Allergie

Welche Symptome zeigen sich bei einer Allergie?

Lesedauer unter 6 Minuten

Autor/in

Barmer Internetredaktion

Qualitätssicherung

Dr. med. Utta Petzold (Dermatologin & Allergologin bei der Barmer)
Inhaltsverzeichnis

Reagiert der Körper allergisch auf Nahrungsmittel, auf Material in der Kleidung oder Stoffe in der Umwelt, spielt das Immunsystem des Patienten verrückt. Das körpereigene System, das sämtliche Bakterien und Viren täglich abwehrt, reagiert in diesem Fall übermäßig stark auf eigentlich harmlose Stoffe, die meist keine Erkrankung auslösen. Ein Beispiel ist die Pollenallergie. Auslöser für Allergien nennen Mediziner Allergene. Häufige Auslöser für Überreaktionen des Immunsystems sind: Tierhaare, Bestandteile von Milben, Nahrungsmittel wie Fisch, Hühnereiweiß, Nüsse, Aber auch Medikamente, Kosmetika oder Metalle oder Schimmelpilze. 

Was der Betroffene bei einer Allergie spürt und teils auch an seinem Körper sehen kann, hängt von der Ursache ab. Manche Beschwerden sind leicht und kaum merklich. Manche Symptome aber belasten den Allergiker so sehr, dass sie das Alltagsleben einschränken und die Lebensfreude mindern. Heuschnupfen-Geplagte leiden zum Beispiel im Frühling und Sommer sehr im Freien, Hausstaubmilbenallergiker können nur schwer in Hotelzimmern mit Teppichboden schlafen. Allergische Reaktionen auf Insektenstiche oder Medikamente können sogar lebensbedrohlich werden. Allergie-Symptome zeigen sich an verschiedenen Organen. Sofern es innere Organe sind, können oft erst verschiedene Tests zu einer Diagnose und damit zu den konkreten Allergenen führen. Eine Allergie, die eigentlich eine Reaktion auf etwas ist, zählt medizinisch betrachtet, als Krankheit oder chronische Erkrankung.

Was sind häufige allergische Reaktionen?

Typische Symptome der Atemwege
Da Allergene häufig über die Atemluft in den Körper gelangen, macht sich eine Allergie oft erst in den Atemwegen bemerkbar. Sie ist dann spürbar in der Nase, im Rachenraum, im Hals, auf dem Kehlkopf, in den Bronchien oder aber auch in der Lunge. Beispiel dafür ist der allergische Schnupfen als Reaktion auf Pollen (auch Heuschnupfen genannt) oder Hausstaubmilben.

Nase
• Juckreiz in der Nase
• Allergischer Schnupfen (allergische Rhinitis)
• Verstopfte Nase (auch nur eine Seite)
• Laufende Nase
• Niesanfälle
• Nasenpolypen (gutartige Wucherungen der Nasenschleimhaut)
• Chronische Nasennebenhöhlen-Entzündung (Sinusitis)
• Häufiges Nasenbluten

Mund
• Juckreiz und manchmal Schwellung an Zunge, Schleimhäuten oder den Lippen

• verminderter Geruchs- und Geschmackssinn

Rachen

• Heiserkeit 

• Ständiges Räuspern
• Halsschmerzen und Schluckbeschwerden
• Halsentzündungen
• Schwellungen
• Juckreiz im Rachen / Gaumen / Mundraum

Bronchien und Lunge
• Verschleimte Atemwege
• Atembeschwerden
• Bronchitis
• Hustenreiz bzw. trockener Husten

Entzündungen der Augen

Neben den Nasenschleimhäuten sind auch die Bindehäute der Augen sehr häufig von der Allergie betroffen. Heuschnupfen-Geplagte haben meist auch Probleme mit den Augen.

Symptome einer allergischen Konjunktivitis (Bindehautentzündung):
• Gerötete Augen
• Schwellungen der Augenlider
• Tränende Augen
• Juckende Augen
• Brennende Augen
• Lichtscheu
• Gefühl von trockenen Augen oder Fremdkörpergefühl

Entzündungen der Haut (meist bei Spättyp-Reaktionen)

Die zweithäufigste Stelle, an der sich Allergiesymptome zeigen, ist die Haut. Sie reagiert, wenn allergieauslösende Materialien oder Stoffe wie Metalle oder UV-Strahlen über kürzere oder längere Zeit mit ihr in Kontakt kommen. 

Häufige Symptome auf der Haut:
• Gereizte, gerötete Haut mit ausgefransten, nicht scharfen Rändern
• Hautentzündungen
• Juckender Hautausschlag bzw. Ekzeme (Kontaktekzem)
• Pickel
• Nesselsucht, also Quaddelbildung

Erkrankung von Magen und Darm

Da bestimmte Nahrungsmittel wie Milcheiweiße, Erdnüsse oder Äpfel Allergien auslösen können, kann sich eine Allergie auch auf den Magen und Darm schlagen. Leidet der Allergiker auch unter Heuschnupfen und reagiert auf bestimmte Pollen und Obstsorten, nennt man diese Reaktion Kreuzallergie. 

Symptome im Magen-Darm-Trakt:
• Übelkeit
• Bauchschmerzen und -krämpfe
• Durchfall

Die Beschwerden können sehr schnell auftreten – einige Minuten nach dem Kontakt mit dem Allergen. Bei Medikamenten lässt die Reaktion, je nach Allergietyp, manchmal Stunden, Tage oder sogar Wochen auf sich warten. 

Bestimmte Nahrungsmittel wie Milcheiweiße, Erdnüsse oder Äpfel können Allergien auslösen, deren Reaktion im Magen und Darm-Bereich spürbar ist, etwa in Form von Durchfall. Leidet der Allergiker zusätzlich unter Heuschnupfen und reagiert auf bestimmte Pollen und Obstsorten, nennt man diese Reaktion eine Kreuzallergie..

Milch, Käse, Früchte, Mehl - es gibt Menschen, die auf diese Lebensmittel oder bestimmte Nahrungsbestandteile mit Unverträglichkeit reagieren. Lesen Sie hier, was der Unterschied zwischen Allergie und Unverträglichkeit ist.

Heftige Reaktion: Anaphylaktischer Schock

Eine allergische Reaktion, die zeitgleich an verschiedenen Körperzonen auftritt, ist der anaphylaktische Schock. Dies ist eine sehr heftige Reaktion des Körpers. Sie setzt ein, sobald er in Kontakt mit einem bestimmten Allergen hatte. Mit einem solchen reagieren manche, also nicht alle, Menschen, die zum Beispiel allergisch reagieren auf Nüsse, auf Wespenstiche oder wenn sie Penicillin bekommen.

Ein anaphylaktischer Schock, manche nennen es auch einen allergischen Schock, ist erkennbar an mehreren gleichzeitig auftretenden Körperreaktionen:
• mit juckenden Handflächen und Fußsohlen beginnt die Reaktion
• Quaddeln, juckender Hautausschlag
• Augenlider und Lippen können anschwellen
• Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
• plötzliche Heiserkeit und Atemnot
Bei einem anaphylaktischen Schock ist eine schnelle Hilfe nötig, denn die Betroffenen haben können einen Stillstand im Herz-Kreislauf-System oder Atemstillstand erleiden. Tipp: Sind sie nicht selbst betroffen, aber dabei, wenn jemand einen solchen Schock erleidet, rufen Sie bitte sofort den Notarzt. Schnelle ärztliche Hilfe ist hier wichtig!

Wie findet der Arzt die Ursache der Allergie? 

Wer feststellt, dass er auf bestimmte Materialien, Stoffe, Nahrungsmittel oder ähnliches regelmäßig eine körperliche Reaktion zeigt, sollte einen Termin bei einem Arzt vereinbaren. Allergologen heißen Fachärzte, die hierfür spezialisiert sind. Es können aber auch meist Haut-, HNO-, Lungen- oder Kinderärzte sein, die auf diesem Fachgebiet fiel Expertenwissen haben und daher ihre Patienten testen können. Wichtig ist jedoch, die Anamnese, also, dass der Patient seinem Arzt möglich genau beschreiben kann, in welchen Situationen sein Körper bestimmte Anzeichen einer Erkrankung zeigt. Um Allergien zu ermitteln, gibt es verschiedene Testverfahren. Den Prick-Test, den Epikutantest und den Provokationstest stellen wir Ihnen hier vor.

Allergie-Typen

Die Beschwerden können sehr schnell auftreten – einige Minuten nach dem Kontakt mit dem Allergen. Bei Medikamenten lässt die Reaktion, je nach Allergietyp, manchmal Stunden, Tage oder sogar Wochen auf sich warten. Allergische Symptome zeigen sich nicht unmittelbar. Manchmal reagiert unser Körper auch erst Stunden oder Tage später auf etwas, dass er nicht verträgt oder gut verarbeitet. Ärzte unterteilen die Reaktionen in vier Allergietypen.  

Warum hat man Allergien?

Mit Allergien wird man geboren. Aber nicht alle Körperreaktionen treten immer gleich in der Baby- oder Kleinkindphase auf. Möglich ist, dass eine Allergie sich erst in späteren Lebensjahren äußert. Die genetischen Faktoren dazu sind also im Körper enthalten, meist haben Eltern oder direkte Verwandte eines Betroffenen ähnliche genetische Anlagen für Allergien.

Was hilft bei Symptomen einer Allergie?

Reagieren Immunsystem und Körper empfindlich auf bestimmte Stoffe, also Allergene, gibt es dafür keine Therapie, die zur vollständigen Heilung des Patienten führt. Es gibt jedoch Wege, die Allergie zu mindern. Vereinfacht gesagt: Was hilft, ist: Allergene vermeiden, Antihistaminika, spezifische Immuntherapie.

Wer weiß, worauf er oder sie allergische Körperreaktionen zeigt, kann versuchen, im Alltag den Kontakt mit diesen Allergenen zu vermeiden. Das ist nicht immer einfach und auch hier können Allergologen fachlich weiterhelfen. Wer Antihistaminika regelmäßig einnimmt, kann dafür sorgen, dass die Reaktion seines Immunsystems etwas weniger stark ausfallen. Eine Behandlung in Eigenregie, die zur Heilung führt, ist das jedoch nicht.
Als Therapie, die Sie mit Ihrem Facharzt besprechen, der sie auch durchführt, ist die Immuntherapie. Ziel ist es, langfristig, Histaminika wirken nur für die Zeit der Einnahme, langfristig die starke Immunreaktion zu mindern. Weil es darum geht, den Körper weniger empfindlich, oder sensibel, gegen bestimmte Stoffe zu machen, heißt die Methode dieser Immuntherapie auch Desensibilisierung oder Hyposensibilisierung.


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