zum Beispiel tageweise, der Hausarzt oder die Apothekerin vielleicht längerfristig. Die vergebenen Berechtigungen lassen sich dabei jederzeit widerrufen. Wer möchte, kann die Nutzung der Akte auch eine zeitlang komplett aussetzen. Bestenfalls wird die ePA jedoch zu einem lebenslangen Begleiter, der Patienten jederzeit und überall einen Einblick in ihre Gesundheitsdaten erlaubt. So, wie es in vielen anderen Ländern in Europa bereits möglich ist.

Patientendaten schützen – Die wichtigsten Fragen zur ePA

Wer legt die elektronische Patientenakte an?

Das ist Aufgabe der Krankenkasse. Sie stellt die ePA auf Anfrage des Versicherten bereit.

Wer hat Zugriff auf die Daten?

Darüber entscheiden die Versicherten. Sie bestimmen, wer über welchen Zeitraum Daten einsehen, bearbeiten oder hochladen darf – zum Beispiel Arztpraxen, Apotheken oder Kliniken.

Wo werden die Daten gespeichert?

Diese liegen verschlüsselt auf EU-Servern außerhalb der Praxen: Für Barmer, Techniker Krankenkasse (TK), Knappschaft, Viactiv und Hanseatische Krankenkasse (HEK) stellt zum Beispiel IBM die Gesundheitsplattform dafür zur Verfügung.

Wie können Versicherte ihre Akte einsehen?

Versicherte können ihre elektronische Patientenakte über die von ihren Krankenkassen entwickelten Apps für Smartphones oder Tablet einsehen. Für die Nutzung müssen sich die Versicherten identifizieren – zum Beispiel wie beim Online-Banking über eine Zwei-Faktor-Authentifizierung.

Wie erhalten Ärzte Einblick in die ePA?

Arztpraxen und Krankenhäuser sollen im Laufe des Jahres 2021 mit der notwendigen Hard- und Software ausgestattet werden. Bevor elektronische Patientenakten eingesehen werden können, müssen die jeweiligen Versicherten jedoch die Freigabe dazu erteilen: entweder mit ihrer elektronischen Gesundheitskarte oder über die App.

Kann die Krankenkasse die Akte einsehen?

Weder die Krankenkasse noch der IT-Dienstleister, auf dessen Server die Akte liegt, können die Daten auslesen. Dafür sorgt die Verschlüsselung. Erst in der App des Versicherten bzw. im Konnektor des Arztes werden die Daten entschlüsselt.

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Webcode: a004908 Letzte Aktualisierung: 01.01.2021
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