Eine Gruppe Menschen isst gemeinsam draußen im Herbst an einer langen Tafel
Ernährung

Klimafreundlich essen ohne Verzicht

Lesedauer unter 13 Minuten

Redaktion

  • Silke Böttcher (Jellyfish)

Qualitätssicherung

  • Dr. Claudia Laupert-Deick

Klimaschutz und unsere Ernährung sind sehr eng miteinander verbunden. Davon sind Themen betroffen wie ein übermäßiger Wasserverbrauch, Treibhausgas-Emissionen durch die Landwirtschaft, die Überfischung der Weltmeere oder das Verschwinden der Bienen. An all diesen Auswirkungen kann unser Essverhalten aktiv etwas verändern.

Was hat Essen mit Nachhaltigkeit zu tun?

Die Lebensmittel, die auf unserem Teller landen, haben meist bereits einen langen Weg hinter sich. Gemüse und Getreide wurde häufig im Ausland angebaut, gewässert, geerntet und nach Deutschland transportiert. Das Fleisch, das wir essen, war erst Teil einer Kuh oder eines Schweins, das im Stall oder auf der Weide stand, dann geschlachtet und ebenfalls zu uns transportiert wurde. Diesem Prozess unterliegt fast alles, was wir essen.

Was vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern jedoch häufig verborgen bleibt, sind die Hintergrundfaktoren und Auswirkungen, die alltägliche Supermarktprodukte, mit sich bringen. Jedes Lebensmittel, das wir verzehren, wirkt sich unterschiedlich stark auf die Umwelt aus. Klimaschutz und Ernährung sind also eng miteinander verbunden.

Wenn wir uns klimafreundlich ernähren möchten, ist es wichtig sich mit den Auswirkungen der Landwirtschaft auf die Umwelt auseinanderzusetzen. Dazu gehören:

  • Treibhausgase
  • der Wasserverbrauch für die Landwirtschaft
  • der Landverbrauch für die Landwirtschaft
  • die Überfischung der Weltmeere
  • die Lebensmittelverschwendung

Was bedeutet dies genau? Und wie kann jeder einzelne konkret etwas gegen die negativen Auswirkungen unternehmen?

Treibhausgase für Essen und Trinken

In Deutschland verursacht der Ernährungssektor rund 25 Prozent aller Treibhausgasemissionen. Zu diesen klimaschädlichen Treibhausgasen zählen insbesondere CO2, Methan und Lachgas.

Laut Hochrechnungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) stammen 14,5 Prozent aller vom Menschen weltweit verursachten Treibhausgas-Emissionen aus der Nutztierhaltung, was etwa 7,1 Gigatonnen CO2 entspricht. CO2 wird vor allem durch die beim Anbau, der Verarbeitung, der Lagerung und dem Transport verbrauchten Energie freigesetzt. Es ist eines der schädlichsten Klimagase und hat einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung und das Fortschreiten des Treibhausgaseffektes.

Methan, das insbesondere über den Verdauungsvorgang von Rindern und durch die Düngung emittiert wird sowie das Lachgas, das ebenfalls durch den Einsatz von Düngemitteln freigesetzt wird, haben einen noch stärkeren Effekt auf unsere Atmosphäre. Im Vergleich zu CO2 wirkt Methan etwa 21-mal und Lachgas etwa 310-mal so klimaschädlich.

Nach Angaben des Umweltbundesamtes war die Landwirtschaft in Deutschland 2020 für 60,4 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente verantwortlich. Bei den Treibhausgasemissionen durch die Landwirtschaft hatte Methan mit 50,1 Prozent den größten Anteil.

Was Sie für eine klimafreundliche Ernährung tun können: 2020 lag der Fleischkonsum in Deutschland pro Kopf bei 57,3 Kilogramm. Das ist mehr als ein Kilogramm pro Woche. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt dagegen, aus gesundheitlichen Gründen pro Woche maximal 300 bis 600 Gramm zu konsumieren. Wenn Sie die Fleischmenge reduzieren, tun Sie also nicht nur etwas fürs Klima, weil Sie die Nachfrage und damit langfristig die Treibhausemissionen senken, auch Ihre Gesundheit profitiert davon. Auch wenn die Umstellung nicht gleich zur veganen Ernährung führt, der Flexitarismus liegt im Trend und kann ein Einstieg zu nachhaltigerem Essens ein.

Wasserverbrauch durch die Landwirtschaft

Unser Essverhalten hat einen enormen Einfluss auf den Wasserverbrauch, da zur Herstellung von Lebensmitteln erhebliche Mengen Wasser benötigt werden. So wird beispielsweise für die Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch mit 16.000 Litern etwa 14-mal so viel Wasser verbraucht wie für die Herstellung von einem Kilogramm Weizen (1150 Liter). Das liegt unter anderem daran, dass die Tiere in der Massenhaltung vor allem mit großen Mengen Getreide und Soja gefüttert werden. Zum Vergleich: Bei Gemüse liegt der Wasserverbrauch bei gerade mal 322 Litern pro Kilogramm.

Es zeigt sich deutlich, dass der Wasserverbrauch bei der Produktion tierischer Produkte um ein Vielfaches höher ist, als der bei pflanzlichen Erzeugnissen. Mit steigendem Verarbeitungsgrad der Lebensmittel nimmt dieser noch weiter zu.

Was Sie tun können: Auch in Sachen Wasserverbrauch punkten pflanzliche Lebensmittel gegenüber tierischen. Probieren Sie mehr davon auf Ihren Speiseplan zu setzen – so gehen Sie den Weg einer nachhaltigen Ernährung Stück für Stück weiter.

Flächenverbrauch durch die Landwirtschaft

Große Mengen landwirtschaftlicher Flächen werden insbesondere von westlichen Industrieländern wie Deutschland beansprucht. Dies hängt mit dem hohen Verzehr tierischer Lebensmittel in diesen Regionen zusammen. Etwa 80 Prozent der weltweit landwirtschaftlich genutzten Flächen werden für die Produktion dieser Lebensmittel verbraucht.

Je nach eingesetzten Futtermitteln sind für die Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch zwischen 27 und 49 Quadratmeter Fläche nötig. Das ist mehr als das Doppelte, das für Kartoffeln und Weizen benötigt wird.

Des Weiteren wird durch die Zunahme der landwirtschaftlichen Flächen und somit die Umnutzung von Natur- in Ackerflächen die biologische Diversität von Pflanzen und Tieren bedroht. Von der Abholzung sind häufig Regenwälder betroffen, die als Folge große Mengen des in ihnen gespeicherten CO2 freisetzen und dadurch den Klimawandel zusätzlich beschleunigen.

Was Sie tun können: Verzichten Sie auf Fleisch aus Massentierhaltung und reduzieren Sie den Fleischkonsum mindestens auf ein empfohlenes Maß.

Überfischung der Weltmeere

Der Reichtum der Meere nimmt zunehmend ab, denn die weltweite Überfischung stellt eine der größten Bedrohungen für dieses Ökosystem und deren Bewohner dar. Nach Angaben des WWF gelten 33 Prozent der kommerziell genutzten Fischbestände als überfischt und 60 Prozent als maximal ausgenutzt.

Was Sie tun können: Nachhaltig gefangene Fische bevorzugen und auf gefährdete Arten verzichten.

Lebensmittelverschwendung

In Deutschland werden jährlich etwa zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel entsorgt. Insgesamt stehen diese Abfälle mit 15 Prozent der ernährungsbedingten Treibhausgase in Verbindung. Die Ursachen für die hohe Lebensmittelverschwendung sind vielfältig. Beispiele sind der Wunsch der Verbraucher nach einer großen Auswahl möglichst frischer Lebensmittel im Supermarkt und der Einkauf von (zu) großen Mengen.

Was Sie tun können: Bei frischen Lebensmitteln nur die Menge kaufen, die Sie verbrauchen können und auf die richtige Lagerung achten. Auch damit tun Sie etwas für den Klimaschutz.

Wann ist mein Essen nachhaltig und klimaschonend?

Wir alle haben durch unsere Ernährung Einfluss auf die Umwelt und das Klima. Natürlich kann ein Einzelner alleine nicht viel bewegen. Wenn jedoch mehrere Menschen an einem Strang ziehen und einen kleinen oder auch großen Schritt Richtung klimafreundlicher Ernährung gehen, können auch kleine Schritte eine große Wirkung erzielen und dazu beitragen, unsere Erde zu schützen.

Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Ansatzpunkte, wie Sie Ihr Essverhalten bewusster gestalten, und worauf Sie beim Einkaufen nachhaltige und klimaschonende Lebensmittel erkennen können.

Weibliche Mitarbeiterin arrangiert frisches Obst und Gemüse in der Abteilung für Lebensmittel im Supermarkt.

Klimafreundlicher und nachhaltiger wird das Essen, wenn man beispielsweise zu Obst und Gemüse greift, vor allem in der Saison.

Weniger tierischer Produkte konsumieren

Angesichts des bereits erwähnten hohen Ausstoßes von Treibhausgasen durch die Nutztierhaltung lohnt es sich, darüber nachzudenken, den eigenen Fleisch- und Fischkonsum zu senken. Verzehren Sie Fisch nur ein- bis zweimal pro Woche und achten Sie auf das MSC-Siegel, das für eine nachhaltige Fischerei steht.

Fleisch ist ein wichtiger Lieferant von Eiweiß sowie einigen Vitaminen und Mineralstoffen. Der aktuell hohe Verzehr von Fleisch und daraus hergestellten Produkten kann nicht als gesundheitlich positiv eingestuft werden. Besonders der übermäßige Konsum von rotem Fleisch und Wurstwaren steht im Verdacht, das Risiko für verschiedene Erkrankungen wie Darmkrebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes mellitus Typ 2 zu erhöhen. Weniger davon zu essen ist nicht nur nachhaltiger sondern trägt auch zu einer gesünderen Ernährung bei.

Doch wie sieht es mit Milchprodukten aus? Welchen Einfluss haben sie auf unser Klima? Kuhmilch schneidet im Vergleich zu einer pflanzlichen Milchalternative in Sachen Treibhausgas-Emissionen, Flächennutzung und Wasserverbrauch deutlich schlechter ab. So liegen die CO2-Äqivalente bei einem Liter Kuhmilch bei 3,2 Kilogramm, bei Hafermilch betragen sie 0,9 und bei Mandelmilch 0,7 Kilogramm pro Liter.

Die pflanzlichen Alternativen enthalten jedoch weniger Eiweiß. Achten Sie beim Kauf von Pflanzenmilchen darauf, dass Calcium, Vitamin B12 und Vitamin B2 zugesetzt sind, damit Nährstoffmängel vermieden werden. Milchsauer vergorene Lebensmittel wie stichfester Joghurt, Quark, Buttermilch und Kefir fördern die Darmgesundheit. Hier ist es häufig schwierig, pflanzliche Alternativen mit gleichgünstiger Zusammensetzung zu finden.

Und wie steht es um das beliebte Frühstücksei? Im Hinblick auf unser Klima sind Eier günstiger als Fleisch. Allerdings sind die Eier, die man im Supermarkt kaufen kann, nicht immer aus regionaler Tierhaltung. Somit erhöhen die Transportwege den CO2-Ausstoß. Wenn Sie Eier aus ökologischer Haltung (gekennzeichnet mit einer 0) kaufen, die von einem nahegelegenen Hof stammen, sind Sie hinsichtlich des Klimaschutzes auf der sicheren Seite. Zudem unterstützen Sie auf diese Weise nicht die oft qualvolle Käfighaltung von Hühnern (Hinweis: diese Eier sind mit einer 3 gekennzeichnet).

In Maßen genossen, können Milch und Milchprodukte sowie Eier folglich zu einer ausgewogenen Nährstoffzufuhr, und damit gesunden Ernährung, beitragen. Aus ernährungsphysiologischer Sicht müssen sie nicht komplett aus dem Speiseplan verbannt werden. Um sich nachhaltiger zu ernähren, kann dieser jedoch mit ein paar pflanzlichen Milchalternativen ergänzt werden.

Ein praktischer Tipp: Schon ein „Veggie-Day“ pro Woche hilft unserem Klima. Noch besser ist es, wenn Sie maximal jeden zweiten Tag Fleisch essen oder es sogar auf einen Tag pro Woche begrenzen. Damit tun Sie etwas für Ihre Gesundheit und für eine klimafreundliche Ernährung.

Regionale Produkte punkten beim Klima

Viele Lebensmittel, die bei uns im Supermarkt zu kaufen sind, kommen aus weit entfernten Ländern. Wissenschaftler der Universität Gießen ermittelten, dass 87 Prozent der in Deutschland konsumierten Lebensmittel vor Ort produziert werden, während neun Prozent aus anderen Ländern Europas und knapp vier Prozent aus Übersee stammen. Letztere machen aufgrund der weiten Distanz fast 70 Prozent der Kilometer aus, die unsere Lebensmittel zurücklegen. Sie werden zudem größtenteils auf Schiffen transportiert, verbrauchen im Vergleich zu regionalen Produkten elfmal mehr Energie und schlagen mit jeweils elfmal bzw. 28-mal so viel CO2-Äquivalenten und Schwefeldioxid zu Buche.

Unser Tipp: Mit dem Barmer Saisonkalender für regionales Gemüse und Obst haben Sie unterwegs einen praktischen Helfer zur Hand, um frische und klimaschonende Ware einzukaufen. (Barrierefreies PDF 1MB)

Saisonkalender herunterladen

Das Klima wird durch den Transport für ein Kilogramm Gemüse aus Übersee so sehr belastet, dass wir dafür elf Kilogramm Gemüse aus Deutschland konsumieren könnten. Wird anstelle des Schiffs das Flugzeug als Transportmittel genutzt, läge der Vergleich sogar bei 90 Kilogramm Gemüse aus Deutschland. Dies verdeutlicht, dass heimische Lebensmittel wesentlich umweltschonender sind als jene aus anderen Ländern Europas oder Übersee.

Es wäre bereits ein großer Gewinn, wenn man nur Lebensmittel importieren würde, die bei uns nicht angebaut werden können (z. B. Bananen, Kaffee oder Tee) und auf den Transport von Lebensmitteln, die es auch aus regionalem Anbau gibt, verzichten würde. Sie können dies unterstützen, indem Sie möglichst viele Gemüse- und Obstsorten aus regionalem Anbau kaufen. Das spart Transportwege und zudem ist es viel frischer, da es schon kurz nach der Ernte im Markt liegt. Wenn die Nachfrage nach einheimischen Produkten steigt, wirkt sich das langfristig auch aufs Angebot aus – mit Einkaufsgewohnheiten lässt sich viel für den Klimaschutz tun.

Fragen Sie bei importierten Lebensmitteln ruhig nach, ob es Flugware ist – auf den Preisschildern wird darauf in der Regel nicht hingewiesen. Vergleichen Sie beim Einkaufen von Obst und Gemüse zudem die Herkunftsländer der unterschiedlichen Sorten. Muss es die Avocado aus Peru sein? Ein weiterer Tipp: Greifen Sie lieber zu frischem Gemüse als zur Tiefkühlware (TK-Ware) – die Kühlung erhöht den CO2-Fußabdruck. Auch Lebensmittel in Gläsern und Dosen verbrauchen mehr Energie als frische.

Saisonale Produkte können auch aus anderen Regionen stammen. Wir sind heute daran gewöhnt, das ganze Jahr über Erdbeeren und Spargel zu bekommen. Das bedeutet jedoch, dass diese Lebensmittel immer dann, wenn sie bei uns keine Saison haben, aus einem anderen Land importiert werden müssen. Oder sie werden in Treibhäusern herangezogen, die ebenfalls viel Energie verbrauchen.

Achten Sie deshalb zum Schutze des Klimas darauf, Obst und Gemüse einzukaufen, das bei uns gerade Saison hat. Sie unterstützen somit die heimische Wirtschaft und erfahren ganz nebenbei mehr darüber, wo genau Ihr Gemüse wächst.

Ein kleines Beispiel: Ein Kilogramm frische Erdbeeren aus der Region haben einen CO2-Fußabdruck von etwa 0,3 Kilogramm. Wenn Sie diese Beeren im Winter frisch kaufen, liegt der Wert bereits bei 3,4 Kilogramm. Wenn es im Winter dennoch unbedingt mal die Erdbeeren sein müssen, ist in diesem Fall tatsächlich die TK-Ware zu empfehlen. Deren Abdruck ist mit 0,7 Kilogramm immer noch geringer als die aus der Ferne zu uns transportierten Erdbeeren.

Wenn Sie im Frühjahr Äpfel essen möchten, obwohl sie dann noch nicht Saison haben, entscheiden Sie sich am besten für Lageräpfel. Diese müssen zwar gekühlt werden, jedoch wirkt sich eine lange Reise von Neuseeland noch ungünstiger aus.

Übrigens: Heimisches Gemüse wie Tomaten und Salate hat im Winter und Frühjahr eine schlechtere Klimabilanz. Das liegt daran, dass es in beheizten Gewächshäusern heranwächst. Greifen Sie aus diesem Grund in dieser Zeit lieber zu Freiland-Gemüse aus Südeuropa.

Bevorzugt Bio-Lebensmittel einkaufen

Ein guter Tipp für eine klimafreundliche Ernährung sind biologisch erzeugte Produkte. Die ökologisch wirtschaftende Landwirtschaft verbraucht weniger Energie als die konventionelle und stößt weniger CO2 aus. Darüber hinaus sind die ökologisch bewirtschafteten Böden in der Lage, mehr CO2 zu binden als die der konventionellen Landwirtschaft. Hinzu kommt, dass im Ökolandbau umweltfreundlicher gedüngt und auf synthetische Pestizide verzichtet wird. Ihre klimafreundliche Ernährung stärken Sie auch indem Sie zu Bio-Produkten greifen.

Lebensmittelabfälle und -verschwendung vermindern

Auch das trägt zum Klimaschutz und einer umweltfreundlichen Ernährung bei: Eine Ernährung ohne Verschwendung. Knapp ein Drittel der produzierten Lebensmittel landet in Deutschland im Müll, statt auf unserem Teller und erzeugt damit vermeidbare Treibhausgase.

Um Lebensmittelabfälle zu reduzieren, ist es hilfreich, einen Speiseplan für die anstehende Woche zu erstellen und immer nur die Menge der jeweiligen Produkte einzukaufen, die man wirklich verbraucht. Länger haltbare Waren wie Nudeln, Reis, Getreideflocken oder Gewürze können natürlich auf Vorrat eingekauft und sichtbar platziert werden, um doppelte Einkäufe zu vermeiden.

Praktischer Tipp: Schreiben Sie mit einem dicken Stift das Mindesthaltbarkeitsdatum auf die Gefäße, damit Sie dieses immer im Blick haben. Werfen Sie jedoch nicht alles gleich nach dem Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums weg: Viele dieser Waren sind deutlich länger genießbar als auf der Packung angegeben.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum bedeutet nicht, dass ein Produkt direkt danach verdirbt. Schauen Sie es sich genau an, riechen Sie daran und nehmen Sie eine Geschmacksprobe. Nur bei einem auf dem Produkt angegebenen Verbrauchsdatum dürfen Sie strenger sein, denn dies Lebensmittel verderben leicht – meist sind es Waren, die gekühlt werden müssen oder frisch sind.

Eine Frau kauft in einem Unverpackt-Laden ein und hält ihren Einkaufskorb hoch

Wer sich klimaschonend ernähren möchte, achtet auch bei der Verpackung auf nachhaltige Lösungen.

Achten Sie zudem auf die richtige Lagerung der eingekauften Lebensmittel, denn das trägt häufig zur längeren Haltbarkeit bei. Ein paar Tipps: Auberginen, Gurken, Paprika, Tomaten, Zucchini und andere sehr wasserhaltige Gemüsesorten sollten nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden. Das gilt auch für Avocados, Bananen, Knoblauch, Zitronen und Zwiebeln. Bananen halten sich am besten, wenn sie vor Sonnenlicht geschützt werden. Auch Brot ist in einem Tongefäß oder Brotkasten besser aufgehoben, denn im Kühlschrank wird es schnell fad und trocken.

Unverpackt spart CO2

Auch durch die Einsparung von Plastikverpackungen, Konservendosen oder der Einkaufstüte an der Kasse tun Sie etwas Gutes für das Klima und den Umweltschutz. Versuchen Sie, auf in Plastik eingeschweißte Produkte zu verzichten und Ihr Obst und Gemüse möglichst lose einzukaufen. Eine gute Möglichkeit dafür bieten Wochenmärkte, bei denen die Waren meist ganz ohne Verpackung auskommen.

Kaufen Sie Trockenware wie Reis oder Hülsenfrüchte in größeren Mengen und kochen Sie sie frisch, statt nach den Bohnen in der Weißblechdose zu greifen. Zudem ist es ratsam, wieder verwendbare Stoffbeutel oder Einkaufstaschen zu jedem Einkauf mitzunehmen. So vermeiden Sie es, jedes Mal aufs Neue nach der (Plastik-)tüte an der Kasse zu fragen.

Öfter mit dem Fahrrad oder zu Fuß einkaufen gehen

Mehr körperliche Bewegung statt Autofahren ist nicht nur gut fürs Klima, sondern auch für Ihre Gesundheit. Das gilt vor allem dann, wenn Sie mehrmals in der Woche einkaufen gehen, denn so sparen Sie beim Verzicht auf das Auto ordentlich CO2 ein.

Es gibt viele Möglichkeiten, selbst etwas für eine klimafreundliche und nachhaltige Ernährung zu tun. Eine Umstellung kann sich auch direkt für einen selbst lohnen. Denn der bewusste Umgang mit Lebensmitteln wirkt sich auch auf das Wohlbefinden und die Gesundheit aus.

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Literatur

Weiterführende Informationen:

  • Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (Abruf vom 20.01.2022): In 7 Schritten zu nachhaltiger Ernährung
  • Claus Leitzmann, Karl W. Von Koerber: Vollwert-Ernährung: Konzeption einer zeitgemäßen und nachhaltigen Ernährung (2012)
  • Eufic - Food Facts for healthy choices (Abruf vom 20.01.2022): 9 praktische Tipps für eine gesunde und nachhaltige Ernährung
  • Hoekstra, Arjen Y. Virtual water trade: proceedings of the international expert meeting on virtual water trade. Value of Water Research Report. 2003; 12
  • Toni Meier: Umweltschutz mit Messer und Gabel: Der ökologische Rucksack der Ernährung in Deutschland (2013)

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