Sportunfall in Schule

Mein Sohn, 12 Jahre, hatte vor 5 Wochen einen Sportunfall in der Schule. Der Unfall wurde der Unfallversicherung gemeldet, von der Schule und vom Durchgangsarzt aus. Seitdem müssen wir alle 2 Wochen zur Nachkontrolle. 60 km hin und 60 km zurück und die Termine der Durchgangsärzte sind auch eher im morgentlichen Stunden. Daher muss ich von der Arbeit freigestellt werden. Meine Frage: Wer kommt für den Verdienstausfall (momentan ca. 24 Stunden) auf? Ein Ende ist noch nicht abzusehen. Ich kann doch mein 12-jähriges Kind nicht alleine mit den Zug oder so los schicken.

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BARMER Sportunfall in Schule

Guten Tag Andrea,

bedingt durch den gesetzlich versicherten Schulunfall besteht keine Leistungspflicht eines gesetzlichen Krankenversicherungsträgers (§ 11 Abs. 5 SGB V). Alleiniger Leistungsträger ist hier die zuständige Unfallkasse.

Nach dem geschilderten Sachverhalt wäre zunächst grundsätzlich an die Leistungen der Unfallkasse im Sinne der gesetzlichen Regelungen des § 45 Abs. 4 SGB VII i. V. mit Maßgabe des § 45 SGB V zu denken (Kinderpflegeverletztengeld).

Nach dem geschilderten Sachverhalt war der Sohn zum Unfallzeitpunkt bereits 12 Jahre alt. Folglich scheidet hier der gesetzliche Anspruch im Rahmen der Bestimmungen des § 45 Abs. 4 SGB VII aus. Es sei denn es handelt sich hier um ein schwerbehindertes Kind, wovon wir nicht ausgehen.

Dem Grunde nach gleicht in dieser Situation kein gesetzlicher Leistungsträger den entstanden Verdienstausfall aus, weil in der Sozialgesetzgebung so nicht vorgesehen.

Dennoch haben die gesetzlichen Unfallversicherungsträger, also auch die Unfallkassen, eine Handhabe (Ermessensspielräume) in den Bestimmungen des § 39 Abs. 2 SGB VII. Danach kann zum Ausgleich besonderer Härten den Versicherten (selbst) oder deren Angehörigen eine besondere Unterstützung gewährt werden.

Der Fokus liegt hierbei auf „kann“. Die Unfallkasse ist allerdings gesetzlich verpflichtet, auf schriftlichen Antrag hin die ggf. in Betracht kommenden Umstände gewissenhaft zu prüfen und im pflichtgemäßen Ermessen zu entscheiden, ob die erforderlichen Voraussetzungen für einen Ausgleich erfüllt sind. Möglicherweise kann dieser Ausgleich in Form einer Erstattung des Verdienstausfalles geschehen.

Wir bitten Sie deshalb, sich mit der Unfallkasse in Verbindung zu setzen.

Wir wünschen Ihnen und Ihrem Sohn alles Gute.

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