Frau auf einem Sitzsack schaut auf ihr Smartphone

Elektronische Patientenakte

Lesedauer unter 7 Minuten

Die elektronische Patientenakte (ePA) & eCare

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Autor/in

Barmer Internetredaktion

Qualitätssicherung

  • Bérengère Codjo
  • Laura Fenger (Barmer)
Inhaltsverzeichnis

Auch in Deutschland ist bald Normalität, was Patienten in Dänemark schon seit langem kennen: Wer sich in seine elektronische Patientenakte einloggt, findet dort fast alle Daten seiner Haus- und Fachärzte: die Untersuchungsergebnisse der Orthopädin, das MRT aus der Röntgenpraxis, die Blutbilder der letzten Jahre. Mithilfe der elektronischen Patientenakte können Patienten die ihnen verordneten Medikamente online auf Wechselwirkungen prüfen, Rezepte abrufen, Termine vereinbaren und sogar ihren letzten Krankenhausaufenthalt bewerten.

Krankengeschichten waren hierzulande bisher in Arztpraxen auf Karteikarten vermerkt oder auf Festplatten gespeichert. Wechseln Patienten den Arzt, müssen sie alles von vorne erzählen. Oft tragen sie selbst Röntgenbilder und Befunde von Praxis zu Praxis, damit alle Beteiligten auf dem gleichen Stand sind. Labore faxen eilige Berichte an Ärzte, Ärzte versenden Befunde per Post an Kliniken. Das ist weder effizient noch sonderlich sicher – und im Notfall auch viel zu umständlich.

Mit der 2021 eingeführten elektronischen Patientenakte (ePA) soll sich dieses ändern.

Die elektronische Patientenakte als sicherer Speicher für persönliche Gesundheitsdokumente

Junger Mann sitzt in einem Büro und hat ein Tablet in der Hand

Im Wartezimmer nebenbei per Smartphone die eigene Patientenakte mit dem Arzt teilen und Zugriff auf Befunde, Laborergebnisse oder den Medikationsplan erteilen – davon sind wir nicht mehr weit entfernt. Bereits jetzt können sich Patienten über ihre Krankenkasse eine elektronische Patientenakte anlegen und diese per App mit vorhandenen Gesundheitsdokumenten befüllen. Die BARMER bietet ihren Versicherten die BARMER eCare an.

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Arztpraxen und Krankenhäuser werden im Laufe des Jahres 2021 mit der notwendigen Technik ausgestattet, um auf elektronische Patientenakten zuzugreifen. Ab dann können Patienten diese Einrichtungen für den Zugriff auf ihre elektronischen Patientenakten berechtigen, sodass Ärzte ebenfalls Dokumente abspeichern oder einsehen können. 

Vom Hausarzt über die Klinik bis zur Zahnärztin werden sich mit der elektronischen Patientenakte alle Beteiligten schneller über den Gesundheitszustand und bisherige Behandlungen von Patienten informieren können – natürlich immer nur nach Zustimmung der Patienten. Das vermeidet Doppeluntersuchungen und hilft, Maßnahmen besser aufeinander abzustimmen. Zum Beispiel bei der Arzneimitteltherapie: Die Mehrzahl der Patienten, denen Medikamente verordnet werden, erhalten die Rezepte dafür von verschiedenen Ärzten. Ist ein Medikationsplan in der elektronischen Patientenakte gespeichert, lassen sich unerwünschte Wechselwirkungen leichter vorbeugen.

In Zukunft sollen auch der Impfausweis, der Mutterpass, das gelbe U-Heft für Kinder und das Zahn-Bonusheft in der elektronischen Patientenakte vorliegen. Sogar Schmerztagebücher oder die Bewegungs- und Schlafwerte aus dem Fitnesstracker ließen sich dort digital aufbewahren.

Die Nutzung der elektronischen Patientenakte ist freiwillig. Patienten bestimmen selbst, wer Dokumente hochladen kann und wie lange auf diese zugegriffen werden darf: Fachärzte zum Beispiel tageweise, der Hausarzt oder die Apothekerin vielleicht längerfristig. Die vergebenen Berechtigungen lassen sich dabei jederzeit widerrufen. Bestenfalls wird die elektronische Patientenakte zu einem lebenslangen Begleiter, der Patienten jederzeit und überall einen Einblick in ihre Gesundheitsdaten erlaubt. So, wie es in vielen anderen Ländern in Europa bereits möglich ist.

Auf dieser Seite beantworten wir alle Fragen rund um die ePA – und hier geht es direkt zum Special für die BARMER eCare, die elektronische Patientenakte der BARMER.

Allgemeine Fragen und Antworten zur elektronischen Patientenakte (ePA)

Was ist die elektronische Patientenakte (ePA)?

Glücklicher Mann mit Handy und Fahrrad auf der Straße

Die elektronische Patientenakte ist eine digitale Plattform für die Dokumentation und den Austausch von Gesundheitsdaten. Sie wird den Versicherten von den gesetzlichen Krankenkassen zur Verfügung gestellt. Patienten können damit ihre für die Behandlung relevanten Dokumente verwalten – freiwillig, sicher und lebenslang. Das Einverständnis der Patienten vorausgesetzt, erhalten Ärzte, Zahnärzte, Apotheker, Psychotherapeuten, Krankenhäuser oder Therapeuten Zugriff auf diese Daten. So ermöglicht die elektronische Patientenakte den Leistungserbringern einen schnellen und umfassenden Einblick in die jeweilige Krankengeschichte, aber vereinfacht auch den Informationsaustausch aller Beteiligten untereinander.

Was sind die Grundfunktionen der elektronischen Patientenakte (ePA)?

Die Grundfunktionen der elektronische Patientenakte erlauben es den Patienten und den von ihnen berechtigten Leistungserbringern, medizinische Dokumente wie Befunde und Diagnosen hoch- oder herunterzuladen und diese zu lesen. Die Patienten können zudem die Zugriffsrechte verwalten und nachsehen, welche Leitungserbringer Zugang zu ihrer elektronischen Patientenakte hatten. Die Grundfunktionen werden in den nächsten Jahren schrittweise erweitert, sodass dort immer mehr Gesundheitsdokumente komplett digital abgebildet werden können.

Kann mein Arzt eine elektronische Patientenakte (ePA) für mich anlegen?

Nein. Nur die Krankenkassen dürfen eine elektronische Patientenakte für ihre Versicherten anlegen. Es liegt jedoch in der Verantwortung der Ärztinnen und Ärzte, diese sinnvoll zu befüllen und zu pflegen.

Sind die elektronischen Patientenakten aller Krankenkassen gleich?

Alle elektronischen Patientenakten basieren auf denselben Sicherheitsstandards und Grundfunktionen. Darüber hinaus kann jede Krankenkasse für ihre Patientenakte zusätzliche Funktionen entwickeln, um ihren Versicherten weitere Services zu bieten.

So verfügt zum Beispiel die eCare, die elektronische Patientenakte der BARMER, über den Mediplaner – eine Erinnerungsfunktion für die Medikamenteneinnahme. Weitere zusätzliche Funktionen für das Management Ihrer Gesundheit sind geplant.

Erfahren Sie, wie die Barmer die Gesundheitswelt der Zukunft gestaltet.

Ist die Nutzung der elektronische Patientenakte kostenfrei?

Ja. Gesetzliche Krankenkassen wie die BARMER stellen ihren Versicherten die elektronische Patientenakte kostenfrei zur Verfügung.

Alle Informationen zu der BARMER eCare finden Sie im eCare-Special.

Was passiert, wenn ich die Krankenkasse wechsle?

Exportieren Sie die Daten aus der elektronischen Patientenakte Ihrer alten Kasse und laden Sie die Daten in der Patientenakte Ihrer neuen Kasse wieder hoch. Eine Funktion zur leichteren Übertragung der Daten wird es ab 2022 geben.

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Fragen und Antworten zum Datenschutz bei der elektronischen Patientenakte (ePA)

Eine Ärztin und ein Arzt schauen in die Kamera.

Wer hat Zugriff auf die Daten in der elektronischen Patientenakte?

Darüber entscheiden die Versicherten. Sie bestimmen, wer über welchen Zeitraum Daten einsehen, bearbeiten oder hochladen darf – zum Beispiel Arztpraxen, Apotheken oder Kliniken.

Wo werden die Daten der elektronischen Patientenakte gespeichert?

Diese liegen verschlüsselt auf EU-Servern außerhalb der Praxen: Für BARMER, Techniker Krankenkasse (TK), Knappschaft, Viactiv und Hanseatische Krankenkasse (HEK) stellt zum Beispiel IBM die Gesundheitsplattform dafür zur Verfügung.

Wie kann ich meine elektronischen Patientenakte einsehen?

Versicherte können ihre elektronische Patientenakte über die von ihren Krankenkassen entwickelten Apps für Smartphones oder Tablet einsehen.

Wie erhalten Ärzte Einblick in die elektronische Patientenakte?

Arztpraxen und Krankenhäuser sollen im Laufe des Jahres 2021 mit der notwendigen Hard- und Software ausgestattet werden. Bevor elektronische Patientenakten eingesehen werden können, müssen die jeweiligen Versicherten jedoch die Freigabe dazu erteilen: entweder mit ihrer elektronischen Gesundheitskarte oder über die App.

Kann die Krankenkasse elektronische Patientenakten einsehen?

Weder die Krankenkasse noch der IT-Dienstleister, auf dessen Server die Akte liegt, können die Daten auslesen. Dafür sorgt die Verschlüsselung. Erst in der App des Versicherten bzw. im Konnektor des Arztes werden die Daten entschlüsselt.

Wie lange werden meine Daten in der elektronischen Patientenakte gespeichert?

Ihre Daten werden lebenslang in der elektronischen Patientenakte gespeichert – es sei denn, dass Sie diese löschen oder die elektronische Patientenakte schließen.

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Fragen und Antworten zur elektronischen Patientenakte (ePA) der BARMER: eCare

Eine Mutter sitzt mit ihren Kindern im Wartezimmer einer Arztpraxis.

Welche elektronischen Patientenakten kann ich nutzen, wenn ich bei der Barmer versichert bin?

Wenn Sie bei der Barmer versichert sind, können Sie die  BARMER eCare nutzen, die elektronische Patientenakte der BARMER. In der eCare werden nicht nur alle vorgeschriebenen Grundfunktionen abgebildet, sondern es stehen Ihnen auch Sonderfunktionen zur Verfügung, wie zum Beispiel der Mediplaner, mit dem Sie den Überblick über Ihre Medikamente behalten können.

Hier finden Sie alle Informationen zur elektronischen Patientenakte eCare der Barmer. 

Wie kann ich mich für die eCare, die elektronische Patientenakte der BARMER, registrieren?

Die Anmeldung für die BARMER eCare erfolgt in drei Schritten – zwei, wenn Sie bereits die BARMER-App installiert und ein Benutzerkonto angelegt haben. Um sicherzustellen, dass nur Sie eine eCare in Ihrem Namen einrichten können, müssen Sie Ihre Identität bestätigen. Dieses ist digital möglich. Dafür benötigen Sie Ihre elektronische Gesundheitskarte sowie Ihren Personalausweis oder Reisepass.

Hier gelangen Sie direkt zur Kurzanleitung für die eCare-Registrierung.

Welche Dokumente kann eine medizinische Einrichtung auf meinen Wunsch in die eCare einstellen?

Medikationsplan: Diesen kann Ihr Arzt erstellen, wenn Sie mindestens drei verschreibungspflichtige Medikamente gleichzeitig einnehmen. Fallen Medikamente weg oder kommen neue hinzu, sollte der Medikationsplan aktualisiert werden.

Notfalldatensatz: Er beinhaltet medizinische Daten wie Diagnosen, Allergien, Unverträglichkeiten oder Medikamente, die für die Notfallversorgung relevant sind. Der Notfalldatensatz kann auch darauf hinweisen, ob und wo Vorsorgevollmachten, Patientenverfügungen Organ- und Gewebespendeerklärungen vorhanden sind. Auch der Notfalldatensatz sollte bei wichtigen Änderungen aktualisiert werden.

Elektronische Arztbriefe (eArztbriefe): Sie enthalten wichtige Informationen, die Ihr Arzt mit Ihren anderen behandelnden Ärzten zum Beispiel im Rahmen einer Überweisung teilen möchte.

Ihre Laborergebnisse, Therapie- und Behandlungsberichte, Befunde oder Diagnosen.

Kann medizinisches Personal im Notfall auf meine eCare-Dokumente zugreifen?

Ein Zugriff auf Ihre Dokumente ist immer nur dann möglich, wenn Sie zuvor eine Berechtigung erteilt haben. Ist es Ihnen im Notfall nicht mehr möglich, diese Berechtigung für eine medizinische Einrichtung zu erteilen, kann diese nicht auf Ihre Dokumente zugreifen.

Um einen Notfalldatensatz für den Notfall schnell verfügbar zu machen, lassen Sie diesen von einer Arztpraxis außerhalb der eCare auf Ihrer elektronischen Gesundheitskarte speichern.

Ich habe weitere Fragen zur eCare, wo finde ich Antworten?

Hier finden Sie eine umfangreiche FAQ zur BARMER eCare, in der weitere Fragen beantwortet werden.

Wie kann ich als Arzt die BARMER eCare nutzen?

Ärzte können die eCare nicht direkt nutzen. Eine umfangreiche FAQ zur Nutzung der BARMER eCare für Ärzte und medizinischen Personal finden Sie in unserer FAQ zur eCare für Ärzte.

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Quellenangaben

Webcode: a004908 Letzte Aktualisierung: 01.01.2021
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