Allergie

Was sind die Ursachen und Risikofaktoren bei einer Allergie?

Lesedauer unter 3 Minuten

Autor

  • Barmer Internetredaktion

Qualitätssicherung

  • Dr. med. Utta Petzold (Dermatologin & Allergologin bei der Barmer)
Inhaltsverzeichnis

Die Neigung zu einer Allergie (Atopie) ist häufig vererbt: „Ob aus einer genetischen Neigung aber tatsächlich eine Allergie wird, hängt von Umwelteinflüssen ab“, erklärt Allergologin Prof. Dr. Eva Untersmayr-Elsenhuber von der Medizinischen Universität Wien. „Dies können Faktoren wie Luftverschmutzung und Zigarettenrauch sein, die Allergien und Folgeerkrankungen wie Asthma begünstigen. Immer mehr spielt auch der Lebensstil eine Rolle: Übergewicht, eine ungesunde Ernährung, Essgewohnheiten aus anderen Ländern.“

Können Allergien vererbt werden? 

Die Wissenschaft kennt circa 150 Genvarianten, die Allergien begünstigen können. In Kombination mit Umweltschadstoffen, Pollen, einem geschwächten Immunsystem oder belasteten Wohnräumen können bei genetisch vorbelasteten Menschen allergische Reaktionen auftreten. Das Risiko, eine Allergie zu entwickeln, steigt bei Kindern auf etwa 30 Prozent, wenn eines der Elternteile unter einer Allergie leidet. Sind beide Elternteile Allergiker, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit sogar auf 50 bis 60 Prozent. Bei Mädchen steigt das Risiko, wenn die Mutter Allergikerin ist, bei Jungen, wenn der Vater allergische Reaktionen zeigt.

Welche Rolle spielen Umweltfaktoren bei der Entstehung von Allergien?

Es gibt immer weniger naturbelassene Lebensräume. Die meisten Menschen leben heute in Ballungsgebieten und sind so ständig Belastungen ausgesetzt, die das Immunsystem überfordern und Allergien hervorrufen können, zum Beispiel durch:

  • Luftverschmutzung (Auto- und Industrieabgase)
  • Belastung des Wohnraumes (z.B. Tabakrauch) oder chemische Stoffe im Haushalt
  • Chemikalien im Beruf 
  • Ernährung (bestimmte Lebensmittel)

Häufig wird behauptet, dass sich mit einer bestimmten Ernährung Allergien vorbeugen lässt. Dies ist jedoch umstritten – wissenschaftliche Belege gibt es lediglich bei Babys: Füttert man ihnen noch vor dem sechsten Lebensmonat Brei mit verschiedenen Getreidesorten, sinkt das Risiko für eine Glutenunverträglichkeit deutlich. Auch die Verträglichkeit von Fisch steigt deutlich, wenn man ab dem vierten Monat Fisch zufüttert. Eine natürliche Geburt und Stillen beugt atopischen Erkrankungen wie Heuschnupfen und Neurodermitis vor.

Können Infektionen die Entstehung einer Allergie begünstigen? 

Infektionen (wie Infekte der Bronchien) scheinen einen gewissen Einfluss auf die Entstehung und den Verlauf allergischer Erkrankungen zu haben ­– vor allem im Kindesalter. Allerdings sind je nach Allergie die verantwortlichen Mechanismen sehr unterschiedlich und sind wissenschaftlich noch nicht umfassend erforscht.

Welchen Einfluss haben psychische Faktoren bei der Entstehung einer Allergie?

Seelischer und körperlicher Stress kann vermutlich eine Allergie begünstigen. So wurde beobachtet, dass familiäre oder beruflich bedingte Stresszustände Krankheitsschübe auslösen. Probleme in der Familie, Ärger im Beruf oder Erschöpfung verschlechtern bei Allergikern den Hautzustand (Neurodermitis) oder die Symptome des Asthmas. Es gibt sogar Hinweise dafür, dass sich das Risiko für Kinder erhöht, eine Allergie zu entwickeln, wenn ihre Mutter in der Schwangerschaft Stresssituationen erlebte.

Kann die Ernährung eine Rolle bei der Entstehung einer Allergie spielen? 

Die Ernährung spielt eine wichtige Rolle bei der Entwicklung allergischer Erkrankungen – vor allem bei Nahrungsmittel- und Kreuzallergien. So fanden chinesische Forscher heraus, dass das regelmäßige Essen von Fast Food beispielsweise Heuschnupfen oder Neurodermitis  entstehen lassen kann. Kinder mit Übergewicht leiden zudem häufiger unter Asthma.

Auf der anderen Seite wird der Einfluss der Ernährung auf Allergien jedoch oft auch überschätzt: Dass bestimmte Lebensmittel eine Allergie noch zusätzlich befeuern, wurde bisher nicht bewiesen – lediglich bei Lebensmittelallergien ist das natürlich der Fall. Vorbeugende Ernährungseinschränkungen sind daher nicht nötig. Grundsätzlich sollten keine Nahrungsmittel zur Allergievorbeugung gemieden werden – abgesehen von Lebensmitteln, die der Allergiker nachweislich nicht verträgt.


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