Ein junges Pärchen kocht zusammen

Wer sich nährt, der liebt sich: Wie ein gutes Verhältnis zum Essen dein Leben bereichert

Vegetarier, Veganer, Flexitarier, Frutarier, Pescetarier, Rohköstler und Freeganer: Die Liste der gängigen Ernährungsarten gleicht einem Füllhorn aus Überzeugungen, Motiven und Modeerscheinungen. Essen ist heutzutage nicht überlebenswichtige Maßnahme, sondern drückt in hohem Maße das aus, wofür wir stehen und einstehen. Ganz nach dem Motto „Zeig mir, was du isst, und ich sage dir, wer du bist“.

Unser kompliziertes Verhältnis zum Essen

Unter uns, wer soll das noch auf Anhieb verstehen? Niemand. Und das macht Sinn. Denn was wir essen, wie wir essen und mit wem wir essen, wirkt sich ganz stark auf unsere seelische und körperliche Gesundheit aus. Es lohnt sich daher, sein Essverhalten verstehen zu lernen und sich individuell zu überlegen, wie man Ernährung in all ihren Formen zum nahrhaften Bestandteil des Lebensrezepts macht.

Unser Alltag ist wahnsinnig verführerisch, wenn es darum geht, Essen als Begleiterscheinung zu betrachten. Wir essen in der Bahn, im Auto und am Schreibtisch. Wir bestellen Essen im Internet und warten, bis es an unsere Tür klopft. Wir kauen es to go, während wir mit einem Ohr am Handy hängen, und essen abends vor dem Laptop beim Schauen unserer Lieblingsserie. Nichts daran ist per se verwerflich, denn unser Nahrungsverhalten passt sich automatisch dem rasanten Lifestyle unserer globalisierten Welt an.

In einer Gesellschaft, die Essen im Überfluss erzeugt und konsumiert, ist ein gesundes Verhältnis zum Essen schwierig. Dabei kann Essen so schön entschleunigend sein. Besonders dann, wenn man es nicht (nur) als Energielieferant und Dickmacher betrachtet. Essen lässt unsere Haut und Haare strahlen. Essen ist die kürzeste Verbindung zwischen Hunger und einem wundervollen Abend mit Freunden. Essen ermöglicht uns, bewusst wieder mehr Zeit zu nehmen. Wenn wir es mit Freunden und Familie teilen, ist Essen humorvoll, sozial und kommunikativ.

Lebensmittel wieder erleben

Doch wie lassen sich Ernährungsformen, der eigene Kräutergarten und Zeit für Kochabende in unser Leben integrieren? Zu allererst mit Geduld. Geduld mit uns selbst. Nicht alles auf einmal umschmeißen und meinen, über Nacht zum Foodblogger werden zu müssen. Auf Englisch gibt es dafür den schönen Begriff „Babysteps“ – Minischritte, wenngleich sie anfangs wackelig sind. Wer in die Welt der Ernährungsformen eintauchen möchte, der probiert sie im wahrsten Sinne des Wortes einfach aus. Wie reagiert mein Körper, wenn ich eine Woche lang auf Milchprodukte verzichte? Wie reagiert mein Geldbeutel, wenn ich eine Woche selber koche? Wie reagieren meine Eltern, wenn ich meinen Balkon in ein Küchenkräuterparadies verwandle?

Die glamouröse Welt der Fotocommunities stilisiert Essen gerne zu einer Kunstform, die nur wenige beherrschen. Das kann einschüchternd wirken – sollte es aber nicht. Wer Essen für sich entdeckt und daraus individuelle Lebensrezepte zaubert, der wird merken, dass das Wort „Lebens“ in „Lebensmittel“ noch ganz andere Bedeutungen hat. Denn ein gesundes, aufgeschlossenes und neugieriges Verhältnis zu Nahrung, Produktgruppen und Verwendungsmöglichkeiten öffnet uns eine Welt, die alle unsere Sinne herausfordert.

Wer sich mit Heimgärtnern beschäftigen möchte, der kann heute Salat und Kräuter mit Anleitung einfach zu Hause züchten. Das gute Händchen vieler Startups ist dafür die ideale Spielwiese für das Kultivieren eines grünen Daumens. Wie? Vorgefertigte Pflanzenkisten und Samenpakete bringen einen ganz neuen Aspekt des Essens in deine vier Wände – stressfrei und absolut nachhaltig. So kann es sein, dass du schon nach wenigen Wochen ein Kino-Date absagst und dich für ein Blind Date mit der Blattpetersilie entscheidest.

Textnachweise

  • Autorin: Sarah Meerhaus
  • Qualitätssicherung: Barmer Internetredaktion

 

Webcode dieser Seite: s080022 Autor: Barmer Erstellt am: 28.06.2018 Letzte Aktualisierung am: 28.06.2018
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