Ein junges Paar mit Hula Hoop Reifen in einem Park
Bewegung und Fitness

Hula Hoop: Wie effektiv ist der Fitness-Trend?

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Redaktion

  • Barmer Internetredaktion

Qualitätssicherung

  • Robin Becker (BSc Sportwissenschaft, MA Sportmanagement, BARMER)

Gerade schwingen wieder viele Kinder und auch immer mehr Erwachsene einen Reifen um ihre Hüften – Hula Hoop ist voll im Trend. Und das nicht zum ersten Mal: Seit knapp 65 Jahren gibt es die bunten Reifen schon, ihr Erfolgsrezept hat sich seitdem kaum verändert. Zum einen muss man keine Sportskanone sein, um damit coole Kunststücke hinzubekommen – das zeigen die unzähligen Videos im Netz. Zum anderen macht das Hoopen oder Hullern mit Musik unglaublich viel Spaß und ist obendrein gesund: Es stärkt die Muskulatur und die Koordination, hilft beim Abnehmen und kann außerdem psychischen Krankheiten vorbeugen. Viele Gründe also, mit Hula Hoop anzufangen!

Was ist Hula Hoop überhaupt und woher kommt es?

Die ersten Hula Hoops wurden in den 1950er Jahren in in den USA gefertigt. Der Begriff kommt von Hula (ein hawaiianischer Tanz) und Hoop (Englisch für Reifen). Der Reifen legte einen Raketenstart hin: In weniger als vier Monaten wurden 25 Millionen Stück verkauft.

Wie effektiv ist Hula Hoop als Fitness-Training?

Hula Hoop wirkt wie Tanzsport: Wenn man etwas Durchhaltevermögen beweist, kommt man richtig ins Schwitzen. Wie viel Kalorien man dabei verbrennt und wie sehr man die Muskeln trainiert, hängt von der Intensität und Dauer des Trainings ebenso ab wie von Körpergröße, Gewicht und Alter. Eine 1,70 Meter große und 60 Kilogramm schwere 26-jährige Frau verbraucht zum Beispiel bei einem halbstündigen Training etwa 150 Kilokalorien. Nicht so viel wie bei anderen Sportarten, dennoch ist Hula Hoop ein gutes Training.

Gestärkt werden vor allem Rumpf- und Rückenmuskulatur, aber auch Gesäß- und Oberschenkelmuskeln sowie der Beckenboden. Damit der Reifen kreist, muss man die Bauchmuskeln stark anspannen. So wird der Bauch auf Dauer muskulöser, der Rücken kräftiger. Beides beugt Rückenschmerzen und Nackenverspannungen vor.

Das Verletzungsrisiko ist grundsätzlich sehr gering. Orthopäden warnen jedoch, dass durch das Kreisen der Hüften auch Bandscheibenschäden und Muskelzerrungen entstehen können, sofern sich vorher nicht aufgewärmt wird. Daher: Am besten ein leichtes Aufwärmprogramm machen, zum Beispiel auf der Stelle tanzen, joggen oder ein paar Hampelmänner hinlegen und sich dann langsam einschwingen.

Schwangere, Menschen mit frischen Narben oder frischem Gelenkersatz sollten auf ein Hoola-Hoop-Training verzichten.

Das Hüftenkreise regt den Stoffwechsel an und fördert die Durchblutung der Haut. Die inneren Organe werden massiert, sodass Verdauung und Fettverbrennung angeregt werden.

Hula Hoop soll sogar positive Wirkung auf die Psyche und bei der Behandlung psychischer Krankheiten haben. Hoopdance etwa wirkt sich positiv auf das Selbstwertgefühl aus und verbessert das Körpergefühl.

Für wen eignet sich Hula Hoop?

Den Trendsport Hula Hoop kann nahezu jeder machen – egal ob jung oder älter, sportlich oder etwas fülliger. Im Netz gibt es tolle Videos von Menschen, die nicht wie typische Athleten aussehen und krasse Hula Hoop-Moves draufhaben. Das ist ja gerade das Schöne: Man kann mit einem günstigen Reifen ohne Vorkenntnisse anfangen – und wird trotzdem schnell besser. Viel Platz, teures Equipment oder Kurse braucht es nicht. Die Bewegung macht sofort gute Laune, vor allem, wenn man sie mit Musik kombiniert. Und das Ganze hilft auch noch beim Abnehmen.

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Wie oft und wie lange sollte man mit dem Hula Hoop Sport machen?

Wer nachweisbare Effekte sehen möchte, sollte mehrfach in der Woche für eine Viertelstunde trainieren und sich nach und nach auf eine halbe Stunde steigern. Wenn man das durchhält, kommt man richtig ins Schwitzen – ähnlich wie bei einem Salsa- oder Hip-Hop-Training. Als Einsteiger sollte das Pensum in jedem Fall behutsam gesteigert und stets an das individuelle Leistungsniveau angepasst werden, um Überbelastungen zu vermeiden.

Drei gute Fitness-Übungen mit dem Hula Hoop-Reifen

  • Links, rechts, langsam, schnell: Den Reifen immer mal wieder in die entgegengesetzte Richtung kreisen lassen, mal langsamer, mal schneller.
  • Straffe Oberschenkel, knackiger Po: Aufrecht hinstellen und mit dem rechten Bein einen Schritt nach vorne machen, leicht anwinkeln. Das linke Bein ist angespannt und nach hinten gestreckt, der Fuß steht auf dem Boden. Nun den Reifen kreisen lassen und die Arme nach oben strecken. Solange durchhalten wie möglich.
  • Hula-Squats: Beim Reifenschwingen leicht in die Hocke gehen und wieder hochkommen. Oder mal einen Ausfallschritt nach vorne oder hinten versuchen. Aber immer weiterschwingen!

Tipps für Anfänger: So lernt man am schnellsten Hula Hoop

Hilfreich sind enge Kleidung – zum Beispiel eine Gymnastikhose und ein eng anliegendes T-Shirt – und Sportschuhe. Man kann aber auch barfuß auf einer Yogamatte üben. Hauptsache, der Untergrund ist nicht rutschig. Zu etwas schnellerer Musik kann man dann loslegen: Für die ersten Moves gibt es viele hervorragende YouTube-Videos die zeigen, wie der Reifen oben bleibt. Das gelingt so:

  • Der Reifen liegt an der Taille, man drückt ihn etwas stärker mit beiden Händen zusammen.
  • Die Füße stehen in Schrittstellung, etwa 30 cm auseinander. Der Bauch ist angespannt.
  • Dann löst man eine Hand, die andere drückt den Reifen um die Hüften. Dabei wippt man leicht (keine großen Bewegungen!) von einem Fuß auf den anderen. Die Hüften kreisen anfangs nicht, die kleine Wippbewegung der Beine genügt, um den Reifen anzutreiben.

Wer später spektakulärere Moves lernen möchte, kann sich in einem Fitnessstudio oder einer Tanzschule anmelden, die Hula Hoop anbietet. Außerdem gibt es spezielle Hula Hoop-Studios.

Welchen Reifen braucht man für Hula Hoop-Fitness?

Es gilt die Faustregel: Je größer der Durchmesser des Reifens, desto einfacher ist der Einstieg für Anfängerinnen und Anfänger. Die meisten professionelleren Reifen bestehen aus Polyethylen-Kunststoff und sind mit buntem, glitzerndem Gaffa-Tape umwickelt. Anfangs ist das Üben mit einem schwereren Reifen leichter. Es gibt sie schon ab etwa 15 Euro im Sportgeschäft, Spielwarenhandel oder im Internet.

Inzwischen gibt es sogar Reifen mit Noppen und Magneten. Sie sollen Problemzonen am Körper beim Schwingen massieren und Fettpölsterchen reduzieren. Die Magnete sollen das Magnetfeld des Körpers beeinflussen und den Stoffwechsel ankurbeln. Ob das funktioniert und eine nennenswerte Wirkung hat, ist wissenschaftlich nicht belegt.

Wie lange dauert es, bis man Hula Hoop kann?

Anfangs fällt der Reifen oft zu Boden, ein bisschen Durchhaltevermögen braucht es also schon. Doch wer dranbleibt und mehrfach in der Woche übt, wird schnell besser. Gute Hula Hooper, wie man sie etwa im Zirkus bestaunen kann, üben jeden Tag mehrere Stunden. Doch auch mit weniger Zeitaufwand kann man den Glitzerreifen für ein sportliches Workout nutzen, in dem Elemente aus Aerobic, Yoga, Tanz und Bodyworkout kombiniert werden.

Beim Hoopdance, einem Tanzsport, umkreist der Reifen verschiedene Körperteile wie Hüfte, Beine, Füße, Arme, Hände oder Schultern. Der Reifen wird gekreist, geworfen oder gefangen. Dabei gibt es sogenannte On-Body-Tricks (also Hoopen mit der Hüfte) und Off-Body-Tricks (Kreisen mit den Armen).

Warum ist Hula Hoop Kult?

Wie viele Hula Hoop-Reifen in den knapp 65 Jahre nach ihrer Erfindung verkauft wurden, ist nicht bekannt. In vielen Haushalten gibt es mindestens einen. Manchmal verschwinden die Reifen in der Ecke, dann werden sie wieder begeistert hervorgeholt. So wie im Moment: Gerade ist der Kunststoffreifen, der oft mit glitzernden Folien umwickelt wird, wieder total im Trend. Kinder und Erwachsene erfinden zahlreiche Kunststücke, es gibt Hula Hoop-Kurse in Fitnessstudios und Video-Tutorials im Internet.

Kein Wunder, dass ein Weltrekord den nächsten jagt: In Thailand kreisten 4.483 Menschen gleichzeitig sieben Minuten lang die Hüften , der Österreicher Roman Schedler schwang einen Hula Hoop mit zehn Metern Durchmesser und Andrea Hulamyhoop schwang den Reifen 400 Mal in drei Minuten um ihren Po.

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