Eine junge Frau arbeitet in einem Cafe

Minijobs

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450-Euro-Minijobs

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Inhaltsverzeichnis

An den Wochenenden oder abends läuft Ihr Geschäft auf Hochtouren, aber unter der Woche normal? Dann lohnt es sich oft nicht, neue Mitarbeiter einzustellen. 450-Euro-Minijobs können dann die Lösung sein. Beschäftigte auf 450-Euro-Basis können Sie regelmäßig und je nach Auftragslage unterstützen. Welche Voraussetzungen für einen 450-Euro-Minijob gelten und welche Abgaben Sie als Arbeitgeber zu leisten haben, erfahren Sie hier.

Was ist ein 450-Euro-Minijob?

Der 450-Euro-Minijob ist eine geringfügig entlohnte Beschäftigung, die regelmäßig ausgeübt wird. Bei diesem Arbeitsmodell liegt die monatliche Verdienstgrenze bei 450 Euro. Eine Beschränkung der wöchentlichen oder monatlichen Arbeitszeit gibt es grundsätzlich nicht. Durch den gesetzlichen Mindestlohn von derzeit 9,60 Euro pro Stunde (seit 1. Juli 2021) dürfen die Arbeitskräfte jedoch maximal 47 Stunden pro Monat arbeiten. Sonst würde die Verdienstgrenze von 450 Euro überschritten und damit wäre es kein Minijob mehr, sondern ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis.

Aktueller Hinweis:

Der Mindestlohn wird in mehreren Stufen angehoben. Ab 1. Januar 2022 wird er bei 9,82 Euro liegen, ab dem 1. Juli 2022 beträgt er 10,45 Euro. Wenn Sie einen Minijobber beschäftigen, sollten Sie beachten, dass sich die Anzahl der Arbeitsstunden mit jeder Anhebung des Mindestlohns verringert.

Sonderzahlungen bei Minijobs: Das müssen Sie beachten

Behalten Sie auch Sonderzahlungen, wie zum Beispiel Weihnachts- oder Urlaubsgeld im Blick. Denn diese zählen ebenfalls zum Gehalt dazu. Übersteigt das Gehalt dadurch die monatliche Grenze von 450 Euro beziehungsweise die Jahresgrenze von 5.400 Euro, handelt es sich um keinen Minijob mehr.

Rechenbeispiel:

  • Entgelt monatlich: 425 Euro
  • Weihnachtsgeld: 425 Euro
  • Regelmäßige Bezüge: 425 Euro x 13 : 12 = 460,42 Euro

Welche Abgaben fallen für einen 450-Euro-Minijob an?

Als Arbeitgeber tragen Sie den Großteil der Abgaben für einen 450-Euro-Minijob. Dazu gehören pauschale Beiträge zur Kranken- und Rentenversicherung, zur gesetzlichen Unfallversicherung sowie Umlagen und Steuern bei Minijobs. Für die Pflege- und Arbeitslosenversicherung fallen für Sie keine Beiträge an.

Ihre Minijobber zahlen keine Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. In der Regel haben sie nur Rentenversicherungsbeiträge zu entrichten, sofern sie keinen Antrag auf Befreiung gestellt haben.

Hinweis:

Die Abgaben müssen Sie monatlich der Minijob-Zentrale melden und bezahlen. Wie das funktioniert, erfahren Sie unter Minijobs anmelden.

Krankenversicherung im Minijob

Bei 450-Euro-Minijobs zahlen Sie einen Pauschalbeitrag von 13 Prozent zur Krankenversicherung. Berechnungsgrundlage ist der Brutto-Verdienst. Sie müssen den Pauschalbeitrag nur dann bezahlen, wenn Ihre Aushilfe in der gesetzlichen Krankenversicherung pflicht-, freiwillig oder familienversichert ist. Ist sie privat krankenversichert, fällt dieser Pauschalbeitrag nicht an.

Rentenversicherungspflicht bei Minijobs

Für Minijobs besteht seit dem 1. Januar 2013 Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung. Der volle Beitragssatz liegt derzeit bei 18,6 Prozent. Als Arbeitgeber zahlen Sie einen Pauschalbeitrag in Höhe von 15 Prozent des Bruttoarbeitsentgelts. Ihr Beschäftigter trägt einen anteiligen Aufstockungsbetrag von zurzeit 3,6 Prozent, von dem er sich allerdings auf Antrag befreien lassen kann.

Verdient eine Person weniger als 175 Euro im Monat, liegt sie unter der Mindestbeitragsbemessungsgrundlage zur Rentenversicherung. Dann erhöht sich der Aufstockungsbetrag des Minijobbers, was dazu führen kann, dass vom Verdienst nicht mehr viel übrig bleibt. Denn während sich der Pauschalbeitrag des Arbeitgebers am tatsächlichen Arbeitsentgelt orientiert, wird der Aufstockungsbetrag der Minijob-Aushilfe aufgrund der Berechnungsgrundlage von 175 Euro angehoben.

Welche Abgaben für 450-Euro-Minijobber sonst noch anfallen und wie sich diese zusammensetzen, zeigt Ihnen die folgende Tabelle:

AbgabeartenHöhe der Abgaben
Pauschalbeitrag zur Krankenversicherung
(gilt nur, wenn die Aushilfe gesetzlich krankenversichert ist)
13 %
Beitrag zur PflegeversicherungKeine Abgabe
Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung15 %
Beitragsanteil des Minijobbers bei Versicherungspflicht
in der Rentenversicherung
3,6 %
Umlage U1
Zum Ausgleich der Aufwendungen des Arbeitgebers bei Krankheit.
Ist nur zu zahlen, wenn die Beschäftigung länger als vier Wochen dauert.
1%
Umlage 2
Zum Ausgleich der Aufwendungen des Arbeitgebers bei
Schwangerschaft/Mutterschaft. Diese Umlage zahlen Sie auch
für männliche Minijobber.
0,39 %
Beitrag zur gesetzlichen UnfallversicherungIndividueller Beitrag
ArbeitslosenversicherungKeine Abgabe
Insolvenzgeldumlage0,12 %

Informationen zur Steuerpflicht von Minijobs finden Sie auf unserer Seite Steuern bei Minijobs.

Mehrere 450-Euro-Minijobs: Was gibt es zu beachten?

Hat die angestellte Person keine versicherungspflichtige Hauptbeschäftigung, kann sie mehrere 450-Euro-Minijobs nebeneinander bei verschiedenen Firmen annehmen. Voraussetzung dafür ist, dass sie insgesamt nicht über 450 Euro pro Monat verdient. Es müssen alle Bezüge aus mehreren geringfügig entlohnten Beschäftigungen addiert werden. Wird diese Verdienstgrenze überschritten, sind alle Jobs versicherungspflichtig – und damit keine Minijobs mehr.

Beispiel

  • Entgelt bei Firma A ab 1. Juli 2021: 300 Euro
  • Entgelt bei Firma B ab 1. September 2021: 250 Euro

Vom 1. Juli bis 31. August 2021 gilt die Minijob-Regelung, da das monatliche Arbeitsentgelt maximal 450 Euro beträgt. Somit besteht Versicherungsfreiheit in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Durch den Hinzutritt der zweiten Beschäftigung sind ab dem 1. September 2021 beide Minijobs versicherungspflichtig.

Personalverantwortliche sind dazu verpflichtet, den Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin nach weiteren Minijobs zu fragen, um die Versicherungspflicht beurteilen zu können. Sollten sie das versäumen, können nachträgliche Beitragsforderungen auf Sie zukommen.

Unser Tipp:

Lassen Sie sich von Ihrer Minijob-Aushilfe schriftlich bestätigen, ob sie eine weitere geringfügige Beschäftigung ausübt und wenn ja, welche monatlichen Einkünfte sie aus diesem Minijob erzielt. Nutzen Sie dazu unseren Personalfragebogen für geringfügig Beschäftigte.

Hat Ihre Hilfskraft eine versicherungspflichtige Hauptbeschäftigung, kann sie daneben nur einen 450-Euro-Minijob ausüben. Jeder weitere 450-Euro-Job wird mit dem Hauptjob zusammengerechnet und ist in der Regel versicherungspflichtig in der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung. In der Arbeitslosenversicherung bleiben geringfügig entlohnte Nebenjobs versicherungsfrei.

Beispiel

  • Hauptbeschäftigung: 1.500 Euro
  • Minijob A ab 1. April 2021: 450 Euro
  • Minijob B ab 1. August 2021: 350 Euro

Bei Minijob A gelten weiterhin die die Minijob-Regeln. Minijob B ist versicherungspflichtig in der Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung und versicherungsfrei in der Arbeitslosenversicherung.

Wenn eine geringfügig entlohnte Beschäftigung mit einer kurzfristigen Beschäftigung zusammentrifft, werden sie getrennt beurteilt, da Arbeitsentgelte aus kurzfristigen Beschäftigungen hier nicht berücksichtigt werden.

Quellenangaben

Webcode: f000095 Letzte Aktualisierung: 19.05.2021
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