Nahrungsergänzungsmittel in der Schwangerschaft

Guten Tag,

Ich hätte 2 Fragen an Sie.

1. ) Kann man Folat, bzw. Folsäure überdosieren oder wird es wieder ausgeschieden wenn der Körper keinen Bedarf hat?

2.) Kann man Vitamin B12 überdosieren oder gilt dort auch das Prinzip was zuviel ist scheidet der Körper aus?

Ich bin schwanger und nehme den Lavita Saft ein, da dieser auf natürlicher Basis basiert.

Dieser ist rein natürlich und enthält 400 mikrogramm Folsäure, bzw. Folat, da in Lavita nur rein natürliche Zutaten enthalten sind.

Ich möchte keine Überdosierung und mein Kind nicht gefährden.

Dasselbe gilt für Vitamin B12. Dieser Saft enthält tgl. 5 Mikrogramm Vit B12.

Ist dies für die restliche Schwangerschaft in Ordnung? Befinde mich nun in der 29. SSW.

Ganz lieben Dank für ihre Antwort.

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BARMER Nahrungsergänzungsmittel in der Schwangerschaft

Guten Tag Paulina Weber,

wir freuen uns über Ihre Anfrage und hoffen Ihnen durch unsere Rückmeldung helfen zu können.


Die aktuellen Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zum Thema "Supplemente" in der Schwangerschaft, die hier genannt werden können, beziehen sich vor allem auf Folsäure, Jod und Eisen.

Die Empfehlung zur Einnahme von Folsäure wird insbesondere für Frauen, die eine Schwangerschaft planen (mindestens 4 Wochen vor Konzeption) und bis zum Ende des 1. Schwangerschaftsdrittels (bis einschließlich 12. Schwangerschaftswoche) mit einer Dosis von 400 μg Folsäure pro Tag empfohlen.


Dies soll zusätzlich zu einer ausgewogenen Ernährung erfolgen. Höherdosierte Präparate mit 800 µg Folsäure/Tag werden bei Frauen eingesetzt, die weniger als 4 Wochen vor der Konzeption mit der Einnahme beginnen.


Der Grund für diese Empfehlung, ist der, dass Folat unter anderem wichtig für die Zellteilung und Wachstumsprozesse ist, so dass durch die Gabe von Folsäure das Risiko vor allem für Neuralrohrdefekte reduziert werden kann.

Eine Folsäureüberdosierung ist grundsätzlich möglich, auch wenn ein Folsäureüberschuß über die Niere ausgeschieden wird. In seltenen Fällen der Überdosierung kann jedoch der Überschuß auch im Körper eingelagert werden und zu Beschwerden führen. Hier sind unter anderem Magen-Darm- Störungen, Schlaflosigkeit oder Nervosität zu nennen.

Zusätzlich zu einer ausgewogenen Ernährung sollen Schwangere entsprechend der offiziellen Empfehlungen zudem ein Supplement mit 100 (bis 150) μg Jod täglich einnehmen. Der Jodbedarf steigt in der Schwangerschaft unter anderem aufgrund der vermehrten mütterlichen Produktion von Schilddrüsenhormonen an. Bei Schilddrüsenerkrankungen soll vor der Supplementation eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.


Auch die Wahl des Jodpräparates sollte ggfs. mit dem Arzt abgesprochen werden. So weisen Algen und Algenprodukte zum Beispiel teilweise stark schwankende oder auch sehr hohe Jodgehalte auf und könnten auch mit weiteren Stoffen kontaminiert sein, so dass vom Verzehr dieser Präparate abgeraten wird.

Eine gezielte Eisensupplementation (ebenfalls zusätzlich zu einer ausgewogenen Ernährung) sollte nur nach einer ärztlich diagnostizierten Unterversorgung erfolgen.

Zur regelmäßigen Substitution mit Vitamin B12 gibt es keine sichere Empfehlung. Hier kann gegebenenfalls der Wert im Labor bestimmt werden und ein Bedarf individuell abgestimmt werden.

Die Nahrungsergänzung mit weiteren Stoffen kann im Einzelnen in Rücksprache mit dem Arzt erfolgen. Hierbei sollte immer bedacht werden, dass empfohlene Höchstdosen nicht überschritten werden sollten.


Eine gute Versorgung mit Nährstoffen erfolgt in der Regel über eine gesunde, ausgewogene Ernährung.


Wir hoffen, wir konnten Ihre Fragen beantworten und stehen bei weiteren Unklarheiten gerne zur Verfügung.

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