Familien-Plus Paket, Hebammenbetreuung Geburt

Ich wollte hier anmerken, einfach damit es bei der Barmer immer wieder zur Diskussion kommt und sich hoffentlich was ändert, dass ich das Familien-Plus-Paket für Schwangere als schwache Leistung empfinde. Wie man mit 200 Euro auch nur annährend alle "zusätzlichen" Leistungen abdecken soll, ist mir ein Rätsel. Gerade für Schwangere die NICHT den üblichen Weg gehen, entstehen viel höhere Kosten.

Ja, die Hebammenvorsorge wird übernommen, Dank Mutterschutzrichtlinien. Der Betrag, den eine Hebamme für die Vorsorge und im Wochenbett abrechnen kann, ist im Vergleich zu dem, was Ärzte abrechnen, allerdings auch ein Witz.

Meine Entbindung im Geburtshaus muss ich mit diesen 200 Euro "finanzieren". Die Rufbereitschaft der Hebamme kostet mich hier 400 Euro. Die Partnergebühr für den GVK zahlen wir auch selbst, nochmal 40 Euro. Und dann wird mit Dingen geworben wie "Wir zahlen die PZR in Ihrer Schwangerschaft, hierfür stehen Ihnen die 200 Euro aus dem FamilienPlusPaket zur Verfügung". Ich habe diesen Flyer per Post erhalten und dachte nur "Bitte, 200 Euro reichen nicht mal für die Hälfte dieser Leistungen, nein je nachdem nicht mal für EINE davon und anmelden muss ich mir dafür auch noch?"
Es ist traurig, dass ein Kaiserschnitt, PDA, Schmerzmittel, Wehentropf, Saugglockengeburten bezahlt werden, aber Frauen, die sich nichts anderes wünschen, als EINE SICHERE BETREUUNG während der Geburt zu haben, müssen schauen, wie sie das bezahlen.
Dabei ist es erwiesen, dass eine Geburt im Geburtshaus fast immer komplikationslos verläuft was zum Großteil an der durchgängigen Betreuung liegt. Und weil mir diese Betreuung im Krankenhaus leider nicht garantiert ist, habe ich den Weg mit dem Geburtshaus gewählt. Aber es scheint, als werden den Schwangeren nur Steine in den Weg gelegt vom Gesetzgeber und den Krankenkassen.
Es wird auch von den Krankenkassen verlangt, dass Schwangere, die eine Hausgeburt planen oder ins Geburtshaus gehen, sich am ET ET bzw ET +3 nochmal zum Frauenarzt oder in die Klinik begeben, um sich das "OK" hierfür zu holen. Plane ich eine Geburt in der Klinik, muss man das nicht.
So viel zur "freien Wahl des Entbindungsortes". Es vermittelt einen unglaublichen Druck, zu wissen, dass es letzendlich noch an der Einstellung des Arztes hängt, wie und wo man entbinden darf. Das ist überhaupt nicht schön und es liegt an den Krankenkassen hieran etwas zu ändern.

Zudem wird noch das Betreuungssystem der Hebammen ab Januar geändert. Sind die Krankenkassen wirklich so naiv und glauben, dass eine Hebamme nur noch 2 Frauen betreuuen soll? Was ist mit den restlichen? Hierfür sollen dann Hebammen aus der Rufbereitschaft geholt werden. Und diese Rufbereitschafts-Kosten übernimmt die Krankenkasse dann? Aber wenn ich vorab schon sicherstellen will, dass ich gut betreuut werde, zahle ich diese Leistung selbst.
Ich bin mir sicher, dass dieses neue System nur Chaos bringt.
Ich hoffe inständig, dass ich völlig ohne Komplikationen im Geburtshaus entbinden kann und nicht darauf angewiesen bin, hoffentlich nur die erste oder zweite Frau zu sein, die von der Hebamme im Krankenhaus betreut wird. Und nicht warten und hoffen zu müssen, dass eine Hebamme aus der Rufbereitschaft kommen kann oder dass überhaupt noch eine Hebamme aus der Rufbereitschaft übrig ist. So viel Personal muss eine Klinik erstmal zur Verfügung haben.

Hoffentlich ändert sich hier dringend wieder was!
Aus meiner Sicht, sollte es völlig Selbstverständlich sein, dass die Rufbereitschaft einer Hebamme grundsätzlich komplett bezahlt wird. Die 200 Euro sollten dann für solchen Kleinkram wie Partnergebühren, PZR und zusätzliche Ultraschalle sein.
Aber nicht eine Leistung, die sowieso schon deutlich mehr als 200 Euro kostet, damit bewerben. Das ist nicht ernst zu nehmen und nicht zum ersten mal, fühle ich mich bei der Barmer schlecht betreut!

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Familien-Plus Paket, Hebammenbetreuung Geburt

Guten Tag,

vielen Dank für Ihren Beitrag. Gerne stehen wir Ihnen jederzeit ich Ihrer örtlichen Geschäftsstelle für einen persönlichen Austausch zur Verfügung.

Wir wünschen Ihnen alles Gute.

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RE: Familien-Plus Paket, Hebammenbetreuung Geburt

Das spricht mir aus der Seele!!! Auch ich musste die Rufbereitschaft meiner Hebamme selbst bezahlen, da die 200 Euro nicht im mindesten ausreichen! Dafür wurde ich mit einer wunderbaren Hausgeburt belohnt! Außerdem musste ich nicht um eine Nachsorge bangen und konnte meine Hebamme jederzeit erreichen. Es ist wirklich schade, dass die Barmer nicht bereit ist ein paar Euro mehr auszugeben, dafür aber einen Wunschkaiserschnitt mit langen Krankenhausaufenthalt bezahlt, der sicherlich mehrere Tausend Euro kostet!

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