Vorgesetzter und Mitarbeiter im Gespräch

Möglichkeiten zur finanziellen Entlastung für Unternehmen

Auch bei Unternehmen wächst die Sorge hinsichtlich der wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie. Hier finden Sie die wichtigsten Antworten, welche Möglichkeiten es über die gesetzlichen Hilfsmaßnahmen hinaus gibt.

Die wichtigsten Fragen 

Arbeitnehmer, die wegen Corona ein Beschäftigungsverbot erhalten bzw. unter Quarantäne gestellt werden, erhalten für bis zu 6 Wochen den Nettoverdienstausfall vom Arbeitgeber weiter ausgezahlt. Die Aufwendungen werden dem Arbeitgeber auf Antrag von der zuständigen Behörde erstattet. Welche die zuständige Behörde ist, ist von Land zu Land unterschiedlich geregelt. In der Regel ist es das Gesundheitsamt oder die Landessozialbehörde. Auf der Homepage des Robert-Koch-Instituts kann mit der Postleitzahl das zuständige Amt ermittelt werden. Dieses berät über die Antragstellung und zu beachtende Fristen.

In Quarantäne-Fällen liegt keine Entgeltfortzahlung im üblichen Sinne vor, sodass eine Erstattung im Rahmen des U1-Verfahrens nicht möglich ist. Ist ein Arbeitnehmer wegen Corona arbeitsunfähig erkrankt, gelten die üblichen Regeln zur Entgeltfortzahlung, und zwar auch dann, wenn die Arbeitsunfähigkeit während der Quarantänezeit beginnt.

Erwerbstätigen steht eine Entschädigung zu, wenn sie ihrer beruflichen Tätigkeit nicht nachgehen können, weil Einrichtungen zur Betreuung von Kindern oder Schulen aufgrund behördlicher Anordnung vorübergehend geschlossen werden. Die Höhe der Entschädigung beträgt 67 Prozent des Nettoverdienstausfalls, maximal 2.016 Euro pro Monat. Die Entschädigungsleistung wird für längstens 6 Wochen gewährt. Besonderheit: Ein Entschädigungsanspruch besteht nicht, soweit eine Schließung ohnehin wegen der Schulferien erfolgen würde (bitte Ferienzeiten im jeweiligen Bundesland beachten).

Die Aufwendungen werden dem Arbeitgeber auf Antrag von der zuständigen Behörde erstattet. Welche die zuständige Behörde ist, ist von Land zu Land unterschiedlich geregelt. In der Regel ist es das Gesundheitsamt oder die Landessozialbehörde. Auf der Homepage des Robert-Koch-Instituts kann mit der Postleitzahl das zuständige Amt ermittelt werden.

Bemessungsgrundlage für die Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung sind 80 Prozent des der Entschädigung zugrundeliegenden Brutto-Arbeitsentgelts. Die Beiträge trägt die Entschädigungsbehörde allein. Ein Abzug von Arbeitnehmerbeitragsanteilen kommt nicht in Betracht.

Laut Bundesfinanzministerium können Arbeitgeber ihren Beschäftigten Beihilfen und Unterstützungen bis zu einem Betrag von 1.500 Euro steuerfrei auszahlen oder als Sachleistungen gewähren. Erfasst werden Sonderleistungen, die die Beschäftigten zwischen dem 1. März 2020 und dem 31. Dezember 2020 erhalten. Voraussetzung ist, dass die Beihilfen und Unterstützungen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleistet werden. Die steuerfreien Leistungen sind im Lohnkonto aufzuzeichnen und bleiben auch in der Sozialversicherung beitragsfrei.
Eine Umlageerstattung nach dem AAG ist nur bei krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit möglich. Bei Quarantäne im Falle des präventiven Tätigkeitsverbots kommt nur die Abrechnung des Arbeitsentgeltes über die zuständigen Landesbehörden in Frage.
Bei angeordneter Quarantäne besteht das sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsver-hältnis regelmäßig fort. Zahlt der Arbeitgeber auftragsweise die Entschädigung aus, über-nimmt er auch die üblichen Melde- und Beitragspflichten.
Ja, die Regelungen für den Bezug von Kurzarbeitergeld bei Verringerung von Arbeitszeiten durch Corona (z. B. beim Ausbleiben von Lieferungen) werden erleichtert. Betroffene Unternehmen können Lohnkosten und Sozialabgaben von der Bundesagentur für Arbeit bezahlen lassen. Leiharbeitnehmer sind künftig eingeschlossen. Es müssen nur 10 Prozent der Beschäftigten von Kurzarbeit betroffen sein, damit die Regelungen greifen. Nähere Infos gibt es bei der Bundesagentur für Arbeit. Die versicherungs- und beitragsrechtlichen Regelungen beim Bezug von Kurzarbeitergeld gelten unverändert.

Ja. Hierfür ist ein neuer Stundungsantrag erforderlich. Eine automatische Verlängerung der Stundung ist nicht möglich. Gerne ermöglichen wir Ihnen eine individuelle, auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Stundung mit Ratenzahlung. Füllen Sie hierzu einfach den Antrag auf Stundung aus und senden Sie diesen schnellstmöglich an service@barmer.de.

Antrag auf vereinfachte Stundung: Die Regelung des GKV-Spitzenverbands ist auf den Monat Mai 2020 erweitert worden, jedoch an enge Voraussetzungen geknüpft: Unter anderem sind Beiträge von März bis Juni spätestens am 26.06.2020 in einer Summe zu zahlen. Bitte reichen Sie hierzu den vereinheitlichen Stundungsantrag ein.

Ja. Wir bestätigen den betroffenen Arbeitgebern, dass die Beiträge zur Sozialversicherung bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland im März 2020 regelmäßig und pünktlich zu den jeweiligen Fälligkeitsterminen gezahlt worden sind.
Die Bundesregierung hat die Insolvenzantragspflicht für Kapitalgesellschaften bis zum 30.09.2020 ausgesetzt, um Unternehmen zu schützen, die infolge der Corona-Epidemie in eine finanzielle Schieflage geraten. Damit soll verhindert werden, dass Unternehmen nur deshalb Insolvenz anmelden müssen, weil die von der Bundesregierung beschlossenen Hilfen nicht rechtzeitig bei ihnen ankommen.
Beschäftigungen, die in den Semesterferien ausgeübt werden, sind versicherungsfrei in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung aufgrund des sogenannten „Werkstudentenprivilegs“ unabhängig vom Umfang der wöchentlichen Arbeitszeit. Dies gilt auch, wenn die Semesterferien über das ursprünglich vorgesehene Ende hinaus ausgeweitet bzw. verlängert werden (so wie aktuell zur Eindämmung der Ausbreitung des COVID-19 von den Ländern beschlossen bzw. angeordnet). Zu beachten ist, dass das Werkstudentenprivileg dann verloren geht, wenn sich Beschäftigungen mit mehr als 20 Wochenstunden im Laufe des Jahres wiederholen und insgesamt mehr als 26 Wochen ausmachen. Beschäftigungen von Studenten unter 20 Wochenstunden sind sowohl in der Vorlesungszeit als auch während der Semesterferien versicherungsfrei.
Eine durch Corona bedingte vorübergehende Änderung des Tätigkeitsortes oder der Verteilung der Arbeitszeit hat keine Auswirkungen auf das anwendbare Sozialversicherungsrecht . 
Um Problemen bei der Saisonarbeit insbesondere im Bereich der Landwirtschaft durch die Corona-Krise Rechnung zu tragen, sollen die Zeitgrenzen für eine geringfügige Beschäftigung in Form der kurzfristigen Beschäftigung von drei auf fünf Monate bzw. von 70 auf 115 Tage ausgeweitet werden. Dies sieht ein Sozialschutz-Paket der Bundesregierung vor und soll für den Zeitraum 01.03.-31.10.2020 gelten.

Welche Hilfen gibt es für Selbstständige und Freiberufler? Auch Selbstständige können als Privatkunden Hilfen erhalten. Alle Informationen finden Sie hier.

Webcode dieser Seite: f004411 Autor: Barmer InternetredaktionLetzte Aktualisierung: 20.05.2020
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