Eine junge Frau arbeitet im Homeoffice

Social health@work

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Einsamkeit im Homeoffice: Wie die Pandemie die Kommunikation verändert

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Autor/in

Internetredaktion Barmer
Inhaltsverzeichnis

Nach mehr als einem Jahr Pandemie ist Homeoffice für viele alltäglich geworden. Während Berufstätige einerseits von zusätzlicher Freiheit, wegfallenden Arbeitswegen und gesteigerter Produktivität profitieren, leiden sie andererseits unter Konflikten zwischen Familie und Beruf, zu wenig Bewegung und Einsamkeit. 5 Tipps, was sich dagegen tun lässt.

Welche Auswirkungen die digitale Arbeitswelt auf Gesundheit und Produktivität der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hat, beleuchtet die Studie social health@work. Die zweite Befragungswelle zeigt erstmals, welche langfristigen Auswirkungen die Arbeit im Homeoffice auf das Wohlbefinden hat.

Wenn Homeoffice zur Isolation führt

Seit Mitte 2020 stieg der Anteil von Videokonferenzen bei mobil Beschäftigten um 46 Prozent, während das persönliche Gespräch um rund 28 Prozent abnahm. Auch bei nicht mobil arbeitenden Beschäftigten stieg die Nutzung von Videokonferenzen. Dass die Pandemie die Art verändert, wie wir miteinander kommunizieren, ist daher jeden Tag spürbar – doch welche Auswirkungen hat diese Veränderung auf unsere Gesundheit?

Das digitale Arbeiten zu Hause und die damit einhergehende räumliche Distanz stellt Beschäftigte vor nie da gewesene Herausforderungen – sowohl in Bezug auf neue Arbeitsprozesse als auch soziale Beziehungen. Werden diese Herausforderungen nicht überwunden, gerät besonders ein Bereich unseres Wohlbefindens in Gefahr: die soziale Gesundheit. Dieser bisher wenig erforschte Aspekt der Gesundheit beschreibt die Fähigkeit, mit anderen zu interagieren, sinnvolle Beziehungen zu bilden, aber auch, sich verschiedenen sozialen Situationen anpassen zu können.

Räumliche Distanz führt zu sozialer Isolation

Kolleginnen und Kollegen gehören zu den wichtigsten sozialen Kontakten im Leben vieler Beschäftigter. In einer Zeit in der Videokonferenzen den täglichen persönlichen Kontakt im Kollegium zu großen Teilen abgelöst haben, wird die räumliche Isolation deshalb schnell zur sozialen Abgrenzung: Fast jeder Vierte (23,5 Prozent) der mobil Beschäftigten fühlt sich isoliert, so die Studie social health@work. Bei nicht mobil Beschäftigten ist es jeder Fünfte (19,5 Prozent).

Gemeinsam zu arbeiten und immer auf Unterstützung zählen zu können, macht auch den stressigsten Arbeitstag erträglich. Im Homeoffice fühlen sich jedoch 18,3 Prozent der Befragten alleine, ganzen 32,5 Prozent fehlt Gesellschaft. Die Studie gibt ebenfalls einen Hinweis darauf, dass sich diese Problematik mit der Zeit verstärken könnte: Im Vergleich zum Sommer 2020 sank das Zugehörigkeitsgefühl im Team bei mobil Beschäftigten um drei Prozent. Dies ist eine Herausforderung, die es nun durch den dritten Lockdown und der Selbstverpflichtung zum Homeoffice noch dringender zu überwinden gilt.

Infografik Mobil Beschäftigter in Deutschland die sich einsam fühlen


5 Tipps zur Kommunikation, um Einsamkeit im Homeoffice vorzubeugen

  1. Die richtige Medienwahl: Mimik und Gestik sind Faktoren, die in der Kommunikation eine wichtige Rolle spielen. Ohne sie kann so manche Nachricht missverstanden werden. Überlegen Sie deshalb ganz bewusst, welches Thema über welches Medium kommuniziert werden kann. Bei unproblematischen Gesprächen reicht es meist, zum Telefonhörer zu greifen oder sogar nur eine E-Mail zu schreiben. Wird es komplizierter oder emotionaler, ist die Videokonferenz die bessere Wahl. Beachten Sie jedoch, dass Mimik und Gestik auch hier eingeschränkt und zum Teil zeitverzögert wirken kann. Für manche Angelegenheiten könnte deshalb ein persönliches Gespräch erforderlich sein.
  2. Bewusster Medienwechsel: Videokonferenzen können unter Druck setzen. Beim Gespräch fühlen sich Teilnehmer beobachtet und werden unaufhörlich mit ihrem eigenen Spiegelbild konfrontiert. Wo möglich, sollten Sie Gespräche deshalb auch einmal mit dem Telefon führen. Ein weiterer Vorteil: Während eines Telefonats können Sie sich frei bewegen und auch einmal aufstehen. So steigern Sie Ihre Bewegung, die im Homeoffice meist zu kurz kommt.
  3. Gemeinschaftsgefühl fördern: Das Gefühl von Einsamkeit entsteht, wenn Menschen sich einer Gruppe nicht zugehörig fühlen. Egal ob Führungskraft oder betroffener Beschäftigter: Ergreifen Sie die Initiative, binden Sie alle Teammitglieder mit ein und führen Sie regelmäßig Gespräche, die über Berufliches hinausgehen. Möglich sind zum Beispiel gemeinsame virtuelle Mittagsessen oder Online-Spieleabende.
  4. In Kontakt bleiben: Den Kontakt zu Kolleginnen und Kollegen zu halten, fällt in der digitalen Welt besonders schwer. Ob zwischen Meetings, zum Start in den Tag oder nach einer anstrengenden Woche, rufen Sie Ihre Lieblingskollegen einfach an. Der private Austausch hilft, ein Stück Normalität zurückzuerlangen.
  5. Analoge Verschnaufpause: Es gibt Tage, an denen hilft weder ein Videocall noch ein Telefonat gegen das Gefühl von Isolation. Überlegen Sie in solchen Situationen, in welchem Rahmen ein Treffen mit Kolleginnen und Kollegen unter Einhaltung aller nötigen Schutzmaßnahmen möglich wäre – zum Beispiel bei einem Spaziergang oder bei sportlicher Betätigung im Freien.
Webcode: f005262 Letzte Aktualisierung: 03.05.2021
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