Coronavirus

Coronavirus Faktencheck: So entlarven Sie Falschmeldungen

Lesedauer unter 13 Minuten
Ein Mann und eine Frau sitzen vor einem Laptop und diskutieren

Autor/in

Barmer Internetredaktion

Qualitätssicherung

  • Dr. med. Ursula Marschall (Fachärztin für Anästhesie)
  • Dr. med. Utta Petzold (Dermatologin, Allergologin, Phlebologin bei der Barmer)
Inhaltsverzeichnis

Die Impfung macht unfruchtbar? Gegen die Ansteckung mit COVID-19 hilft ein gesundes Immunsystem? Verschwörungstheorien und Gerüchte verbreiten sich in Zeiten von Corona ähnlich schnell wie das Virus selbst. Was wirklich dahinter steckt und wie Sie Falschmeldungen in Zukunft sicher erkennen, verrät unser Faktencheck.

Die USA und China beschuldigten sich lange gegenseitig, das Coronavirus verbreitet zu haben. Verschwörungsgläubige verbreiten die These, durch Lockdown-Maßnahmen solle Deutschland verstaatlicht werden. Auch Microsoft-Gründer Bill Gates hätte angeblich seine Finger im Spiel – unter anderem mit einem Patent auf SARS-CoV-2. Manche Menschen sehen die Pandemie auch als „Strafe Gottes“, als amerikanisch-jüdisches Komplott – oder gar als nicht existent.

„Wir kämpfen nicht nur gegen eine Epidemie, sondern auch gegen eine Infodemie“, klagte der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation Tedros Adhanom Ghebreyesus schon im Februar 2020 auf der Münchner Sicherheitskonferenz. „Fake News verbreiten sich schneller und einfacher als dieses Virus, und sie sind genauso gefährlich."

Verschwörungstheorien als Reaktion auf eine globale Krise

Es gibt viele Menschen, die an die verschiedensten Verschwörungstheorien glauben. Sie sind überzeugt, im Zusammenhang mit dem Coronavirus und der Impfung dagegen werde viel verschwiegen oder falsch dargestellt, die Regierungen hätten ganz andere Pläne als öffentlich bekannt und es gäbe eine Wahrheit, die keiner wissen darf.
Als Reaktion auf eine globale Krise sei das ganz normal, sagt Prof. Dr. Roland Imhoff. Der Sozial- und Rechtspsychologe von der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz hat sich auf das Thema Verschwörungsmentalität spezialisiert und weiß genau, warum sich mit dem Coronavirus Gerüchte um seine Entstehung verbreiten: „Menschen meinen, für große Ereignisse müsse es große Erklärungen geben. Sie haben eine Abneigung gegen den Zufall – je mehr, umso größer das Ereignis ist. Dass ein Wildtier die Corona-Krise ausgelöst haben soll, ist eine zu einfache Erklärung dafür, dass nun die ganze Welt Kopf steht.“

Wer glaubt an Verschwörungstheorien?

Imhoff nennt einen anderen Grund, weshalb Menschen an Mythen glauben: „Statt den Zufall zu akzeptieren, denken sich Menschen Verschwörungstheorien aus, weil sie ihnen mehr Kontrolle über die Welt geben“, erklärt Imhoff. „Sie fühlen sich dann nicht mehr wie ein Spielball.“ Oft seien Verschwörungstheoretiker Menschen, die das Gefühl hätten, ihr Leben wenig kontrollieren zu können. Und solche, denen es viel bedeute, einzigartig zu sein. „Nach dem Motto: Ihr Schafe glaubt die offizielle Version, aber ich durchschaue alles“, erklärt Imhoff. Mit mangelnder Intelligenz hätte der Glaube an Verschwörungstheorien dagegen nichts zu tun, sagt der Mainzer Wissenschaftler: „Intelligenz und Alter spielen keine Rolle, wohl aber der Bildungsgrad.“
Dennoch: „Entgegen der ursprünglichen Befürchtung hat sich in repräsentativen Umfragen nicht gezeigt, dass die Zustimmung zu Verschwörungstheorien aufgrund der Pandemie angestiegen ist“, sagt Imhoff. „Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass die frühe und transparente Wissenschaftskommunikation etwa durch das Robert Koch-Institut, aber auch die öffentlichen Erläuterungen der Maßnahmen durch die Regierung effektiv gegensteuern konnten. Zwar sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Journalistinnen und Journalisten und auch die Regierung zum Teil sehr aggressiven Anfeindungen ausgesetzt, jedoch sollte man die Lautstärke dieser Agitation nicht mit der Zustimmung in der Gesellschaft verwechseln“, so der Experte weiter. „Gleichzeitig kann solcher Vertrauenskredit natürlich aber auch wieder verspielt werden, wie die zum Teil erhitzten Debatten um die richtigen Maßnahmen zur weiteren Eindämmung zeigen."

Woran erkennt man Falschmeldungen?

Wie gelingt es einem als Laie, keiner Verschwörungstheorie aufzusitzen und – viel wichtiger – Corona-Falschmeldungen von richtigen zu unterscheiden? Je stärker man sich von Verschwörungstheorien faszinieren lässt, desto weniger wichtig werden die Qualität von Quellen und die Seriosität von Medien, sagt der Sozialpsychologe. „Für Verschwörungstheoretiker ist eine Information auf YouTube genauso viel wert wie die Verlautbarungen des Robert Koch-Instituts.“ Die Medienkompetenz zu stärken, sei deshalb gerade in Krisenzeiten enorm wichtig. „Sie ist jedoch nur eine Seite der Medaille. Die zweite ist, dass Menschen lernen müssen, bestimmten Quellen zu vertrauen“, so Imhoff.

Zu den vertrauenswürdigen Quellen gehört beispielsweise die Verbraucherzentrale. Diese räumt auf ihren Internetseiten mit vielen Falschmeldungen zu Corona auf: „Wir raten Verbraucherinnen und Verbrauchern immer zu einem gesunden Misstrauen“, sagt Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale Bremen. Es seien beispielsweise E-Mails im Umlauf, die Nahrungsergänzungsmittel gegen das Virus anpreisen, aber lediglich Daten abgreifen wollen. „Öffnen Sie keine Mails von unbekannten Absendern, klicken Sie nicht auf Links und öffnen keinesfalls Dateianhänge“, so Oelmann.

Falschmeldungen, die zu Corona in Umlauf sind

Über die Sozialen Medien und Nachrichtendienste wie WhatsApp oder Telegram verbreiteten sich in den vergangenen Monaten zahlreiche Corona-Falschmeldungen. Viele Menschen werden derzeit beispielsweise wegen der nachweislich falschen oder nicht belegbaren Gerüchte zum Thema Impfung verunsichert. Teilweise werden von Impfgegnern oder fanatischen Verschwörungsgläubigen sogar massive Kampagnen gestartet, um ganz bewusst Ängste zu schüren. Wir klären daher einige gängige Mythen auf:

Mythos 1: „Der Impfstoff macht unfruchtbar.“

Angeblich liege das daran, dass die durch die Impfung produzierten Antikörper auch ein körpereigenes, für die Schwangerschaft unbedingt erforderliches Protein angreife und zerstöre. Expertinnen und Experten widersprechen diesem Mythos, der vor allem im Internet kursiert. „Eine Fehlinformation“, sagt etwa die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek im NDR-Podcast „Coronavirus-Update“: „Es gibt keine medizinischen Hinweise, dass dieses Gerücht wirklich stimmt.“ Auch biologisch sei diese These nicht haltbar. Da eine Infektion mit dem Coronavirus die gleiche Reaktion im Körper wie eine Impfung auslöst, würde das bedeuten, dass Frauen, die bereits an COVID-19 erkrankt waren, nicht schwanger werden können oder ihre ungeborenen Babys Schaden nehmen würden. Darauf gibt es aber auch nach Millionen Coronainfizierter keine Hinweise. Im Gegenteil: Schwangere, die an COVID-19 erkranken, geben Antikörper an ihre ungeborenen Babys weiter, die deshalb immun zur Welt kommen.

Mythos 2: „Es sind bereits Menschen an mRNA-Impfstoffen gestorben.“

Diese Behauptung taucht immer wieder in den sozialen Medien auf – jedoch ohne Belege. Die Zahlen des Paul-Ehrlich-Instituts dagegen zeigen: Nach vier Millionen in Deutschland verabreichten Dosen starben nach der Impfung 223 Menschen. Die Verstorbenen waren im Schnitt 85 Jahre alt, die meisten hatten mehrere Vorerkrankungen und starben an der Verschlechterung ihres Allgemeinzustands oder an anderen Erkrankungen, unabhängig von der Impfung. Ein weiterer Hinweis, dass die Zahl der Todesfälle nicht mit der mRNA-Impfung zusammenhängt: Sie entspricht in etwa der zu erwartenden Fälle, die in einer so großen Gruppe im selben Zeitraum normalerweise sterben.

Mythos 3: „Durch die schnelle Entwicklung der Impfstoffe weiß man nichts über Langzeitfolgen.“

Nebenwirkungen zeigen sich bei Vakzinen meist innerhalb weniger Stunden bis maximal zwei Tage nach der Gabe. Sehr selten sind Autoimmunreaktionen erst später, aber bereits nach wenigen Wochen auftreten. Deshalb hätten Langzeitfolgen mittlerweile erkannt werden müssen.

Die Sorge vor Spätfolgen beruht auf einem generellen Missverständnis: „Das Wort ‚Langzeitschaden‘ hat sich hier im täglichen Sprachgebrauch etabliert und wird vielfach fälschlich – übertragen auf die aktuelle Situation – interpretiert als ‚Schaden, den die Impfung erst nach langer Zeit verursacht‘“, schreibt Petra Falb, Gutachterin in der Zulassung für Impfstoffe beim österreichischen Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen. Die Pockenimpfung in den 1970er Jahren etwa, die es heute nicht mehr durch ein Zulassungsverfahren schaffen würde, führte damals in seltenen Fällen zu einer Gehirnentzündung, erklärt die Expertin weiter. Das konnte langfristige Schäden anrichten. Die Reaktion sei jedoch innerhalb der ersten Woche nach der Impfung aufgetreten. Ähnliches gelte für den Impfstoff Pandemrix gegen die Schweinegrippe, durch die es in Skandinavien zu Fällen von Narkolepsie (Schlafkrankheit) kam. Im Schnitt erkrankten die Impflinge wenige Wochen später, in einzelnen Fällen vier Monate danach. Bemerkt wurde diese schwere Nebenwirkung erst später und wurde dann erst der Impfung zugeordnet, weil erst dann ausreichend viele Personen geimpft waren, um den Zusammenhang erkennen zu können.

 Mythos 4: „Impfen verändert das Erbgut.“

Was seit Monaten über diverse Kanäle verbreitet wird, stimmt nicht. Das Paul-Ehrlich-Institut weist ausdrücklich darauf hin, dass „kein erkennbares Risiko einer Integration von mRNA in das humane Genom“ bestehe. Auch wenn die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna genbasiert sind, bauen sie sich nicht in das Genom ein, wie Impfgegner und -skeptiker behaupten. Denn: Die mRNA kann nicht in den Zellkern gelangen, in der die menschliche DNA liegt. Zudem kann mRNA aufgrund der unterschiedlichen chemischen Struktur nicht in DNA integriert werden.

Mythos 5: „Bill Gates hat das Coronavirus erfunden, um bei der Impfung Microchips einpflanzen zu können, mit der er die gesamte Menschheit überwachen wird.“

Was sich seit Monaten hartnäckig hält, kam vermutlich so zustande: Bill Gates schrieb im Frühjahr 2020 in einem Blogpost von der Möglichkeit digitaler Zertifikate, die attestieren, dass man gegen das Coronavirus geimpft oder anders immunisiert ist. Um Mikrochips geht es anderswo: Die Gates-Stiftung unterstützt unter anderem die Forschung an einer Verhütungsmethode via Mikrochips: Sie sollen unter die Haut gesetzt regelmäßig eine exakt regulierbare Menge an Hormonen an den Körper abgeben können. Offensichtlich ist so inhaltlich etwas durcheinandergeraten. Bill Gates sagte dazu übrigens im Februar 2021 in der TV-Sendung Maischberger: „Es ist sehr schwer zu verstehen, warum ich den Wunsch haben sollte, Menschen zu überwachen und was überhaupt die Verbindung zwischen Mikrochips und Impfstoffen ist. Ich verstehe das überhaupt nicht.“ Zudem macht er deutlich, dass er sich an der Pandemie nicht bereichere: „Mein Reichtum verringert sich jedes Jahr wegen der Stiftung, die jetzt in diese Kampagnen investiert.“

Mythos 6: „Wer ein gutes Immunsystem hat, dem kann das Virus überhaupt nichts ausmachen.“ 

Was aus der Anthroposophen-Szene heraus verbreitet wird, stimmt nicht. „Die Annahme, dass hinter einem schweren Verlauf ein schwaches Immunsystem steckt, greift zu kurz“, heißt es etwa in einer Studie eines Forschungsteams der Charité Berlin und des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin. „Denn gerade bei kritischen Verläufen arbeitet das Immunsystem unter Hochdruck, schafft es aber nicht, das Virus zu kontrollieren.“ Zudem erkranken auch junge, gesunde Menschen mit hervorragendem Immunsystem schwer. Das kann unter anderem an einer alterstypischen Reaktion liegen: Das Immunsystem junger, gesunder Menschen weist oft eine größere Toleranz gegenüber äußeren Einflüssen auf. So kommt es, dass der Organismus eines jungen Menschen den Körper erst vergleichsweise spät mit entsprechenden Botenstoffen auf die drohende Virus-Gefahr reagiert. Und feuert dann mit allem, was ihm zur Verfügung steht. Diese Überreaktion des Immunsystems ist eine heftige Entzündungsreaktion, die in ihren Auswirkungen lebensbedrohlich sein kann. Auch Vitamine oder Nahrungsergänzungsmittel haben keinen Einfluss auf die Infektion. Die derzeit einzig wirksame Unterstützung des Immunsystems ist die Impfung.

Mythos 7: „5G kann Corona verursachen.“

Diese Behauptung über den neuen Mobilfunkstandard, die in verschiedenen Varianten in sozialen Medien kursiert, ist nicht haltbar. „Aus wissenschaftlicher Sicht entbehren alle Spekulationen jeglicher Grundlage“, schreibt etwa das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). „5G verursacht weder Zellabbau noch grippeähnliche Symptome. Auch eine negative Wirkung von hochfrequenten elektromagnetischen Feldern – und damit auch Mobilfunkstrahlung – auf das Immunsystem ist bislang nicht wissenschaftlich nachgewiesen.“

Mythos 8: „Es sind schon Kinder wegen des Tragens von Masken gestorben.“

Das hatte unter anderem ein Arzt in einem Video behauptet. Auch kursieren Gerüchte, das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes hätte bei Kindern zu Lungenpilzinfektionen geführt. Dafür gibt es jedoch keine Belege. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) bestätigt die Sicherheit für Masken bei Kindern. Auch schädigen FFP2-Masken die Gesundheit gesunder Erwachsener nicht, wie ein Facebook-Post behauptet. Was richtig ist: Das Robert Koch-Insitut (RKI) und die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) schließen nicht aus, dass FFP2-Masken ältere Menschen oder solche mit Vorerkrankungen wie etwa Herz- oder Kreislauferkrankungen gesundheitlich beeinträchtigen können. Das gelte jedoch auch für andere Arten von Masken. Es wird im Einzelfall zu einer Blutgasanalyse oder Belastungsuntersuchung mit Maske geraten. Für gesunde Kinder und junge Erwachsene sind FFP2-Masken aber unbedenklich – für jüngere Kinder jedoch nicht vorgeschrieben: Bei Kindern reichen je nach aktueller Verordnung der Länder ab zwei (Sachsen-Anhalt) bzw. sechs Jahren (alle anderen Bundesländer) bis einschließlich 14. Lebensjahr OP-Masken (auch medizinische oder chirurgische Masken genannt). Sie bieten weniger Atemwiderstand und sind laut Deutscher Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie „die vernünftigste Lösung“. Für den richtigen und damit sicheren Schutz sollten sie allerdings durch Verknoten der Gummibänder an die Gesichtsform des Kindes angepasst werden.

Mythos 9: „Alkohol desinfiziert den Rachen und schützt so vor einer Infektion mit dem Coronavirus.“

Dieser Rat sollte vom Robert Koch-Institut stammen. Es ist jedoch nicht möglich, den Rachen mit alkoholischen Getränken so zu desinfizieren, dass das Virus abstirbt – und das Robert Koch-Institut hat mit dieser Meldung nichts zu tun. Auch die Weltgesundheitsorganisation hat ihr widersprochen.

Mythos 10: „Alle Schutzmaßnahmen sind übertrieben und COVID-19 ist harmlos.“

Ursprünglich verbreitete ein Lungenarzt und ehemaliger Politiker diese Botschaft in einem Video. Sie ist falsch und widerspricht den Einschätzungen seriöser Wissenschaftler. Die Schutzmaßnahmen, die derzeit gelten, sind auch jetzt noch wichtig, um sich und andere Menschen vor Ansteckung zu schützen.

Mythos 11: „Wenn man die Luft anhält, erkennt man, ob man infiziert ist.“

Dieser Selbsttest verbreitete sich vor allem über WhatsApp und ist gefährlicher Unsinn: Luftanhalten als Selbstdiagnose ersetzt keinesfalls eine ärztliche Untersuchung und sagt nichts über eine Infektion aus. Nur mit einem PCR-Test oder durch einen korrekt durchgeführten Schnelltest lässt sich feststellen, ob jemand erkrankt ist oder nicht.

Mythos 12: „Chlordioxid heilt Infektionen mit dem Coronavirus.“ 

Das ist eine Falschmeldung, die wirklich gesundheitsschädlich ist: Chlordioxid ist giftig und ätzend – es sollte keinesfalls getrunken werden und hat keine heilende Wirkung.

Mythos 13: „Jeden Morgen ein Teelöffel Kokosöl auf der Zunge zergehen lassen, verhindert eine Infektion.“ 

Nein, dafür gibt es keinerlei wissenschaftliche Beweise.

Mythos 14: „Das Coronavirus stirbt bei 26 bis 27 Grad ab.“

Das ist falsch. Könnte das Virus bei diesen Temperaturen nicht überleben, würde es im menschlichen Körper absterben. Die Weltgesundheitsorganisation hat diesem Gerücht widersprochen und gleich mit einer anderen Falschmeldung aufgeräumt, die das Wetter betrifft: Auch Kälte und Schnee töten das Coronavirus nicht ab.

Gemeinsam gegen Falschmeldungen

Alice Echtermann ist stellvertretende Leiterin des Faktencheck-Teams von Correctiv, einem gemeinnützigen Recherchezentrum mit Sitz in Berlin und Essen, und hat schon viele Falschmeldungen widerlegt. „Wir haben im Frühjahr 2020 einen starken Anstieg der irreführenden Informationen zum Coronavirus gesehen, der bis heute andauert.“ Desinformationen folgen meistens auf aktuelle Nachrichtenlagen, die große Aufmerksamkeit bekommen, weiß die Journalistin: „Wenn die Menschen etwas sehr beschäftigt, werden auch viele Falschinformationen verbreitet.“

Echtermann und ihre Kollegen von Correctiv haben eine eigene Internetseite eingerichtet, um Falschmeldungen zur Corona-Pandemie mit Hilfe der Bevölkerung aufzudecken. „Jeder kann verdächtige Behauptungen melden“, heißt es auf der Webseite. „Unser Team sichtet die Einreichungen, bewertet sie und veröffentlicht gegebenenfalls Faktenchecks.“ Vor allem aber nehmen die Faktenchecker von Correctiv Behauptungen genau unter die Lupe, die im Netz oder in Messenger-Diensten kursieren und entlarven täglich mehrere Falschmeldungen zum Coronavirus.

Nicht weiterleiten, nicht alles glauben: Was Sie selbst tun können

Ägypten drohte schon im Frühjahr 2020 denjenigen, die in sozialen Netzwerken Falschmeldungen und Gerüchte über das Coronavirus verbreiten, mit Geldstrafen. Facebook, Twitter und YouTube versuchen die Profile herauszufiltern, die Fake News verbreiten, und sperren sie – zumindest für eine Zeit lang. Wer sich nicht auf andere verlassen möchte, hinterfragt am besten selbst jede Nachricht kritisch: Kann die geteilte Information so wirklich stimmen? Können Kinder wirklich durch einen Mund-Nase-Schutz sterben, wenn ihnen dieser bei einer Krebserkrankung oder einer Immunschwäche seit Jahrzehnten hilft? Könnte Luftanhalten tatsächlich die Diagnose eines Arztes ersetzen? Meistens lautet die Antwort: Nein, das kann so nicht sein. 

Wer den Verdacht hat, dass er beispielsweise über WhatsApp oder Telegram Fake News erhalten hat, sollte vor allem eins tun: sie nicht weiterverbreiten. Hilfreich sind zudem folgende Maßnahmen:

  • Suchen Sie nach weiteren Quellen für diese Nachricht – für seriöse Informationen gibt es nie nur eine Quelle. Zahlreiche Fake News hat kurz und leicht verständlich etwa factsforfriends.de entschärft.
  • Weisen Sie den Absender sachlich auf seine eventuelle Falschinformation hin und fragen Sie nach seiner Quelle.
  • Bei unbekannten Absendern können Sie den Messenger-Dienst oder Social-Media-Anbieter auf die Fake News hinweisen und damit eventuell erreichen, dass der Inhalt gelöscht oder zumindest mit einem Warnhinweis versehen wird.
  • Informieren Sie sich ansonsten gerade in diesen Zeiten nur bei seriösen Quellen – und vertrauen Sie diesen dann auch. Korrekte Informationen zur Corona-Pandemie, auf die Sie zählen können, finden Sie beispielsweise auf der Seite des Robert Koch-Instituts, beim Bundesministerium für Gesundheit, beim Paul-Ehrlich-Institut, bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung oder den Gesundheitsämtern. Wir haben zudem eine kostenlose Info-Hotline eingerichtet, unter der wir rund um die Uhr für Ihre Fragen zur Corona-Pandemie zur Verfügung stehen. Rufen Sie uns gern an, wenn Sie unsicher sind: 0800 84 84 111

 

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