langjährige chronische bakterielle Prostatitis - Enterococcus Faecalis - Phagentherapie?

Guten Tag,

aufgrund meiner derzeitigen Verzweiflung richte ich meine Fragen parallel an dieses Forum und direkt an die KV, damit vielleicht auch anderen mit ähnlichem Problem geholfen ist.

Seit mittlerweile mehr als 10 Jahren leide ich an einer chronischen Prostatitis, welche damals mit einer Blasenentzündung begonnen hat, die nicht mehr verschwinden wollte.
Irgendwann in den Jahren danach wurde dann auch mal das Ejakulat untersucht und der Keim "Enterococcus Faecalis" darin gefunden, welcher auch seitdem nicht mehr verschwunden ist.
Antibiotika habe ich seitdem viele eingenommen. Gegen einige davon, weist der Keim laut Antibiogrammen Reistenzen auf, unter anderem Cefuroxim, Ciprofloxacin, Trimethoprim, Gentamicin, Tetracyclin, Fosfomycin und einige weitere.
Dies wurde von Ärzten bereits mit mutmachenden Worten kommentiert "Viel Auswahl ist da ja nicht mehr".
Zur Zeit nehme ich mal wieder eines ein, "Unacid", welches die aktuellen Beschwerden nach 4 Tagen Einnahme noch nicht zu lindern vermochte.
Das letzte Antibiotika, das relativ gut geholfen hat und mir vor einigen Monaten eine kurze aber doch weitgehend beschwerdefreie Zeit beschert hat, war Amoxicillin (Amoclav). Dies nahm ich insgesamt 30 Tage mit Unterbrechung ein. Einige Wochen später fingen die Beschwerden dann schleichend wieder an und verschlimmerten sich kürzlich deutlich.

Meine Beschwerden sind bzw. waren auch immer recht vielfältig und äussern sich neuerdings etwa durch teils sehr unangenehme, stechende, brennende und ziehende Schmerzen von z.B. Hoden, Eichel, Leiste, After, Enddarm, Damm, Harnröhre, Blase bzw. Blasenhals, speziell beim Wasserlassen und gefüllter Blase.

Ultraschalluntersuchungen und Urintests waren meist unauffällig, wie auch ein Becken-MRT und eine Darmspiegelung in diesem Frühjahr (2019). Die Prostata ist normal groß und tastet sich unauffällig.
Lediglich im Ejakulat ließ sich bisher immer der besagte Keim feststellen.
Zudem habe ich schon mindestens genau so lange Hämmorrhoidenprobleme, welche bereits mehrmals behandelt wurden, zuletzt vor einem halben Jahr mittels Gummibandligatur.

Informiert man sich im Internet über die chronische Prostatitis bzw. die Bekämpfung des sehr resistenten Keims -Enterococcus Faecalis-, stößt man hierbei früher oder später auch immer auf die alternative Behandlungsmethode mittels Bakteriophagen, welche in Deutschland bisher noch in den Kinderschuhen steckt und dementsprechend wohl auch (mutmaßlich) noch in keinem Leistungskatalog von Versicherungen auftaucht.

In Polen gibt es ein von der Polnischen Akademie der Wissenschaften bzw. dem "Ludwik Hirszfeld Institute of Immunology and Experimental Therapy" betriebenes Behandlungszentrum, die "Phage Therapy Unit", welches in einer kleinen Studie mit 22 Männern etwa die Hälfte der Teilnehmer von ihren Keimen befreien konnte, indem man ihnen dort Phagen verabreichte, die für ihre Keime geeignet waren.
Die Teilnehmer der Studie waren überwiegend mit E. faecalis und E. coli infiziert.
Die Phage Therapy Unit gibt es in 3 polnischen Städten. Jeder kann sich dort behandeln lassen, allerdings fallen gewisse Kosten an, die abzuwägen sind, besonders angesichts der Erfolgsaussichten, die für jemanden wie mich allerdings immer noch wesentlich besser sind, als bei einer Behandlung mit Antibiotika.

Meine Frage:

Gab es Fälle, in denen beispielsweise die Barmer die Kosten (grob z.B. bis zu 1500 €) einer solchen alternativen und gezielten Behandlung eines Keimes mit Phagen teilweise oder ganz übernommen hat, etwa nach sehr langem Bestehen der Entzündung mit dementsprechend erhöhtem Krebsrisiko, psychischem Leid und Risiko für Unfruchtbarkeit und weiteren Folgeschäden und schlechten Aussichten auf Heilung mit Antibiotika?

Ich werde diese Anfrage demnächst auch persönlich an die Barmer richten und meinen Fall ausführlich vortragen, möchte jedoch auch anderen Geplagten einen Einblick geben.

Ich bedanke mich für Antworten, besonders auch von Leuten, die bereits Erfahrungen mit der Phagentherapie gemacht haben.

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BARMER langjährige chronische bakterielle Prostatitis - Enterococcus Faecalis - Phagentherapie?

Guten Tag Max Mustermann,

die Kosten einer Behandlung mit Bakteriophagen können derzeit nicht von uns übernommen werden. Bislang liegt hierfür weder eine arzneimittelrechtliche Zulassung vor, die eine Verordnung der Phagen als Arzneimittel ermöglichen würde, noch hat der Gemeinsame Bundesausschuss diese Behandlungsmethode bewertet und in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen.

Die Phagentherapie, auch wenn sie bereits in anderen Ländern angeboten und durchgeführt wird, basiert nicht auf Erkenntnissen klinischer Studien, sondern auf Erfahrung und Dokumentation von Einzelfällen. Bevor eine solche Behandlung zur Anwendung am Menschen den Weg in den klinischen Alltag finden kann, bedarf es kontrollierte klinische Studien, in denen deren Wirksamkeit, Unbedenklichkeit und Qualität nachgewiesen werden konnte.

Mit freundlichen Grüßen

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RE: langjährige chronische bakterielle Prostatitis - Enterococcus Faecalis - Phagentherapie?

Hallo Max, Hämorrhoiden und rez. Harnwegsinfekte können auch ein Hinweis auf ein Lymphatisch und/oder venös gestautes kleines Becken sein! Geh zum Osteopathen und lass dir das behandeln. Wenn der Zu-/Abfluss von Stoffen nicht optimal funktioniert hat der Keim gegenüber dem Körper einen Vorteil..
Alles Gute!
Kurt Kernhecht

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RE: langjährige chronische bakterielle Prostatitis - Enterococcus Faecalis - Phagentherapie?

Hallo "Max,

leider teilst du ja deinen richtigen Namen nicht mit, was vollkommen verständlich ist. An dieser Stelle möchte ich dir gern virtuell die Hand reichen, da meine Geschichte fast deckungsgleich mit deiner ist.

Ich habe auch schon fast alle Antibiotika durch und sitze gerade wieder daran mich zu informieren, auf dass ich diese verdammten Enterokokken irgendwann mal loswerde.

Nun würde ich gern von dir wissen, ob du dein Vorhaben mit den Bakteriophagen (Phagen) schon durchgezogen hast?

Für alle interessierten Mitleidensgenossen möchte ich noch ein paar Informationen meiner Recherche weitergeben:

1. Das nationales Antibiotika-Sensitivitätstest-Komitee (NAK) gab in der Entscheidung (Veröffentlichung) vom 31.01.2014 an, dass der Einsatz von Fluorchinolonen bei chronisch bakterieller Prostatitis (CBP) durch Enterococcus faecalis eigentlich als "-" beschrieben werden, was bedeutet, dass im Antibiogramm ein R bei der Wirksamkeit attestiert werden müsste. Die Urologen insistierten aber. Meine Anmerkung: Es ist also bekannt, dass Fluorchinolone (Ciprofloxacin, Levofloxacin, Norfloxacin oder Ofloxacin) mit Enterococcus Faecalis in der Prostata Probleme haben (sie auch: https://academic.oup.com/cid/article/53/12/1306/400526). Der Grund dafür ist (einfach gesagt), dass die minimalen Antibiotikakonzentration zur Hemmung (MHK) zu niedrig ist um schlussendlich auch dauerhaft alle (wichtig!) grampositive Enterokokken abzutöten. Es gibt diverse Studien (z.B. (1) Naber K, Roscher K, Botto H, Schaefer V. Oral levofloxacin 500 mg once daily in the treatment of chronic bacterial prostatitis. Int J Antimicrob Agents 2008;32:145-153), die zeigen, dass diese grampositive Enterokokken (speziell e. faecalis) nachweislich bei einem Großteil der Patienten wieder auftreten bei der Behandlung mit Fluorchinolonen.

2. Ich habe einige Quellen gefunden, welche jedoch darauf hinweisen, dass bei der Behandlung der Prostatitis, ausgelöst durch grampositive Kokken, könnte z.B. Moxifloxacin (400mg einmal täglich) aufgrund seiner höheren intrinsischen Aktivität eine wirksame Alternative sein. Die Konzentration von Moxifloxacin im Prostatagewebe und im Prostatasekret war im Vergleich zu den anderen genannten Fluorchinolonen deutlich höher, wahrscheinlich aufgrund seiner höheren Lipophilie (Zitat: https://ch.universimed.com/fachthemen/6829). Nachweis der Heilung mit Moxifloxacin (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4604358/).

3. Leider machen mir die brandneuen Warnungen des BfArM jedoch Sorgen (https://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Pharmakovigilanz/DE/RV_STP/a-f/fluorchinolone-bewegungsapparat.html), welche explizit vor schweren und langanhaltenden Nebenwirkungen im Bereich Muskeln, Gelenke und Nervensystem warnen. Es gab sogar einen Rote-Hand-Brief an die Ärzte (https://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Pharmakovigilanz/DE/RHB/2019/rhb-fluorchinolone.html).

Ich werde morgen meinen Urologen fragen, ob ich es mit Linezolid versuchen darf. Dieses soll wohl auch helfen (Hinweis z.B. hier: https://academic.oup.com/cid/article/53/12/1306/400526). Erst danach werde ich nach Moxifloxacin fragen. Weitere Alternativen wären für mich dann Imipenem und Vancomycin. Beim erstgenannten muss dieses wohl aber injiziert werden.

Falls noch jemand etwas interessantes herausfindet: Gern!

Meine Mail: stef-anika@outlook.de

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RE: langjährige chronische bakterielle Prostatitis - Enterococcus Faecalis - Phagentherapie?

Hallo !!!
Ich leide nun auch an e facialis, lt. meinem Arzt soll ich amp. Einnehmen ! Er sagte mir das ich zu 90% geheilt werde, stimmt das ? Da ihr so lange Probleme damit habt. Wenn das irgendwann nicht mehr angenommen wird, was kann man dan nehmen !!

Vielen Dank

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BARMER langjährige chronische bakterielle Prostatitis - Enterococcus Faecalis - Phagentherapie?

Guten Tag Phillip,

vielen Dank für Ihren Beitrag.

Für eine Beratung wäre es wichtig zu wissen, ob bei Ihnen Fieber oder „erhöhte Temperatur“ (eine subfebrile Temperatur) besteht und ob die Entzündungswerte im Blut erhöht sind. Darüber hinaus ist es wichtig, wie hoch die Keimanzahl ist und ob die Prostata eine entzündliche Reaktion zeigt.
An der Stelle wäre die Bestimmung der Elastase im Ejakulat sinnvoll.
Waren Sie schon in einer Spezialambulanz an einer Universitätsklinik?
Bei einer langjährigen Problematik könnte auch ein „chronic pelvic pain syndrom“ bestehen, das von verschieden Disziplinen wie Schmerztherapie, Physiotherapie und Urologie behandelt wird.

Manualtherapie wäre hilfreich zur Entspannung und Lockerung.
Immer wichtig in der Therapie ist die Kombination selektiver Alphablocker und gegebenenfalls die Einleitung einer entzündungshemmenden Therapie mit Phlogenzym oder Wobenzym.
Die Phagentherapie ist aktuell nur als individueller Heilversuch zu werten.
Ein anderer Versuch wäre ein Impfversuch mit StroVac.


Für den weiteren Verlauf Ihrer Behandlung wünschen wir Ihnen alles Gute!

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RE: langjährige chronische bakterielle Prostatitis - Enterococcus Faecalis - Phagentherapie?

Danke für ihre antwort !!

lt. Arzt und mrt soll keine enzuendung in der Prostata sein, PSA 0,65 !! Allerdings hatte ich vor Ostern Fieber und starke schmertzen im Hodenbereich, soll aber lt Arzt nun alles ok sein, keine starke Durchblutung ! Aktuel Bauchschmerzen ,stechen und brennen i der Hahnroehre nach ejakulation !! Ich war in keiner Klinik, ich moechte diese Bakterien loswerden, ist es moeglich ?? Ich habe keine A Blocker bekommen, lt bericht ist das Bakterium gegen Amoxycilin, ampicilin, gentamicin, levofloxacin, nitrofurantion empfindlich

danke

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BARMER langjährige chronische bakterielle Prostatitis - Enterococcus Faecalis - Phagentherapie?

Guten Tag philipp,

vielen Dank für Ihre Anfrage, wir hoffen, dass wir Ihnen mit unserer Antwort weiterhelfen können!


Bei einer signifikanten Keimzahl ist am ehesten eine Behandlung mit Gyrasehemmern sinnvoll aufgrund der hohen Spiegelbildung im Gewebe.
Wichtig ist, das Risikoprofil von levofloxacin zu beachten, da es Sehnenentzündung und andere Nebenwirkungen hervorrufen kann.


Wir empfehlen eine Vorstellung in einer großen Urologischen Klinik, zum Beispiel wäre der Besuch einer Spezialsprechstunde an einer Uniklinik sinnvoll.


Wenn antibiotisch behandelt wird, muss eine ausreichend lange Einnahme erfolgen.
Sprechen Sie bitte Ihren Urologen auch bezüglich der selektiven Alphablockertherapie an.

Wir hoffen, Ihnen einige Anregungen gegeben zu haben und wünschen Ihnen für die Zukunft alles Gute!

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RE: langjährige chronische bakterielle Prostatitis - Enterococcus Faecalis - Phagentherapie?

Danke !!

Einige Fragen noch !! Da der enterococcus resistent gegen cipro ist was kann ich machen ?

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BARMER langjährige chronische bakterielle Prostatitis - Enterococcus Faecalis - Phagentherapie?

Guten Tag Phillip,


wir bedanken uns für Ihre Anfrage und bitten Sie um Verständnis, dass eine direkte Beantwortung Ihrer Fragestellung auf Grund der Komplexität nicht möglich ist.


Um Ihre Fragen kompetent beantworten zu können, bitten wir Sie, telefonisch Kontakt mit unseren Experten aufzunehmen. Im Gespräch werden dann alle relevanten Informationen besprochen.

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RE: langjährige chronische bakterielle Prostatitis - Enterococcus Faecalis - Phagentherapie?

Gibt es eine glaubhafte Statistik über heilerfolge mit pharmazeutischen Produkten außer fluorchinole welche bekanntlich hohe Risiken haben

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BARMER langjährige chronische bakterielle Prostatitis - Enterococcus Faecalis - Phagentherapie?

Guten Tag Zaminer,

vielen Dank für Ihren ausführlichen Beitrag.

Allgemein kann man zu Ihrer Fragestellung sagen, dass Bakteriophagen Viren sind, die gezielt bestimmte Bakterien befallen und vernichten. Der Einsatz dieser ist eine alte Therapie, die schon Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckt wurde und an Bedeutung verloren hat, als die Antibiotika entwickelt wurden.
Aktuell rückt diese aufgrund der vielen Resistenzen gegen Antibiotika, die Bakterien entwickelt haben, wieder in den Vordergrund.
So interessant die Anwendung von Phagen bei Infektionen, gerade mit multiresistenten Erregern, ist, ist sie in Europa derzeit problematisch. Denn es fehlt der regulatorische Rahmen. In der EU-Direktive 2001/83/EG über medizinische Produkte für die Anwendung am Menschen sind Bakteriophagen nicht genannt und somit ist diese Therapie noch nicht regulatorisch eingeordnet. Zudem bräuchten die sogenannten Phagenpräparate eine Zulassung als Arzneimittel. Hierfür müssten Qualitätsstandards in der Herstellung sichergestellt sein und in klinischen Studien nachgewiesen werden, dass die Therapie mit Phagen ¬sicher, verträglich und wirksam ist. Aktuell laufen entsprechende Studien, unter anderem in Europa und der USA. Allerdings ist noch nicht bekannt, wann und ob solche Phagenpräparate zum Einsatz kommen.
Da Ihre Anfrage jedoch sehr speziell und umfangreich ist, bieten wir Ihnen gerne einen Rückruf durch unsere Urologin an. Wenn Sie daran interessiert sind, bitten wir Sie, telefonisch Kontakt mit unseren Experten aufzunehmen. Im Gespräch werden dann alle relevanten Informationen besprochen. Sie erreichen die Experten vom Barmer Teledoktor unter der Rufnummer 0800 33 33 500 (Anrufe aus den deutschen Fest- und Mobilfunknetzen sind kostenfrei).


Für die Kostenübernahme wenden Sie sich bitte ausschließlich direkt an die Barmer.


Wir wünschen Ihnen alles Gute!

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RE: langjährige chronische bakterielle Prostatitis - Enterococcus Faecalis - Phagentherapie?

Hallo ,ich habe das gleiche leiden . Ich mache gelegentlich eine Kur mit kolloidalen silbernen 25ppm . Nehme dieses 5xtgl 1 Esslöffel 3 Wochen lang , dann 14 Tage auf nüchternen Magen 1 Esslöffel. Habe damit einen sehr großen Erfolg erzielt.

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RE: RE: langjährige chronische bakterielle Prostatitis - Enterococcus Faecalis - Phagentherapie?

Hallo Albert,

ich kenne Kollodial Silver und hatte dies schon einige male bei andern Problemen eingenommen. Konntest Du damit Deine chron. Prostatitis kompl. heilen? Sind die Nebenwirkungen alle verschwunden? Wie lange hattest Du Kollodial Silver eingenommen. Hattest Du danach bis heute keine Probleme mehr? Kann man Dich auch per E-Mail erreichen? Meine E-Mail info@wk2000.de
lG
Werner

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RE: langjährige chronische bakterielle Prostatitis - Enterococcus Faecalis - Phagentherapie?

probieren Sie mal Kapuzinerkresse die gibt es in Tablettenform in der Apotheke die werden aber nicht von der Kasse bezahlt sondern die muss man selbst kaufen

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RE: langjährige chronische bakterielle Prostatitis - Enterococcus Faecalis - Phagentherapie?

Hallo Max,

Dein Eintrag ist etwas her und ich weiß nicht wie aktuell das Ganze noch bei dir ist.
Ich hätte sicherlich Punkte die du noch in Betracht ziehen kannst hinsichtlich Phagen.
Dann bitte aber kein Austausch hier.

LG

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RE: RE: langjährige chronische bakterielle Prostatitis - Enterococcus Faecalis - Phagentherapie?

Hallo Nicole,
danke für die Rückfrage. Ein längeres Statusupdate werde ich mal als Einzelbeitrag verfassen. Meine Situation ist inzwischen wieder schlimmer geworden und Behandlungsalternativen daher auch nach wie vor von Bedeutung. Mehr dazu unten.

Für einen Austausch würde ich diese Email anbieten:
willy.schnitzel@online.de

(gilt auch für private Anfragen anderer User bzgl. des Themas)

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RE: langjährige chronische bakterielle Prostatitis - Enterococcus Faecalis - Phagentherapie?

Hallo Max,
Gibt es schon was neues wegen der Phagentherapie? Habe genau das selbe Problem wie ihr mit dem enterococcus faecalis.. Es ist zum verzweifeln.. Weisst du wo genau man die Phagentherapie machen kann? Lg Danke Elias

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RE: RE: langjährige chronische bakterielle Prostatitis - Enterococcus Faecalis - Phagentherapie?

Hallo Elias,
in meinem ersten Post hatte ich schon die "Phage Therapy Unit" in Polen erwähnt, welche die Phagen in experimentellen Studien bei Prostatitis Erkrankten teils erfolgreich angewendet hat und dies auch in mehreren Behandlungszentren in Polen noch tut. Dort kann man sich, soweit ich weiss, unter hohen finanziellen Kosten und auf experimenteller Basis behandeln lassen.

Der Kontakt war bei mir jedoch sehr schlecht. Mir wurde auf meine Emails bis heute nicht geantwortet. Per Telefon (englisch-sprachig) wurde mir nur mitgeteilt, dass man sehr viele Anfragen zu bewältigen hätte.
Das Interesse an der Phagentherapie dort scheint also hoch zu sein.

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RE: langjährige chronische bakterielle Prostatitis - Enterococcus Faecalis - Phagentherapie?

Mittlerweile sind seit meinem ersten Eintrag 6 Monate vergangen. Zu dieser Zeit nahm ich Unacid ein, welches ich aufgrund stärkerer Nebenwirkungen auf den Darm jedoch schon nach 11 Tagen absetzte.
Mein Urologe verschrieb mir daraufhin nochmals Amoclav/Amoxicillin, welches jedoch schon keine große Wirksamkeit mehr aufwies. Vielmehr bekam ich zunehmend Nebenwirkungen in den Gelenken zu spüren. Ich nahm es dennoch bis zum Schluss.

Erst in den Monaten darauf nahmen die Beschwerden durch die Prostatitis ab und ich hatte eine weitgehend beschwerdefreie Zeit, in der ich tatsächlich auch etwas zuversichtlich war, dass es eine Weile lang so bleiben könnte.
Nach und nach bemerkte ich allerdings, dass mein Harnfluss langsam abnahm und zunehmend stechende Schmerzen in der Leistengegend, am Damm und im Unterbauch auftraten.

- CT des Abdomens mit Kontrastmittel, Anfang Juli 2019 -
Eine CT des Unterleibs war abgesehen von einer gewissen Verstopfung im Darm unauffällig.

- Blasenspiegelung, Mitte August 2019 -
Nach mehrmaligem Absagen durch mich, fand im August schließlich eine ambulante Blasenspiegelung bei meinem Urologen statt, meine dritte insgesamt. Meine letzte Blasenspiegelung lag bereits einige Jahre zurück.
Die BS verkraftete ich was die Schmerzen währenddessen anging relativ gut. Daraufhin hatte ich allerdings noch 4 Tage lang sehr schneidende Schmerzen und eine Einengung der Harnröhre.

Bei der Spiegelung zeigte sich, dass der Harnröhrenabschnitt der Prostata deutlich gerötet war, was meine Beschwerden zu dieser Zeit auch eindeutig wiederspiegelten. Von der Blase aus war eine Einengung durch die vergrößerte Prostata zu erkennen.

- Antibiotikum: Norfloxacin, Mitte August 2019 -
Mein Urologe verschrieb mir also erneut Antibiotika und diesmal auch Tamsulosin. Inzwischen merkte ich, dass ihm hierbei nach 5 bis 8 Jahren Behandlung die verträglichen Optionen ausgingen, denn diesmal sollte es Norfloxacin 400mg sein, täglich eine, 7 Wochen lang. Eines der berüchtigten Fluorchinolone mit der Gefahr von Sehnenriss und Aortendissektion. In der Vergangenheit hatte ich glücklicherweise mit Ciprofloxacin keine so schlechten Erfahrungen gemacht.
15 Tage Norfloxacin habe ich letztendlich geschafft, bis ich wegen den Nebenwirkungen Schluss gemacht habe, dabei zwang ich mich noch einige Tage länger durchzuhalten als ich erst wollte.
In der letzten Nacht vor dem Absetzen wachte ich immer wieder verschwitzt mit Herzrasen auf, bis zu 135 Schläge/Min.. Die Auswirkungen auf das Herz und Kreislaufsystem zeigten sich zuvor schon darin, dass ich immer schwächer und mir beim Aufstehen aus der Hocke schwindlig wurde. (Ich bin Anfang 30)
In den Tagen nach dem Absetzen, verschwanden diese Herz/Kreislauf-Beschwerden wieder.
Einige Beschwerden (Leiste, Hoden, Harnröhre) gingen bis auf die Prostatitis selbst weitgehend zurück und nahmen mit dem Absetzen wieder zu. Für eine zumindest ansatzweise Heilung wäre also wenn überhaupt eine längere Einnahme als 2 Wochen erforderlich gewesen.

- Alpharezeptorenblocker Tamsulosin -
Die Wirkung von Tamsulosin setzt bei mir schon mit der ersten Einnahme ein. Der Harn fliesst deutlich besser. Genau so plötzlich tritt auch die Nebenwirkung auf: das völlige Ausbleiben der Ejakulation. Aufgrunddessen nehme ich Tamsulosin nur mit Pausen ein oder wenn die Harnröhrenenge besonders ausgeprägt ist. Normal wäre 1 x täglich.

- Seit Ende August -
Seitdem ich das AB abgesetzt habe ist mein Urologe krank. Ich nehme Probiotika für die Darmflora, Macrogol zum Abführen und gelegentlich Cysto Hevert für den Harnfluss.
Nach Bedarf nehme frei verkäufliche Schmerzmittel, wie Buscopan Plus, welches u.A. bei Blasenentzündungen angewendet werden kann. Der Unterschied war allerdings hierbei für mich nicht spürbar.

Die Prostatitis ist weiterhin ausgeprägter als in den letzten Jahren. Ich mache mir zunehmend Gedanken über die Alternativen, die mir nun noch bleiben.

- Impfung mit StroVac? -
Als nächstes werde ich meinen Urologen fragen, ob er Erfahrungen mit StroVac gemacht hat und es bei meinen akuten Beschwerden für angebracht hält, es mal damit zu versuchen.
Im Internet finden sich zu StroVac neben vielen fast schon ZU positiven Berichten, auch Meldungen von schmerzhaften Nebenwirkungen, ich bin da also vorsichtig optimistisch.
Fraglich bleibt auch, ob die Kosten hierfür übernommen werden, da die Impfung als IGeL gilt.

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