Arbeitsrecht

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Arbeitsvertrag

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Der Arbeitsvertrag, der zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber abgeschlossen wird, begründet das Arbeitsverhältnis. Wenn in einem Tarifvertrag nicht die Schriftform vorgeschrieben ist, kann der Vertrag auch mündlich geschlossen werden. Aus Beweisgründen ist aber eine schriftliche Niederlegung ratsam.

Gestaltung des Arbeitsvertrages und Nichtigkeit

In der Gestaltung des Arbeitsvertrages sind die Vertragsparteien im Rahmen der Gesetze, Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen frei. Steht eine einzelne Regelung im Arbeitsvertrag zu diesen Normen in Widerspruch, ist nicht der ganze Arbeitsvertrag nichtig, sondern es gilt statt der unzulässigen vertraglichen Abrede die entsprechende Regelung des Gesetzes oder Tarifvertrags. Dies gilt seit dem 1.1.2015 insbesondere für die Vergütung, die nicht unter dem gesetzlichen Mindestlohn liegen darf. Nichtigkeit des gesamten Arbeitsvertrags aber liegt vor, wenn eine der Parteien geschäftsunfähig oder nur beschränkt geschäftsfähig ist, einer Partei die Erbringung der Leistung objektiv unmöglich ist, ein Verstoß gegen die guten Sitten oder gegen gesetzliche Arbeits- und Beschäftigungsverbote vorliegt.

Inhalte eines Arbeitsvertrages

Nach dem Nachweisgesetz ist der Arbeitgeber verpflichtet, spätestens einen Monat nach dem vereinbarten Beginn des Arbeitsverhältnisses die wesentlichen Vertragsbedingungen schriftlich niederzulegen.

Ein Arbeitsvertrag sollte zumindest folgende Punkte regeln:

  1. Tätigkeit, Arbeitsbereich,
  2. Beginn und gegebenfalls Ende der Beschäftigung,
  3. Dauer der Probezeit und Kündigungsfristen in der Probezeit,
  4. Kündigungsfristen für das Arbeitsverhältnis,
  5. Arbeitszeit, Bereitschaft zu Überstunden,
  6. Art und Höhe der Vergütung, Zahlungsweise und Fälligkeit,
  7. weitere Zuwendungen (Weihnachtsgeld et cetera) und sonstige Bezüge,
  8. vermögenswirksame Leistungen,
  9. Urlaub,
  10. Entgeltfortzahlung bei Verhinderung an der Arbeitsleistung,
  11. Nebentätigkeiten,
  12. eventuelles Wettbewerbsverbot.

Zusätzlich geregelt werden sollten sogenannte Ausschlussfristen oder Verfallklauseln. Danach verfallen Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis, wenn sie nicht innerhalb bestimmter Fristen nach Fälligkeit geltend gemacht werden. Regelmäßig muss dies schriftlich geschehen. Im Falle einer zweistufigen Ausschlussfrist hat im Anschluss an die erfolglose Geltendmachung gegenüber dem Arbeitgeber eine gerichtliche Geltendmachung zu erfolgen. Nach der Rechtsprechung muss bei einer arbeitsvertraglich vereinbarten zweistufigen Ausschlussfrist sowohl für die erste als auch für die zweite Stufe eine Mindestfrist von drei Monaten vereinbart werden. Tarifliche Fristen dürfen kürzer sein.

Eine Kündigungsschutzklage wahrt beide Stufen einer Ausschlussfrist für den Annahmeverzugslohnanspruch des Arbeitnehmers (BAG, Urteil vom 19.9.2012 – 5 AZR 627/11).

Quellenangaben

Webcode: f004617 Letzte Aktualisierung: 06.05.2021
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