Allergie

Nahrungsmittel: Was ist der Unterschied zwischen Allergie und Unverträglichkeit?

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Verschiedene Lebensmittel liegen auf einem Tisch

Autor

  • Barmer Internetredaktion

Qualitätssicherung

  • Dr. med. Utta Petzold (Dermatologin & Allergologin bei der Barmer)
Inhaltsverzeichnis

Auch wenn sich die Beschwerden ähneln, unterscheiden sich Allergien auf Nahrungsmittel und Unverträglichkeiten grundlegend. Bei einer Allergie gibt es keine sogenannte „Dosis-Wirkungsschwelle“ – der Körper reagiert also nicht bei einer höheren Dosis stärker, sondern kann bereits bei kleinsten Spuren heftige Symptome zeigen. Bei einer Unverträglichkeit hingegen kann der Körper bestimmte Nahrungsmittel nicht verarbeiten. 

Histamin-Intoleranz

Bei einer Histamin-Intoleranz kann der Körper den Stoff, der in Salami, Käse oder Meeresfrüchten vorkommt, nicht ausreichend abbauen. Alkohol hemmt zudem noch das Enzym, das für den Abbau von Histamin im Körper zuständig ist und verschlechtert dadurch die Beschwerdesymptomatik zusätzlich. Ein bis drei Prozent der Deutschen haben dieses Problem – sie reagieren mit Kopfschmerzen, Atemnot, Fließschnupfen, Juckreiz und Quaddel unmittelbar oder bis zu 24 Stunden nach dem Essen.

Die Symptome sind einer Allergie sehr ähnlich – auch die Suche nach der Ursache und die Therapie gleichen sich: Lebensmittel versuchsweise weglassen, Ernährungs- und Symptomtagebuch führen, Provokationstest beim Allergologen, eventuell Blut- und Urinuntersuchungen.

Laktose-Intoleranz

Bei einer Laktose-Intoleranz fehlt im Dünndarm das Enzym Laktase völlig oder in ausreichender Menge. Manchmal funktioniert das körpereigene Enzym auch einfach nicht gut. Daher sorgen Sahne, Molke und Milch für Rumoren im Bauch. Bei Menschen mit dieser Intoleranz bauen Bakterien den Milchzucker erst im Dickdarm ab, dabei kommt es zu Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall.

Die Diagnose stellt der Arzt mittels eines einfachen Atemtests („H2-Atemtest“). Bestätigt sich der Verdacht, sollte man so gut wie möglich auf herkömmliche Milch und Milchprodukte verzichten und lieber laktosefreie Milch trinken. Laktase-Tabletten können das Enzym ersetzen, will man doch einmal ein Glas Milch trinken. Oft ist die Verträglichkeit von laktosefreien Milchprodukten aber besser.

Gluten-Intoleranz (Zöliakie)

Eine Gluten-Intoleranz ist eine Autoimmunerkrankung, unter der ein bis zwei Prozent der deutschen Bevölkerung leiden. Bei ihnen löst das Essen von glutenhaltigem Brot, Kuchen und Müsli eine chronische Darmentzündung aus – Durchfall, Bauchschmerzen und Müdigkeit sind die Folge. Ursache ist das in Weizen, Roggen, Hafer und Gerste enthaltene Klebereiweiß Gluten. Anders als bei einer Laktose-Unverträglichkeit reicht der lockere Verzicht nicht – Zöliakie-Patienten müssen lebenslang eine strikt glutenfreie Diät einhalten, um ihre Darmschleimhaut zu schützen.

Ob es sich um eine Zöliakie handelt, zeigt ein Bluttest auf bestimmte Antikörper. Bei einem positiven Befund entnimmt der Arzt meist Gewebe an der Dünndarmschleimhaut zur genaueren Diagnose.
Achtung: Für Gesunde bringt der Verzicht auf Gluten nichts. Im Gegenteil, er kann sogar das Herz schädigen, da der Körper zu wenig Ballaststoffe bekommt.

Fruktose-Intoleranz / Malabsorption

Jeder dritte Deutsche leidet unter einer Fruktose-Unverträglichkeit. Wenn Fruktose nicht ausreichend über die Dünndarmschleimhaut ins Blut transportiert wird, kann der Körper den Fruchtzucker aus Äpfeln, Birnen und Trauben im Dickdarm verarbeiten. Wenn Bakterien die Fruktose dort zersetzen, entstehen Gase und Säuren, die Blähungen und Bauchkrämpfe verursachen. Auch Durchfall, Übelkeit und Kopfschmerzen kommen vor, meist 30 Minuten bis zwei Stunden nach dem Essen.

Den Beweis für eine Fruktose-Unverträglichkeit liefert ein Atemtest („H2-Atemtest“). Ist dieser positiv, sollte man zunächst komplett auf Obst verzichten. Später kann man langsam austesten, wie viel man von welcher Obstsorte verträgt. Der Fruchtzuckergehalt ist nämlich sehr unterschiedlich, sogar von Apfelsorte zu Apfelsorte und je nach Reifegrad und Herkunftsort des Obstes. Aber auch vielen Fertigprodukten wird mittlerweile Fruktose zugesetzt. Das beansprucht die körpereigenen Verdauungskapazitäten zusätzlich.



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