Corona-Lotse

„Wir helfen Menschen, die durch Corona besonders gefährdet sind“

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Eine Frau mit Smartphone

Mit dem neuen Angebot des Corona-Lotsen wendet sich die BARMER gezielt an Risikogruppen und bietet ihnen bei den aktuell drängenden Fragen Hilfe an: Was kann ich momentan noch selbst erledigen? Was ist, wenn ich zum Arzt muss oder dringend Medikamente brauche? Und wer hilft mir im Haushalt oder bei der Pflege, wenn Angehörige Abstand halten müssen und mich nicht mehr besuchen können? In diesen Fällen bietet die telefonische Beratung des Corona-Lotsen praktische Tipps. BARMER-Mitarbeiter Jens Werner erklärt, wie er Risikopatienten im Alltag begleitet und warum ein professionelles Versorgungsmanagement gerade in diesen Zeiten so wichtig ist.

Corona-Lotse Jens Werner

Warum kümmert sich die Barmer gezielt um Risikopatienten?

Jens Werner: Wir helfen Menschen, die durch die Coronavirus-Pandemie einem besonders hohen Gesundheitsrisiko ausgesetzt sind. Bei den rund 100.000 Versicherten, die wir im Rahmen unseres Programms beraten, handelt es sich vor allem um ältere, pflegebedürftige Menschen, Personen mit Herz- oder Lungenerkrankungen sowie chronische Patienten, bei denen eine Erkrankung mit COVID-19 einen schweren Verlauf nehmen kann. Wir wollen die Versicherten aber auch deren Angehörige für die Hygieneregeln sensibilisieren und ihnen damit bewusstmachen, wie sie sich schützen und eine Infektion vermeiden können.

Auf welchem Weg kontaktieren Sie die Menschen?

Jens Werner: Wir rufen die Versicherten ganz einfach an und hoffen, sie tagsüber ans Telefon zu bekommen. Das klappt natürlich nicht immer. Teilweise sprechen wir dann mit Angehörigen oder Betreuern und hören nach, wie die Betroffenen im Alltag zurechtkommen, was wie organisiert ist und ob es irgendwelche Probleme gibt. Dabei kommen wir immer sehr schnell ins Gespräch und erfahren, wo der Schuh drückt. Viele Risikopatienten sind sich zum Beispiel unsicher, wie lange ein Rezept gültig ist und ob sie noch zur Krankengymnastik oder Fußpflege gehen dürfen. Sehr aktuell ist momentan auch die Frage, wo es Schutzmasken gibt?

Wie helfen Sie im konkreten Fall weiter?

Jens Werner: Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Zum Beispiel fragen wir bei Arztpraxen oder Pflegediensten nach, wenn es Schwierigkeiten gibt, die Versorgung zu organisieren. Viele Arztpraxen haben sich speziell auf Risikopatienten ausgerichtet und bieten gesonderte Sprechzeiten an, sodass diese keinen Kontakt zu anderen Patienten haben und direkt ins Behandlungszimmer durchgelassen werden. Viele Betroffene machen sich auch Gedanken, wie die Situation in den kommenden Wochen oder Monaten weitergeht. Sie möchten wissen, ob sie dieses Jahr noch ihre Behandlung oder Reha bekommen. Manchmal können wir im Gespräch keine direkte Antwort darauf geben und müssen empfehlen, nochmals mit dem Arzt oder der Ärztin zu sprechen. Auch ein solcher Tipp kann für die Betroffenen eine Hilfe sein.

Wie kommt das Angebot bei Ihren Versicherten an?

Jens Werner: Die Menschen sind wirklich dankbar, wenn wir sie anrufen. Sie freuen sich, dass sich die BARMER um sie kümmert und nachfragt, wie sie mit der aktuellen Situation zurechtkommen. Die Angehörigen, mit denen wir sprechen, sind meist recht gut informiert. Aber häufig sind wir auch Seelentröster. Viele, die allein leben, sind erleichtert, wenn sie uns ihr Herz ausschütten können. Im Telefonat kommen dann oft der aufgestaute Frust und die vorhandenen Ängste hoch, etwa weil der Sohn in Frankreich wohnt und wegen Corona nicht mehr über die Grenze darf. Trotzdem sind die Angerufenen für unsere konkreten Tipps und Hinweise immer sehr dankbar.

Was sind die momentan größten Sorgen der Betroffenen?

Jens Werner: Ab Mitte März wurde beispielweise vielerorts die Tagespflege eingestellt und dadurch ist bei vielen Pflegebedürftigen die Unterstützung weggebrochen. Viele Familien standen plötzlich vor der schwierigen Lage, eine neue Betreuung zu finden. In einem Telefonat hat mir eine Tochter berichtet, dass sie sich deswegen vom Arbeitgeber freistellen lassen musste und unbezahlten Urlaub genommen hat. Das sind natürlich Notlagen, die auch mental sehr stark belasten. Deshalb war die Versicherte echt glücklich, dass ich ihr Möglichkeiten aufzeigen konnte, wie sie durch Pflegezeit ihre Beiträge für die Rentenversicherung sichern kann. Darüber war sie vorher einfach nicht informiert.

Hier lesen Sie weitere Tipps, wie sich Risikopatienten vor einer Infektion schützen können.

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Webcode: a005412 Letzte Aktualisierung: 09.06.2020
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