Studien

Barmer Gesundheitsreport 2021: Daten zur Arbeitsunfähigkeit für das eigene Gesundheitsmanagement nutzen

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Logo des Barmer Gesundheitsreports

Autor/in

Internetredaktion Barmer

Qualitätssicherung

Nora Hoffmann (Institut für Gesundheitssystemforschung)
Inhaltsverzeichnis

Wie oft, wie lange und aus welchem Grund sind Beschäftigte krankgeschrieben? Der aktuelle Gesundheitsreport der Barmer liefert hierzu einen detaillierten Überblick. Dabei zeigt sich: Das erste Jahr der COVID-19-Pandemie hat auch das Arbeitsunfähigkeitsgeschehen in Deutschland maßgeblich beeinflusst. Der Gesundheitsreport liefert zudem Erkenntnisse, welche Berufsgruppen besonders stark von Fehlzeiten betroffen waren und schlüsselt die einzelnen Krankheitsarten übersichtlich auf. Nutzen Sie die Ergebnisse als Arbeitgeber, um Arbeitsausfälle in Ihrem Unternehmen durch gezielte Gesundheitsinterventionen zu reduzieren.

Der Barmer Gesundheitsreport wertet Jahr für Jahr die Krankmeldungen der Erwerbstätigen aus, die bei der Barmer versichert waren. Er gibt Aufschluss über häufige Gründe für Arbeitsunfähigkeiten, informiert über die durchschnittliche Erkrankungsdauer und den Krankenstand nach Geschlecht, Alter, Bundesland und Berufsgruppen. Besonderes Feature: Im interaktiven Berufsatlas zum Report können Sie über verschiedene Filterfunktionen gezielt nach Gesundheitsdaten recherchieren und beispielsweise auswerten, welche Berufsgruppen von welchen Erkrankungen betroffen sind. Der Gesundheitsreport ist somit ein gutes Instrument, um Ableitungen für gezielte Präventionsmaßnahmen in Ihrem Unternehmen zu treffen. Die Barmer unterstützt Sie mit speziellen Angeboten, mit denen Sie dann die Gesundheit Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch betriebliches Gesundheitsmanagement verbessern können.

Große Unterschiede zwischen einzelnen Berufsgruppen

Das Bild zeigt Professor Doktor Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer.

Prof. Dr. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer

"Wie der Berufsatlas zeigt, variieren die Fehlzeiten zwischen den einzelnen Berufsgruppen um mehr als den Faktor sechs", erläutert der Barmer-Vorstandsvorsitzende Prof.  Dr. Christoph Straub. Während die Beschäftigten in der Hochschullehre und -forschung im Schnitt lediglich 5,13 Tage krankgemeldet waren, lag der Durchschnitt bei Post- und Zustelldiensten bei 32,98 Tagen und in der Altenpflege bei 31,28 Tagen. 

Dabei waren auch die Diagnosen, die hauptsächlich zu den Fehlzeiten führen, in den einzelnen Berufsgruppen sehr unterschiedlich. Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems machten vor allem in Berufen mit hohen körperlichen Belastungen den größten Teil der erfassten Fehlzeiten aus. Bei Berufstätigen in der Lagerwirtschaft und in der Reinigung lag der Anteil jeweils bei mehr als 30 Prozent. In vielen Berufsgruppen mit geringeren körperlichen Belastungen waren dagegen vor allem psychische Störungen für Arbeitsausfälle verantwortlich. Im Dialogmarketing mit überwiegend Beschäftigten in Call-Centern wurden etwa 28,7 Prozent der Fehlzeiten mit der Diagnose einer psychischen Störung dokumentiert.

Im Dialogmarketing unterscheiden sich die Erkrankungszeiten und -arten je nach Branche des Arbeitgebers.

Bei Post- und Zustelldiensten unterscheiden sich die Erkrankungszeiten und -arten je nach Branche des Arbeitgebers.


Fehlzeiten und AU-Tage sind durch Coronapandemie beeinflusst

Insgesamt sind die erkrankungsbedingten Fehlzeiten 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 1,5 Prozent gesunken. Der Krankenstand lag damit bei 4,92 Prozent (im Vorjahr: 4,99 Prozent). Für die leicht rückläufigen Fehlzeiten im Gesamtjahr waren die vergleichsweise niedrigen Fehlzeiten ab Mai 2020 verantwortlich. Demgegenüber wurde im März 2020 – also zu Beginn der ersten Welle der Coronapandemie in Deutschland – mit 7,0 Prozent ein ausgesprochen hoher Krankenstand erfasst. Krankmeldungen mit expliziter Nennung einer COVID-19-Diagnose spielten dabei nur eine sehr untergeordnete Rolle, häufig wurden allgemeine Erkältungsdiagnosen als Anlässe für die Krankmeldungen angegeben.

Dies lässt vermuten, dass ein erheblicher Anteil der Beschäftigten in der Anfangsphase der Pandemie auch bei nur leichteren Erkältungssymptomen und eher vorsorglich krankgeschrieben wurde. Auch die Möglichkeit zur Krankschreibung per Telefon bei leichten Erkrankungen der oberen Atemwege, die vom 9. März 2020 an möglich war, dürfte zu dem beobachteten Anstieg im März beigetragen haben. Bei Versicherten mit jüngeren Kindern könnten darüber hinaus die Kita- und Schulschließungen ab Mitte März 2020 insbesondere anfänglich zu mehr Krankmeldungen aufgrund von mangelnden Kinderbetreuungsmöglichkeiten geführt haben. Zu anhaltend erhöhten Fehlzeiten im weiteren Verlauf des Jahres 2020 führten die genannten Einflüsse jedoch nicht.

Jüngere fehlen häufiger, aber kürzer – Ältere seltener, aber länger

Die erfassten Gesamtfehlzeiten werden maßgeblich von wenigen lang andauernden Erkrankungsfällen bestimmt. Trotz einer anteiligen Zunahme der längerfristigen Krankschreibungen dauerten 2020 nur 5,5 Prozent der gemeldeten Arbeitsunfähigkeiten länger als sechs Wochen. Diese wenigen lang andauernden Fälle waren jedoch für mehr als die Hälfte der insgesamt erfassten Fehltage verantwortlich. Länger andauernde Erkrankungsfälle betreffen ältere Beschäftigte häufiger als jüngere Beschäftigte. Jüngere Beschäftigte sind hingegen häufiger krankgeschrieben.

Alle Ergebnisse aus dem Gesundheitsreport nachlesen und detaillierte Zahlen zu den einzelnen Berufen und Branchen recherchieren.

Zum Gesundheitsreport 2021

Belastungsquellen bei Beschäftigten identifizieren

Der Gesundheitsreport zeigt ganz praktisch auf, wo Ansatzpunkte für das betriebliche Gesundheitsmanagement für Sie als Arbeitgeber oder Arbeitgeberin liegen. Wir zeigen Ihnen, wie sich BGM kosteneffizient implementieren lässt und langfristig zur Wirtschaftlichkeit und Kostenreduzierung im Unternehmen beiträgt. Gezielte Maßnahmen können bereits in der Ausbildung oder bei der berufsbegleitenden Fortbildung angeboten werden. Ein Arbeitsleben mit mehr Bewegung und Entspannung verringert so beispielsweise gesundheitliche Beschwerden, steigert die Arbeitsproduktivität und sorgt ganz nebenbei für ein besseres Betriebsklima. Je mehr Unterstützung Ihre Beschäftigten erhalten, desto größer wiederum die Mitarbeiterzufriedenheit und Attraktivität Ihres Unternehmens. Lassen Sie sich von uns beraten.

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Webcode: f000061 Letzte Aktualisierung: 23.10.2019
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