Coronavirus

Erfolgreicher Jobstart trotz Corona für Azubis und Hochschulabsolventen

Lesedauer unter 7 Minuten
Eine junge Frau sitzt vor einem Laptop und winkt in die Kamera

Autor/in

Barmer Internetredaktion

Qualitätssicherung

Lukasz Kopowski (Human Resources Manager)
Inhaltsverzeichnis

Ob in die Ausbildung oder nach dem Studium: Der Start ins Berufsleben hat sich durch die Corona-Krise zu einem Sprung ins Ungewisse entwickelt. Ein paar einfache Tipps vermitteln dir Sicherheit bei der Bewerbung und helfen, Fettnäpfchen geschickt zu umschiffen, wenn es heißt, die neuen Kolleginnen und Kollegen kennenzulernen. Auch wenn es nur per Videochat geht.

Es hätte so ein schöner Sommer werden können. Die letzten Prüfungen – tschüss, Schule! – und dann erstmal wegfahren, den Kopf freibekommen. Oder doch lieber ein Praktikum machen? Wie jedes Jahr haben auch in diesem Jahr mehr als eine Million junge Menschen ihre Abschlussprüfungen hinter sich gebracht.

Im Sommer 2020 ist aber alles anders. Abifeiern sind ausgefallen, Praktika wurden abgesagt. Die Wirtschaft steckt in einer tiefen Krise, und über allem hat sich eine große Verunsicherung breit gemacht. Das gilt für junge Menschen, die zum 1. August oder 1. September eine Berufsausbildung beginnen, genauso wie für Studenten vor dem ersten Semester. Mehr Unsicherheit war selten.

Beratungsangebote wahrnehmen und die Zeit sinnvoll nutzen

Ein Job soll Sinn haben, er soll Spaß machen, das Gehalt muss stimmen, genauso die Balance zwischen Beruf und Privatleben. Der Generation der sogenannten Millenials wurde zuletzt nachgesagt, hohe Ansprüche an das Berufsleben zu stellen. Dann kam Corona, und der Einstieg droht holprig zu werden. Wo sich Abiturienten zuvor bewusst eine Auszeit einräumten, um Praktika zu machen oder für eine ehrenamtliche Aufgabe ins Ausland zu gehen, warten zu Hause eher Fragezeichen und ein Loch, das nur schwer sinnvoll zu füllen ist. Manuela Stock, Berufs- und Studienberaterin bei der Agentur für Arbeit in München, macht dennoch Mut: „Auch jetzt lässt sich die Zeit sinnvoll nutzen, indem sich Jugendliche aktiv mit ihrer beruflichen Zukunft beschäftigen und sich weiter beraten lassen.“ Zwar erreiche sie die Jugendlichen nicht mehr so gut wie vor der Krise – schlicht weil sie und ihre Kollegen lange nicht Schulen besuchen konnten. „Sie sollten genau jetzt nicht abtauchen“, empfiehlt Stock.

Für die Region München hat die Berufsberaterin nicht bemerken können, dass die Zahl an Ausbildungsplätzen zurückgegangen sei – mit Ausnahme von Branchen wie dem Hotelgewerbe oder der Gastronomie. In anderen Regionen sieht dies allerdings anders aus: Die Bundesagentur für Arbeit (BA) spricht von einem Minus von neun Prozent bei den angebotenen Ausbildungsplätzen. In manchen Regionen wurden für das kommende Ausbildungsjahr bis zu 20 Prozent weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen als im Vorjahr. Davon betroffen sind vor allem Jugendliche mit Hauptschulabschluss. Nachvollziehbar in Zeiten von Kurzarbeit und Einstellungsstopp?

„Aus der Coronakrise darf langfristig keine Fachkräftekrise werden“, warnt Berufsberaterin Manuela Stock. „Die Wirtschaft braucht gut ausgebildeten Nachwuchs.“ Angesichts anhaltender Hiobsbotschaften mag mancher Jugendlicher verleitet sein, der Vernunft den Vorrang bei der Berufs- oder Studienwahl einzuräumen und gerade jetzt vor allem einen vermeintlich krisensicheren Job zu wählen. Davon rät Stock ab. Auch in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage täten sie sich keinen Gefallen, wenn sie die eigenen Wünsche und Interessen hintenanstellen: „Wer konsequent seine Ziele verfolgt, wird später einmal im Bewerbungsgespräch auch eine vermeintliche kurze Lücke im Lebenslauf erklären können.“

Aktiv werden gegen Zukunftsängste

Mit nicht weniger Unsicherheit haben viele Studierende zu kämpfen. Nebenjobs, zum Beispiel in der Gastronomie, sind weggefallen. Praktika in den Semesterferien wurden abgesagt. Psychotherapeutin Sabine Köster erlebt aktuell, dass es viele Studierende noch viel stärker belaste, wie auf einen Schlag das soziale Leben auf dem Campus, der geregelte Tagesablauf weggefallen seien: „Es gibt kaum einen Ausgleich zum Studium, keinen Sport und keine Partys“, sagt Köster, die die psychotherapeutische Beratungsstelle am Studierendenwerk Karlsruhe leitet. „Viele Studenten haben einen Rückschritt ins Kinderzimmer erlebt, wenn sie während des Lockdowns zurück zu ihren Eltern gezogen sind.“ Gemischt mit Zukunftsängsten hat Köster in den Beratungsgesprächen bemerkt, dass sich die Themen und Sorgen verändert hätten: „Umso wichtiger ist es, sich Hilfe zu holen, wenn man nicht mehr weiterweiß. Das kann den Blick für neue Ideen und Lösungsansätze öffnen.“

Tipps für dein Vorstellungsgespräch per Videochat

Auch in Coronazeiten suchen Unternehmen nach neuen Auszubildenden und Mitarbeitern. Das Vorstellungsgespräch findet aber häufig nicht vor Ort im Unternehmen statt, sondern am Bildschirm per Video. Das bedeutet für Bewerber und Unternehmen mehr Flexibilität, ist aber auch eine Herausforderung. Auch am Bildschirm bleibt ein Vorstellungsgespräch ein Vorstellungsgespräch und sollte ernst genommen werden.

Diese Tipps können dabei helfen, einen guten Eindruck zu hinterlassen und zu überzeugen:

  • Vor dem Gespräch solltest du ganz genau besprechen, wer wen in die Videokonferenz einlädt, damit es nicht zu Missverständnissen kommt. Achte darauf, dass du die Kontaktinformationen rechtzeitig erhältst.
  • Spätestens zehn Minuten vorher solltest du überprüfen, dass die Technik funktioniert. Dazu gehört die Kamera, das Mikrofon und die Kopfhörer. Daneben sollte die nötige Software installiert sein und funktionieren. Im Videokonferenzprogramm solltest du dir ein seriöses Profil anlegen – Spitznamen und lustige Urlaubsvideos sollten hier eher nicht auftauchen. Alle anderen Programme auf dem Computer schließt du am besten, damit während des Gesprächs nichts dazwischenfunkt.
  • Vor der Webcam vermittelt die richtige Kleidung dieselbe Botschaft wie vor Ort. Ob du unten herum, also außerhalb des Videobilds, eine Jogginghose trägst, ist zwar nicht zu sehen – aber eine Frage der inneren Haltung. Kleinformatige Muster, also zum Beispiel Punkte oder Karos, solltest du im Kleiderschrank lassen. Sie flimmern auf dem Bildschirm.
  • Du darfst Licht gern so einsetzen, dass du dich buchstäblich ins beste Licht rückst. Ideal ist indirektes oder diffuses Licht von vorne. Auch an den Hintergrund solltest du denken. Er sollte möglichst neutral sein. Falls du dich vor eine imposante Bücherwand oder einen anderen auffälligen Hintergrund setzt, solltest du auf entsprechende Nachfragen vorbereitet sein.
  • Blickkontakt zu halten macht dich auch per Videochat sympathischer. Instinktiv blickt man eher auf das Bild des Gesprächspartners auf dem Monitor. Für ihn erweckt dies den Eindruck, als würdest du auf ihn hinabsehen. Um ihn direkt anzublicken, musst du in die Kamera schauen.
  • Genauso wichtig ist eine engagierte Körpersprache. Erfahrene Personaler haben auch am Monitor ein Gefühl hierfür. Mache es dir vor der Kamera also nicht zu bequem. All dies mag ungewohnt erscheinen. Du kannst die Situation eines Video-Vorstellungsgesprächs im Vorfeld aber schon einmal durchspielen, zum Beispiel mit Freunden oder Familienmitgliedern.
  • Achte auf eine ruhige Gesprächsatmosphäre. Hintergrundgeräusche durch Musik, Haustiere, Mitbewohner, Eltern oder Kinder sollten nach Möglichkeit minimiert werden.
  • Ein Vorteil des Vorstellungsgesprächs per Video: Du kannst dir einen Spickzettel mit den wichtigsten Infos oder Namen zurechtlegen. Niemand wird es mitbekommen.

Der erste Tag im neuen Job

Neuer Job, neue Kollegen? Wer in Coronazeiten eine neue Stelle oder eine Ausbildung beginnt, startet in vielen Fällen recht einsam im fast leeren Büro – oder gleich im Homeoffice. Auch in dieser besonderen Zeit gilt aber, dass es keine zweite Chance für einen ersten Eindruck gibt.

Mit ein paar einfachen Tipps wird der erste Arbeitstag zum Erfolg:

  • Vor dem ersten Tag solltest du dich bei der Personalabteilung oder deinem zukünftigen Vorgesetzten genau erkundigen, was zum Start geplant ist. Geht es direkt ins Homeoffice, solltet ihr besprechen, wie rechtzeitig die technischen Voraussetzungen geschaffen werden.
  • Wenn du dich neuen Kollegen nur digital vorstellen kannst, kannst du im Vorfeld schon üben, was du sagen möchtest. Vielleicht drehst du auch ein kurzes Video für das Intranet, indem du dich mit deinen Interessen und Wünschen vorstellst.
  • Duzen oder Siezen? Wie für alles beim Jobstart gilt auch hier: zuerst beobachten, dann handeln – und im Zweifelsfall lieber nachfragen. Vorsichthalber solltest du neue Kollegen erst einmal siezen. Wirst du von ihnen geduzt, kannst du in der Regel auch „Du“ sagen. Keine Sorge, du bekommst schon bald ein Gefühl für die Unternehmenskultur.
  • Auch während der Corona-Krise solltest du aktiv auf die neuen Kollegen zugehen – ob digital oder vor Ort. Sicher findest du schnell heraus, auf welchen digitalen Wegen du wen am besten erreichst: ob telefonisch, per E-Mail oder per Chat-Programm. Wenn es zum Feierabend einen Termin für einen digitalen Kollegenplausch gibt, nutze die Chance und nimm teil.
  • Oftmals gehört zu einem professionellen Onboarding, dass dir in der ersten Zeit ein Mentor zur Seite steht, also ein direkter Ansprechpartner, der dir die internen Spielregeln und Hygienevorschriften erklärt. Er oder sie kann dir auch helfen, die ersten Kontakte zu knüpfen.
  • Fürs Homeoffice gilt vor allem für den Berufseinstieg, so viel wie möglich zu kommunizieren und interessiert nachzufragen. Es mag Überwindung kosten, schließlich möchte man niemanden nerven. Aber digitale Kommunikation führt schnell zu Missverständnissen. Kommuniziere zum Beispiel ganz klar, wann du Pause machst und nicht erreichbar bist. Pausen stehen dir schließlich zu.
  • Auch für die Kleidung gelten dieselben Regeln im Homeoffice wie im Büro: Sie vermittelt eine Haltung und Wertschätzung. Beobachte auch hier, wie sich die Kollegen kleiden.
  • Auch für erfahrene Kollegen sind die neuen Regeln der Zusammenarbeit eine Herausforderung. Hierzu gehören die Abstandsregeln, aber auch, dass du dir möglichst häufig die Hände wäschst, einen Mund-Nasen-Schutz trägst, wo es vorgeschrieben ist, oder wie der Arbeitsplatz zu desinfizieren ist. Jedes Unternehmen hat hier andere Regeln, die dir aber bestimmt jemand am ersten Tag erklären wird. Du solltest sie unbedingt ernst nehmen!

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Webcode: a005704 Letzte Aktualisierung: 06.08.2020
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