Prostatakrebsrisiko

Guten Tag, es gibt eine EPIC-Studie (veröffentlicht 04/2008), die beim Verzehr von Milchprodukten ein Prostatakrebsrisiko von 32 % pro 35 Gramm Milchprotein errechnet hat. Weiterhin wurde die Beziehung unter den Milchprodukten untersucht. Hier stellte man fest, dass insbesondere beim steigenden Verzehr von Joghurt ein steigendes Risiko zu verzeichnen ist (bis zu 17 % bei tgl. 135 GRamm). Sollten Männer nun auf moderaten Verzehr von Joghurt besser verzichten? Wieviel wäre vertretbar? Vielen Dank im Voraus. MfG Klaus

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BARMER RE: Prostatakrebsrisiko

Guten Tag, vielen Dank für Ihre Anfrage. Gerne geben wir Ihnen dazu einige Informationen.

Die von Ihnen genannte EPIC-Studie (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition) untersuchte unter anderem das Prostatakrebsrisiko an insgesamt 142.251 Männern. Sie ergab einen Zusammenhang zwischen dem reichlichen Verzehr von Milchprodukten - vor allem jenen Produkten, die einen hohen Anteil an Calcium und Milchprotein enthalten - und einem erhöhten Erkrankungsrisiko. Werden hohe Mengen an Milchprodukten verzehrt, kann sich unter anderem der sogenannte IGF-1 Blutspiegel (Insulin-like Growth Faktor = Wachstumsfaktor) erhöhen, was zu einer vermehrten Aufnahme von Calcium führt. Sehr hohe Calciummengen (über 2 Gramm am Tag) steigern dieser Studie zufolge das Risiko an einem Prostakarzinom zu erkranken um mindestens das 2,5-fache. Über dieses Ergebnis besteht allerdings keine Einigkeit. Andere Studien zeigen Zusammenhänge erst bei einer höheren Zufuhr von Calcium, auch der Beitrag der Milchproteine ist nicht abschließend geklärt. Generell wird aber empfohlen, Calciummengen über 2 Gramm/Tag zu meiden. Zu einem gänzlichen Verzicht auf Milchprodukte kann jedoch nicht geraten werden, da Calcium ein lebenswichtiges Elektrolyt darstellt. Gerade in der Prävention vieler Erkrankungen (beispielsweise bei Osteoporose, Bluthochdruck, Herzinfarkt, der Therapie von Allergien und für das Knochenwachstum) ist Calcium unverzichtbar. Aus einer Mangelversorgung können vielfältige Symptome resultieren - von Haarausfall, Ekzemen, brüchigen Nägeln bis hin zu erhöhter Knochenbrüchigkeit, Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz u.v.m. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt daher bei Erwachsenen eine tägliche Calcium-Aufnahme von 1000 Milligramm. Ohne die Zufuhr von Milchprodukten kann dieser Wert nur mit Mühe erreicht werden. Eine Voraussetzung wäre ein überdurchschnittlich gutes Ernährungswissen und meist eine erhebliche Änderung der Ernährungsgewohnheiten. Neben Milchprodukten liefern diverse Gemüsesorten (so zum Beispiel Brokkoli, Grünkohl, Mangold, Fenchel, Spinat, Sojabohne), Mineralwasser und Vollkornprodukte Calcium.

Wir wünschen Ihnen für die Zukunft alles Gute!

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