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Finanzielle Hilfen und Möglichkeiten zur Entlastung für Selbstständige

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Internetredaktion Barmer
Inhaltsverzeichnis

Selbstständige und Freiberufler haben als Versicherte verschiedene Möglichkeiten, Zahlungsschwierigkeiten zu vermeiden. Hier finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema.

Wer kommt für meinen Verdienstausfall auf, wenn ich in Quarantäne muss?

Selbstständige haben  grundsätzlich Anspruch auf finanzielle Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz. Hierzu müssen sie sich direkt an die zuständige Landesbehörde wenden. Bei der Berechnung der Höhe des Verdienstausfalls wird ein Zwölftel des Arbeitseinkommens aus der entschädigungspflichtigen Tätigkeit zugrunde gelegt. Bei einer Existenzgefährdung können entstehende Mehraufwendungen auf Antrag in angemessenem Umfang von der zuständigen Behörde erstattet werden. Selbstständige, deren Betrieb oder Praxis während der Quarantäne ruht, können zusätzlich auf Antrag von der zuständigen Behörde Ersatz für die in dieser Zeit weiterlaufenden Betriebsausgaben erhalten.

Besteht die Möglichkeit, die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge anzupassen?

Wenn der Geschäftsbetrieb wegen der Corona-Krise ruht bzw. stark zurückgefahren werden muss, besteht die Möglichkeit auch außerhalb der gegenwärtigen Corona-Krise. Allerdings bietet die Barmer jetzt vereinfachte Umsetzungsmöglichkeiten.

Gibt es besondere Bedingungen für die Beitragsanpassung?

Ja, eine Beitragsreduzierung können selbstständig Tätige bei Gewinneinbrüchen um mehr als 25 Prozent beantragen.

Welcher Nachweis ist für die Gewinneinbrüche erforderlich?

Hierfür ist normalerweise die Vorlage eines Einkommensteuer-Vorauszahlungsbescheides oder eine Bescheinigung des Finanzamtes erforderlich. Die Barmer akzeptiert aber aktuell auch andere aussagekräftige Unterlagen. Zum Beispiel eine betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) verbunden mit einem kurzen formlosen schriftlichen Antrag. Wenn keine BWA vorliegt bzw. kurzfristig erstellt werden kann, reicht auch eine Schätzung der voraussichtlichen Einnahmen. Gleichzeitig ist zu bestätigen, dass der Gewinneinbruch auf die Corona-Krise zurückzuführen ist.

Ab wann gilt eine etwaige Beitragsreduzierung und wie lange dauert sie an?

Für Anträge, die bis zum 31.03.2020 gestellt wurden, galt der gegebenenfalls reduzierte Beitrag ab dem Folgemonat. Für Anträge, die ab dem 01.04.2020 eingehen, gilt der neue Beitrag dann ab dem Monat, in dem der Antrag eingeht. Die Beitragsreduzierung steht zudem unter Vorbehalt und wird endgültig festgesetzt, wenn der Einkommensteuerbescheid für den Zeitraum vorliegt.  

Besteht auch die Möglichkeit einer (vorübergehenden) beitragsfreien Familienversicherung?

Grundsätzlich setzt dies ausnahmslos eine Gewerbeabmeldung voraus. Vor dem Hintergrund des aktuellen Krisenfalls prüft die Barmer, ob eine Familienversicherung ausnahmsweise auch dann eingeräumt werden kann, wenn die Einkünfte wegen der Krise nicht nur kurzfristig wegbrechen und die Tätigkeit faktisch nicht mehr oder in nur noch sehr reduziertem Umfang ausgeübt wird.

Die Barmer hat sich gegenüber dem GKV-Spitzverband für Erleichterungen bei der Prüfung der Familienversicherung ausgesprochen. Eine Entscheidung hierzu gibt es noch nicht. Begründete vorsorgliche Anträge auf Familienversicherung können aber jetzt schon fristen-wahrend entgegengenommen werden.

Ist es möglich, die Beiträge zu stunden bzw. in Raten abzutragen?

Ja, für Selbstständige sind unter bestimmten Voraussetzungen Stundungen ohne Sicherheitsleistung und Zinserhebung möglich. Hierfür steht Ihnen unser Stundungsantrag für Privatkunden zur Verfügung. Für eine individuelle Lösung sprechen Sie uns an.

Welche Hilfen gibt es für Unternehmen? Alle Informationen finden Sie hier.

Webcode: f004410 Letzte Aktualisierung: 15.07.2021
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