Ein junger Mann gießt seine Blumen

Natur als Lebensrezept: Ein ewiger, entspannter Kreislauf

Atmen. Tiefes Einatmen und erraten, was man riecht. Klee? Heu? Dieser besondere Geruch sonnengewärmter Haut? Diese spielerische Übung lässt sich überall dort machen, wo bestenfalls nichts ist außer Wald und Wiese. Der Rückzugsort all jener, deren Rezept für Ausgleich, Gesundheit und Glück in der Natur zu finden ist. Ein Ort, der seit jeher als Quelle menschlicher Gesundheit gilt. Keine Angst, zwischen splitterfasernackt um einen Baum tanzen und einem Leben in der Betonwüste liegt eine wunderbare – Grünzone.

Natur für dich entdecken

Natur als Lebensrezept kann absolut individuell verstanden werden und bedeutet ganz einfach gesagt nur, dass man seine Energie für den stressigen, aufregenden und fordernden Alltag dort sucht, wo alles seinen Ursprung hatte. Das kann so verstanden werden, dass man an einigen Wochenenden im Jahr unter freiem Himmel schläft, im Wald spazieren geht oder – für die ganz Konsequenten – sein gesamtes Leben aufs Land verlegt. 

Dabei müssen Stadt und Land keinesfalls in Konkurrenz zueinander stehen. Die immer nachhaltiger und rücksichtsvoller denkenden Millennials greifen auch bei Natur als Stadtkonzept immer tiefer in die Trickkiste. Im Trend liegen dabei vertikale Beete an Hauswänden, Dachgärten in luftigen Höhen und die Wiederentdeckung des Schrebergartens. Yoga im Park, Umweltbewusstsein in Form von weniger Müllproduktion und Müllverbrauch sowie bewusster Konsum von Essen und Kosmetik mit Biostempel reihen sich in das natürliche Lebenskonzept ein. Wer die Stadt mag, darf auch die Natur lieben – und andersrum.

Einfach mal raus!

Wir alle kennen diesen Spruch, der dann unsere Lippen verlässt, wenn wir einen Tapetenwechsel brauchen. „Einfach mal raus“ kann in diesem Zusammenhang sicherlich bedeuten, den Hörsaal zu verlassen, um auf dem Flur seine Gedanken zu sortieren. „Einfach mal raus“ kann jedoch auch zu einer wohltuenden Routine gemacht werden. Denn an kaum einem anderen Ort als der Natur wird der Kopf so frei, während die Lungen mit richtig viel Sauerstoff durchspült werden. Weniges ist gleichermaßen so gut für unseren Körper und unseren Geist.

In unserem von der Digitalisierung geprägten Leben hat der gewohnte Gang ein ganz anderes Tempo. Von uns wird schnelles Denken und Handeln sowie ein extrem hohes Maß an Anpassungsvermögen verlangt. Was heute noch cool ist, kann morgen schon wieder vorbei sein. Wo gestern noch unser Lieblingscafé war, steht morgen schon ein Coworking Büro. Was unsere Eltern ganz extrem als Wandel der Zeit empfinden, ist für uns Normalität – doch jeder hat das Recht, auch dieser ganz bewusst den Rücken zuzudrehen, um für einen Moment wieder mit dem Boden zu verwachsen.

Die Füße wieder auf dem Boden spüren. Eine gute Übung fürs persönliche Naturrezept. Barfuß im Matsch, auf einer frisch gemähten Sommerwiese oder im eiskalten Bergsee: Wer seinen Körper der ungefilterten Natur aussetzt, fordert bei Sonne, Wind, Regen und Schnee das Immunsystem heraus. Denn anders als in der Stadt, wo Bakterien der Kampf angesagt wird, sind diese in der Natur zu Hause und ein wichtiger Bestandteil des ewigen Kreislaufs. Scheue dich daher nicht vor Schmutz, zelebriere ihn. Natur härtet Körper und Geist ab, dafür muss man nicht die Zugspitze erklimmen. Sich seltener die Hände zu waschen, den Fleck auf der Jeans einfach mal Fleck sein und das Haar zerzaust im Wind wehen zu lassen, katapultiert uns bereits weit weg von allem, was zu unserer Alltagsroutine gehört.

Dem Lauf der Natur folgen

Der Alltag von Schülern, Studenten und Arbeitnehmern ist durch Zeit geprägt. Wir müssen morgens aufstehen, dürfen nicht zu spät kommen, müssen uns an Abgabetermine halten und abends die letzte Bahn noch erwischen. Zeit lenkt unser Leben und tickt im Hintergrund unentwegt. Wir nehmen sie bewusst, aber auch sehr oft unbewusst war. Das Resultat eines zeitgesteuerten Lebens ist, dass es uns immer schwerer fällt abzuschalten. Denn unser Unterbewusstsein lässt sich nicht so leicht abschalten wie ein Wecker.

In der Natur spielt Zeit in der Form, wie wir sie definieren, keine Rolle. Die Natur fügt sich Jahreszeiten, Wetterbedingungen und einem – im wahrsten Sinne des Wortes – natürlichen Lauf der Dinge. Wer also ganz bewusst Zeit in und mit der Natur verbringt, kann lernen, ganz bewusst abzuschalten. Wie? Uhr und Handy zu Hause lassen, Freunde einpacken und von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang im Freien verbringen. Wer sich an Zeiten erinnert, in denen wir draußen spielen durften, bis es dunkel wird, kann dieses befreiende Gefühl sicherlich nachempfinden.

Das Lebensrezept „Natur“ ist ein Geschenk für alle Sinne. Es ist ein berechenbarer Kreislauf aus Säen, Wachsen und Ernten, der schon immer da war und immer da sein wird. Ein schöner und beruhigender Gedanke, nicht war?

Textnachweise

  • Autorin: Sarah Meerhaus
  • Qualitätssicherung BARMER: Internetredaktion
Webcode dieser Seite: s080014 Autor: Barmer Erstellt am: 28.06.2018 Letzte Aktualisierung am: 23.07.2018
Nach oben