Ein Mann leidet beim Joggen unter einer Sportverletzung.
Bewegung & Fitness

So reduzieren Sie das Risiko für Sportverletzungen

Lesedauer unter 4 Minuten

Autor

  • Barmer Internetredaktion

Qualitätssicherung

  • Gabriel Fröhlke (Diplom-Sportwissenschaftler)

Regelmäßig Sport treiben hält fit, macht gute Laune und fördert die Gesundheit. Gleichzeitig haben Sportlerinnen und Sportler aber auch immer ein gewisses Verletzungsrisiko. Verstauchungen, Zerrungen, Schwellungen, Prellungen und Co.: Von 23 Millionen sportlich Aktiven verletzen sich 1,25 Millionen Menschen so stark, dass sie eine ärztliche Behandlung brauchen. Dabei können viele Unfälle und starke Schmerzen durch entsprechende Vorsichtsmaßnahmen vermieden werden. Wie kann man Verstauchungen, Zerrungen, Schwellungen, Knochenbrüchen und anderen akuten Sportverletzungen vorbeugen? Welche Sportarten haben das höchste Verletzungsrisiko? Und welche Ursachen gibt es?

Sportarten mit den meisten Verletzungen

Je nach Sportart treten Verletzungen unterschiedlich oft auf. Studien haben ergeben, dass die drei Sportarten mit den häufigsten Verletzungen Fußball, Handball und Basketball sind. Folglich birgt der Ballsport grundsätzlich die größte Verletzungsgefahr. Im nicht organisierten Sport ereignen sich die häufigsten Sportverletzungen im Fußball, beim Skilaufen und Inlineskaten. Auch im Schulsport kommt es am häufigsten beim Fußball zu Verletzungen, gefolgt von Basketball und Turnen. Im Vereinssport hingegen ereignen sich die häufigsten Sportverletzungen neben dem Fußball beim Handball und Volleyball. Insgesamt kommt es im organisierten Sport wie in Wettkämpfen und im Vereinssport doppelt so häufig zu Verletzungen wie im nicht organisierten Sport, so etwa auch beim Training. Folglich erleiden Leistungssportler häufiger Sportverletzungen als Hobby- und Freizeitsportler.

Zerrung, Verstauchung, Prellung und Co.: typische Sportverletzungen

Zu den typischen Sportverletzungen gehören Zerrungen, Prellungen, Schwellungen, Verstauchungen, Verrenkungen und Knochenbrüche. Auch Muskel-, Sehnen- und Bandverletzungen wie etwa ein Achillessehnenriss gehören zu den Hauptsportverletzungen. So ist beispielsweise eine typische Sportverletzung beim Fußballspielen der Kreuzbandriss. Beim Inlineskaten kommt es wiederum häufig zu Unterarmbrüchen. Bei anderen Sportarten, in denen eine Körperpartie besonders beansprucht wird, wie etwa beim Tennis, sind Belastungsschäden typisch.

Ursachen von Sportverletzungen

Während der sportlichen Aktivität kann unser Körper auf verschiedene Art und Weise in Mitleidenschaft gezogen werden und es können Schmerzen entstehen. Dabei unterscheidet man endogene und exogene Sportverletzungen. Endogene Verletzungen sind solche, die ohne Fremdeinwirkung auftreten, wie beispielsweise durch Überlastung und Fehlbeanspruchung der jeweiligen Körperpartien. Exogene Verletzungen hingegen kommen zum Beispiel innerhalb sportlicher Wettkämpfe durch den Gegner zustande, wie etwa beim Boxkampf oder Fußball. Um Sportverletzungen zu vermeiden, ist es daher zunächst wichtig zu wissen, was die häufigsten Ursachen von Sportverletzungen sind, damit Sie entsprechende vorbeugende Maßnahmen ergreifen können. 

Mögliche Ursachen chronischer Überlastung und Fehlbeanspruchung:

  • Zu hohe Belastung durch falschen Ehrgeiz oder Unwissenheit
  • Zu kurze Regenerationszeit und mangelnde Erholung
  • Falsche Gestaltung des Trainings (z. B. Überdehnung, zu viele Wiederholungen, zu schwere Gewichte)
  • Ungeeignete Ausrüstung (z. B. falsche Sportschuhe)
  • Sport trotz Krankheit/Medikamenteneinnahme

Eine der Hauptursachen für Verletzungen bei sportlicher Betätigung sowohl bei Leistungs- als auch bei Freizeitsportlern ist die Fehleinschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit. Der eigene Körper ist der beste Indikator dafür, was Ihnen beim Sport guttut und wann er zu sehr beansprucht wurde. Gesundheitsfördernder Sport benötigt Zeit zur Regeneration, um neue Energie zu tanken und um die Leistungsfähigkeit zu steigern. Durch Unachtsamkeit und falsche oder zu hohe Zielsetzungen kommt es letztendlich auch häufig zu Sportunfällen. 

Ursachen für Sportunfälle:

  • Stress ist einer der häufigsten Gründe für Verletzungen, Stürze und Umknicken bei Sportlerinnen und Sportlern.
  • Konzentrationsmangel
  • Überschätzung
  • Zu schneller Wiedereinstieg in den Sport nach Verletzungen
  • Fremdverschulden (Vereins- und Kontaktsport, z. B. Foulspiel beim Fußball)

Prävention: Wie kann man Sportverletzungen vermeiden?

Natürlich kommt es beim Sport immer wieder zu Unfällen, die sich nur schwer vermeiden lassen. Aber auch Sie selbst haben es in der Hand, Sportverletzungen proaktiv vorzubeugen. Die aller wichtigste Maßnahme, um Sportverletzungen zu vermeiden, ist das Aufwärmen vor dem Sport.

Wenn Sie Ihre Muskeln so sehr dehnen, bis es schmerzt, kommt es zu einer Überlastung der Bänder und Gelenke, wodurch sich das Risiko von Sportverletzungen erhöht. Außerdem kann übermäßiges Dehnen die Leistungsfähigkeit beim Sport verringern, da sich die gedehnten Muskeln aufgrund der Belastung beim anschließenden Training nicht so schnell und kräftig zusammenziehen lassen. Setzen Sie beim Aufwärmen lieber auf dynamisches Dehnen: Schwungvolle Bewegungen, bei denen der Fokus auf der Mobilisierung des gesamten Körpers liegt und weniger auf den einzelnen Muskeln – wie beim Springen und Federn.

Allgemeine dynamische Warm-up-Übungen für das Training sind zum Beispiel einfaches Laufen auf der Stelle, lockeres Traben, Hampelmänner, Seilspringen oder große Ausfallschritte. Führen Sie die Übungen so aus, dass Sie danach nicht erschöpft sind. Für mehr Abwechslung können Sie den Ablauf variieren. Und falls es trotz aller Vorsicht zu einer Sportverletzung kommt, finden Sie in unserem Themen-Special Unfälle und Verletzungen hilfreiche Tipps und weitere Informationen zu Erste-Hilfe-Maßnahmen.

Sport hält fit und gesund, birgt gleichzeitig aber auch gewisse Gefahren. Wenn Ihnen Ihre Gesundheit am Herzen liegt, sollten Sie immer auf Ihren Körper hören und achtsam Sport treiben. Sollten Sie dennoch eine Verletzung erleiden, ist es wichtig, sich direkt in ärztliche Behandlung zu begeben.

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