Ausländische Fachkräfte

Fachkräfte aus dem Ausland

Immer mehr Firmen rekrutieren global nach Personal. Was ist aus Sicht der Sozialversicherung bei der Einstellung ausländischer Arbeitnehmer zu beachten?

Ausländische Fachkräfte mit speziellen Qualifikationen sind aus vielen Branchen nicht mehr wegzudenken. Während Arbeitnehmer aus der EU von der beruflichen Freizügigkeit profitieren, benötigen Arbeitnehmer aus Drittstaaten eine Arbeitserlaubnis. Lesen Sie hier, welche sozialversicherungsrechtlichen Unterschiede es zudem gibt.

Arbeitnehmer aus der EU, dem Europäischen Wirtschaftraum bzw. der Schweiz haben einen uneingeschränkten Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. Das heißt, sie brauchen in der Regel keine Arbeitserlaubnis, um eine Beschäftigung aufzunehmen oder sich selbstständig zu machen. In der Praxis gibt es jedoch Ausnahmen hiervon: Zum Beispiel für kroatische Staatsbürger in einigen Ländern der EU sowie für EU-Bürger in Kroatien oder Liechtenstein. Sonderregelungen gibt es außerdem in der Schweiz und in der Türkei.

Personen aus dritten Ländern benötigen in der EU eine Arbeitsgenehmigung, einen sogenannten Aufenthaltstitel. Dabei wird unterschieden zwischen Visum, befristeter Aufenthaltserlaubnis und unbefristeter Niederlassungserlaubnis. Für qualifizierte Arbeitnehmer aus Drittstaaten gibt es die Blaue Karte der Europäischen Union, die sogenannte Blue Card. Voraussetzung ist ein in Deutschland anerkannter oder hiermit vergleichbarer Hochschulabschluss. Besondere Zugangswege existieren auch für Studierende oder Azubis. 

Eine aktuelle Übersicht zum Aufenthaltsrecht finden Sie auf der Website des Bundesinnenministeriums.

In der Sozialversicherung spielt die Staatsangehörigkeit grundsätzlich keine Rolle. Das bedeutet: Ausländische Fachkräfte, die bei einem deutschen Unternehmen arbeiten, werden grundsätzlich wie inländische Arbeitnehmer betrachtet. Für sie gilt Versicherungspflicht in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung.

Dabei ist jedoch zu beachten: Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die aus dem Ausland entsandt werden, gelten besondere Regeln. Nähere Informationen finden Sie im Abschnitt "Vorübergehende Tätigkeit".

Liegt das Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze, sind Beschäftigte aus dem Ausland versicherungsfrei in der Kranken- und Pflegeversicherung. Arbeitnehmer, die zum ersten Mal in Deutschland sind, können jedoch als freiwilliges Mitglied der BARMER beitreten.

Werden Arbeitnehmer, die im Ausland beschäftigt sind, für eine Tätigkeit nach Deutschland entsandt, die im Voraus zeitlich befristetet ist, spricht man von Einstrahlung. Diese Form der Beschäftigung unterliegt nicht dem deutschen Sozialversicherungsrecht, das heißt diese Beschäftigten sind in Deutschland nicht versicherungspflichtig.

Für die Entsendung nach Deutschland gelten jedoch von Land zu Land unterschiedliche Rahmenbedingungen. Näheres finden Sie unter Entsendung ins Ausland.

Die Entscheidung, ob bei Arbeitnehmern aus EWR-/EU-Staaten und der Schweiz bzw. aus Staaten mit bilateralem Sozialversicherungsabkommen weiterhin die ausländischen Rechtsvorschriften gelten, treffen die ausländischen zuständigen Träger und stellen hierüber eine Bescheinigung aus (z. B. A1 für EWR-/EU-Staaten und die Schweiz). Auf diese Weise werden doppelte Versicherungen und Beitragszahlungen vermieden.

Grundsätzlich ist jede Beschäftigung, die gegen Arbeitsentgelt ausgeübt wird, in Deutschland sozialversicherungspflichtig. Ausnahmen gelten jedoch für geringfügige Beschäftigungen wie die sogenannten Minijobs. Diese sind in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung versicherungsfrei.

Das gilt für ausländische Arbeitnehmer, die eine geringfügig entlohnte Beschäftigung in Deutschland ausüben, gleichermaßen. Allerdings kann eine solche Beschäftigung trotzdem Auswirkungen auf den Versicherungsschutz des Betroffenen haben (z. B. bei im Ausland familienversicherten Angehörigen oder bei im Ausland versicherten Rentnern). In solchen Fällen empfehlen wir eine zeitnahe Kontaktaufnahme mit der deutschen Krankenkasse.

Webcode dieser Seite: f002128 Autor: Barmer InternetredaktionLetzte Aktualisierung: 23.10.2019
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