Coronavirus

Weihnachten in Zeiten von Corona: Wie können wir die Feiertage gut überstehen?

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Barmer Internetredaktion

Zur Person

Diplom-Psychologin Judith Behmer, rheingold Institut

Alltags-Expertin und Diplom-Psychologin Judith Behmer ist Markt- und Kulturforscherin beim rheingold Institut. Für die Barmer hat sie wichtige Studien geleitet, beispielsweise 2018 zu den „Lebensrezepten“ der Menschen – denn wir alle haben unsere manchmal auch unbewussten Rezepte, um gesund zu bleiben. Außerdem betreut sie die Versicherten-CommunityChangemaker“ der Barmer, die unsere innovativen Prozesse unterstützt. Im Interview gibt sie uns Aufschluss darüber, was das diesjährige Weihnachten vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie mit uns macht und wie wir die Feiertage in diesem Jahr gut bewältigen können, auch wenn viele vertraute Traditionen ausfallen müssen.

Frau Behmer, in diesem Jahr sehen wir einem sehr speziellen Weihnachten entgegen. Wie sehen Sie das mit der psychologischen Brille?

Judith Behmer: In der Tat stellt Corona die Logik der Feiertage in diesem Jahr völlig auf den Kopf. Üblicherweise geraten wir in der angeblich so besinnlichen Adventszeit ja völlig in Stress, jagen Geschenke, arbeiten To-Do-Listen ab und hasten von Glühweinbude zu Glühweinbude. Weihnachten kehrt dann ganz plötzlich Ruhe ein und wir genießen den Wechsel von der betriebsamen Anspannung zur plötzlichen Entspannung. Es ist auch dieser Kontrast, der Weihnachten so attraktiv macht. Doch durch das vorweihnachtliche Ausgebremst-Sein und die von außen auferlegte Zwangsbesinnung werden wir dieses Jahr den Kontrast nicht so intensiv auskosten und genießen können.

Judith Behmer


Das klingt doch eigentlich nach einer frohen Botschaft – ein Weihnachtsfest ohne Stress. Haben wir uns danach nicht immer gesehnt?

Judith Behmer: Erfüllte Wünsche sind nicht immer eine Erfüllung. Auch wenn wir uns nach Ruhe und Entschleunigung sehnen, auf Dauer ist Nichtstun psychologisch schwer zu ertragen. Menschen wollen auch tätig sein und suchen Handlungsimpulse. Nicht umsonst haben sich die Menschen im ersten Lockdown die Zeit so aktiv wie möglich vertrieben. Backen, kochen, gärtnern, heimwerken – all das hatte Konjunktur, weil wir im Handeln Wege aus der Ohnmacht suchen.

Was heißt das konkret für die Feiertage?

Judith Behmer: Um die Tage in diesem besonderen Jahr gut zu bewältigen, sollten wir unsere alten Weihnachtsroutinen anpassen. Während wir sonst erschöpft unter dem Baum saßen, darf es diesmal ein bisschen mehr Bewegung und Aktivität sein – das hebt auch die Stimmung in der Familie. Beim Essen darf es hingegen ruhig ein bisschen weniger sein, schließlich haben wir uns die Weihnachtskilos vielleicht schon im Lockdown zugelegt.

Steht Weihnachten denn diesmal unter einem schlechten Stern, geprägt von Ansteckungsangst und Lockdown-Trübsinn?

Judith Behmer: Psychologisch funktioniert es genau andersrum: Wir wertschätzen Dinge besonders, wenn sie nicht grenzenlos verfügbar sind. Ich glaube daher, dass es in vielen Familien ein besonders schönes Weihnachten geben wird. Materielles wird nicht so im Mittelpunkt stehen, mehr die Achtsamkeit und Wertschätzung des Lebens und der Gesundheit. Das Motto wird sein: Hauptsache, wir sind, wenn auch mit entsprechendem Abstand, zusammen und gesund!
 

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Webcode: a006148 Letzte Aktualisierung: 03.12.2020
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