Schwanger in der Gastronomie

Hallo !
Ich bin im 6.Monat schwanger und arbeite in der Gastronomie. Darf ich das überhaupt noch? Als ich meinem Arbeitgeber gesagt habe, dass es mir zu anstrengend ist, meinte er, ich soll ein Beschäftigungsverbot von meinem FA besorgen. Greift da kein generelles Beschäftigungsverbot ?
Danke

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BARMER Schwanger in der Gastronomie

Guten Tag Nika,

zunächst möchten wir Ihnen herzlich zu Ihrer Schwangerschaft gratulieren.

Es gibt 2 Arten von Beschäftigungsverboten, das sind das absolute (generelle) und das individuelle Beschäftigungsverbot. Die sich aus dem Mutterschutzgesetz ergebenden absoluten Beschäftigungsverbote gelten unabhängig vom individuellen Gesundheitszustand einer bestimmten Frau und deren körperlicher Verfassung. Für die Prüfung dieser generellen Beschäftigungsverbote ist die Zuständigkeit des Arbeitgebers, oder die der zuständigen Aufsichtsbehörde (je nach Land z.B. das örtlich zuständige Gewerbeaufsichtsamt, Amt für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik usw.) gegeben.

Insbesondere gilt ein generelles Beschäftigungsverbot für werdende Mütter:
- bei Arbeiten, bei denen regelmäßig Lasten von mehr als 5 kg Gewicht oder gelegentlich Lasten von mehr als 10 kg Gewicht ohne mechanische Hilfs-mittel von Hand gehoben, bewegt oder befördert werden,
- nach Ablauf des fünften Monats der Schwangerschaft bei Arbeiten, bei denen sie ständig stehen müssen, soweit diese Beschäftigung täglich vier Stunden überschreitet,
- bei Arbeiten, bei denen sie sich häufig erheblich strecken oder beugen oder bei denen sie dauernd hocken oder sich gebückt halten müssen,
- bei der Bedienung von Geräten und Maschinen aller Art mit hoher Fußbeanspruchung, - die mit dem Schälen von Holz befasst sind,
- bei Arbeiten, bei denen sie infolge ihrer Schwangerschaft in besonderem Maße der Gefahr, an einer Berufskrankheit zu erkranken, ausgesetzt sind oder bei denen durch das Risiko der Entstehung einer Berufskrankheit eine erhöhte Gefährdung für die werdende Mutter oder eine Gefahr für die Leibesfrucht besteht,
- nach Ablauf des dritten Monats der Schwangerschaft auf Beförderungsmitteln,
- bei Arbeiten, bei denen sie erhöhten Unfallgefahren ausgesetzt sind.

Vom individuellen Beschäftigungsverbot nach § 3 Abs. MuSchG während der Schwangerschaft werden die normalen Beschwerden wie z.B. Brechreiz während der ersten drei Monate, Rückenschmerzen sowie die typischen Symptome für eine Gefährdung der Schwangerschaft durch eine drohende Früh- oder Fehlgeburt erfasst. Auch pathologische Sachverhalte wie unstillbares Erbrechen, Kreislauflabilität, Schwangerschaftstoxikosen können ein Beschäftigungsverbot begründen. Danach dürfen werdende Mütter insoweit nicht beschäftigt werden, als nach ärztlichem Zeugnis Leben oder Gesundheit von Mutter oder Kind bei Fortdauer der bisherigen Beschäftigung gefährdet ist. Voraussetzung für dieses individuelle Beschäftigungsverbot ist ein entsprechendes ärztliches Zeugnis. Die Ärztin oder der Arzt muss dabei entscheiden, ob es sich bei den Beschwerden um eine Krankheit handelt. Stellt die Ärztin oder der Arzt Beschwerden fest, die auf der Schwangerschaft beruhen, so hat sie bzw. er zu prüfen und aus ärztlicher Sicht zu entscheiden, ob die schwangere Frau wegen eingetretener Komplikationen arbeitsunfähig krank ist oder - ohne dass eine Krankheit vorliegt - zum Schutz des Lebens oder der Gesundheit von Mutter oder Kind ein Beschäftigungsverbot geboten ist.

Wir hoffen, Ihnen mit diesen Angaben etwas weitergeholfen zu haben und wünschen Ihnen für den Verlauf Ihrer Schwangerschaft alles Gute.

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