Zwei Männer sitzen zu einem Gespräch miteinander am Tisch im Büro.

Coronavirus

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Finanzielle Hilfen und Möglichkeiten zur Entlastung Ihres Unternehmens

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Autor/in

Internetredaktion Barmer
Inhaltsverzeichnis

Die Sorge hinsichtlich der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie ist nach wie vor groß. Hier finden Sie Informationen, welche Möglichkeiten Sie als Arbeitgeber haben, um über die gesetzlichen Maßnahmen hinaus, Hilfen zu bekommen.

Wer kommt für den Verdienstausfall bei Quarantäne auf?

Arbeitnehmer, die wegen Corona ein Beschäftigungsverbot erhalten bzw. unter Quarantäne gestellt werden, erhalten für bis zu 6 Wochen den Nettoverdienstausfall vom Arbeitgeber weiter ausgezahlt. Die Aufwendungen werden dem Arbeitgeber auf Antrag von der zuständigen Behörde erstattet. Welche die zuständige Behörde ist, ist von Land zu Land unterschiedlich geregelt. In der Regel ist es das Gesundheitsamt oder die Landessozialbehörde. Auf der Homepage des Robert-Koch-Instituts kann mit der Postleitzahl das zuständige Amt ermittelt werden. Dieses berät über die Antragstellung und zu beachtende Fristen.

In Quarantäne-Fällen liegt keine Entgeltfortzahlung im üblichen Sinne vor, sodass eine Erstattung im Rahmen des U1-Verfahrens nicht möglich ist. Ist ein Arbeitnehmer wegen Corona arbeitsunfähig erkrankt, gelten die üblichen Regeln zur Entgeltfortzahlung, und zwar auch dann, wenn die Arbeitsunfähigkeit während der Quarantänezeit beginnt.

Erweiterung des Kinderkrankengelds 2021

Das Bundeskabinett hat den Anspruch auf Kinderkrankengeld für das Jahr 2021 erweitert. Demnach erhalten Eltern jeweils 10 zusätzliche Anspruchstage, Alleinerziehende 20. Dieser Anspruch gilt auch für die Betreuung zu Hause. Lesen Sie hierzu unsere weiteren Informationen und den Antrag zum Kinderkrankengeld.

Bitte beachteten Sie, dass der Verdienstausfall im Rahmen des Infektionsschutzgesetzes (§ 56 IfSG – Entschädigung) in Betreuungsfällen nicht parallel zum Kinderkrankengeld gewährt wird. 

Wer kommt für den Verdienstausfall bei notwendiger Kinderbetreuung auf?

Erwerbstätigen steht eine Entschädigung zu, wenn sie ihrer beruflichen Tätigkeit nicht nachgehen können, weil Einrichtungen zur Betreuung von Kindern oder Schulen aufgrund behördlicher Anordnung vorübergehend geschlossen werden. Die Höhe der Entschädigung beträgt 67 Prozent des Nettoverdienstausfalls, maximal 2.016 Euro pro Monat. Die Entschädigungsleistung wird für längstens 6 Wochen gewährt. Besonderheit: Ein Entschädigungsanspruch besteht nicht, soweit eine Schließung ohnehin wegen der Schulferien erfolgen würde (bitte Ferienzeiten im jeweiligen Bundesland beachten).

Die Aufwendungen werden dem Arbeitgeber auf Antrag von der zuständigen Behörde erstattet. Welche die zuständige Behörde ist, ist von Land zu Land unterschiedlich geregelt. In der Regel ist es das Gesundheitsamt oder die Landessozialbehörde. Auf der Homepage des Robert-Koch-Instituts kann mit der Postleitzahl das zuständige Amt ermittelt werden.

Bemessungsgrundlage für die Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung sind 80 Prozent des der Entschädigung zugrundeliegenden Brutto-Arbeitsentgelts. Die Beiträge trägt die Entschädigungsbehörde allein. Ein Abzug von Arbeitnehmerbeitragsanteilen kommt nicht in Betracht.

Gibt es zusätzliche Leistungen für Beschäftigte?

Arbeitgeber können ihren Beschäftigten Beihilfen und Unterstützungen bis zu einem Betrag von 1.500 Euro steuerfrei auszahlen oder als Sachleistungen gewähren. Mehrfachbeschäftigte können die Corona-Zulage pro Beschäftigung in Anspruch nehmen. Erfasst werden Sonderleistungen, die die Beschäftigten zwischen dem 1. März 2020 und dem 31. Dezember 2020 erhalten. Voraussetzung ist, dass die Beihilfen und Unterstützungen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleistet werden. Die steuerfreien Leistungen sind im Lohnkonto aufzuzeichnen und bleiben auch in der Sozialversicherung beitragsfrei. Der Zeitraum, in dem eine Corona-Prämie steuer- und damit beitragsfrei gewährt werden kann, wurde jetzt bis 31.03.2022 verlängert. Allerdings kann die Förderung nur einmalig genehmigt werden, insgesamt also ein Betrag von 1.500 Euro.

Das Bundesministerium für Finanzen hat eine FAQ zu Corona und Steuern zur Verfügung gestellt. Im Abschnitt VII werden die wichtigsten Fragen rund um die Unterstützungsleistung beantwortet.

Wann sind Erstattungen nach dem AAG (U1-Verfahren) möglich?

Eine Umlageerstattung nach dem AAG ist nur bei krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit möglich. Bei Quarantäne im Falle des präventiven Tätigkeitsverbots kommt nur die Abrechnung des Arbeitsentgeltes über die zuständigen Landesbehörden in Frage.

Welche Melde- und Beitragspflichten gibt es bei Quarantäne?

Bei angeordneter Quarantäne besteht das sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnis regelmäßig fort. Zahlt der Arbeitgeber auftragsweise die Entschädigung aus, übernimmt er auch die üblichen Melde- und Beitragspflichten.

Gibt es Erleichterungen beim Kurzarbeitergeld?

Ja, die Regelungen für den Bezug von Kurzarbeitergeld bei Verringerung von Arbeitszeiten durch Corona (z. B. beim Ausbleiben von Lieferungen) werden erleichtert. Betroffene Unternehmen können Lohnkosten und Sozialabgaben von der Bundesagentur für Arbeit bezahlen lassen. Leiharbeitnehmer sind künftig eingeschlossen. Es müssen nur 10 Prozent der Beschäftigten von Kurzarbeit betroffen sein, damit die Regelungen greifen. Nähere Infos gibt es bei der Bundesagentur für Arbeit. Die versicherungs- und beitragsrechtlichen Regelungen beim Bezug von Kurzarbeitergeld gelten unverändert.

Ist es möglich, die Beiträge zu stunden bzw. in Raten abzutragen?

Ja. Für betroffene Unternehmen sind unter bestimmten Voraussetzungen Stundungen ohne Sicherheitsleistung und Zinserhebung möglich. Hierfür steht Ihnen unser Stundungsantrag für Firmenkunden zur Verfügung. Für eine individuelle Lösung sprechen Sie uns an.

Gibt es Regelungen zur Vermeidung von Insolvenzen?

Die Bundesregierung hat die Insolvenzantragspflicht für Kapitalgesellschaften ausgesetzt, um Unternehmen zu schützen, die infolge der Corona-Pandemie in eine finanzielle Schieflage geraten. Damit soll verhindert werden, dass Unternehmen nur deshalb Insolvenz anmelden müssen, weil die von der Bundesregierung beschlossenen Hilfen nicht rechtzeitig bei ihnen ankommen. Die Aussetzung gilt für Firmen, die pandemiebedingt überschuldet, jedoch nicht zahlungsunfähig sind. Die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht ist mehrfach verlängert worden. Sie gilt jetzt bis zum 30. April 2021, wenn im Zeitraum von November 2020 bis Februar 2021 Hilfeleistungen vom Staat beantragt worden sind.

Wie wirkt sich Corona auf das „Werkstudentenprivileg“ aus?

Der Semesterbeginn wird wegen der Corona-Krise bei vielen Universitäten verschoben. Wie wirkt sich das auf das Werkstudentenprivileg aus? Beschäftigungen, die in den Semesterferien ausgeübt werden, sind versicherungsfrei in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung aufgrund des sogenannten Werkstudentenprivilegs unabhängig vom Umfang der wöchentlichen Arbeitszeit. Dies gilt auch, wenn die Semesterferien über das ursprünglich vorgesehene Ende hinaus ausgeweitet bzw. verlängert werden (so wie aktuell zur Eindämmung der Ausbreitung des COVID-19 von den Ländern beschlossen bzw. angeordnet). Zu beachten ist, dass das Werkstudentenprivileg dann verloren geht, wenn sich Beschäftigungen mit mehr als 20 Wochenstunden im Laufe des Jahres wiederholen und insgesamt mehr als 26 Wochen ausmachen. Beschäftigungen von Studenten unter 20 Wochenstunden sind sowohl in der Vorlesungszeit als auch während der Semesterferien versicherungsfrei.

Was ist für Grenzgänger und Entsandte zu beachten?

Maßnahmen zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie können Grenzgänger und Entsandte treffen. Was ist hierbei zu beachten? Eine durch Corona bedingte vorübergehende Änderung des Tätigkeitsortes oder der Verteilung der Arbeitszeit hat keine Auswirkungen auf das anwendbare Sozialversicherungsrecht.

Sind Anreize bzw. Erleichterungen für Saisonkräfte geplant?

Saisonkräfte – insbesondere Erntehelfer – stehen wegen der Corona Krise nur in deutlich geringerer Anzahl zur Verfügung. Sind hier Anreize bzw. Erleichterungen geplant?

Um Problemen bei der Saisonarbeit insbesondere im Bereich der Landwirtschaft durch die Corona-Krise Rechnung zu tragen, sollen die Zeitgrenzen für eine geringfügige Beschäftigung in Form der kurzfristigen Beschäftigung von drei auf fünf Monate bzw. von 70 auf 115 Tage ausgeweitet werden. Dies sieht ein Sozialschutz-Paket der Bundesregierung vor und soll für den Zeitraum 01.03. bis 31.10.2020 gelten.

Welche Hilfen gibt es für Selbstständige und Freiberufler? Auch Selbstständige können als Privatkunden Hilfen erhalten. Alle Informationen finden Sie hier.

Webcode: f004411 Letzte Aktualisierung: 15.07.2021
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