Magdalena Puhl spielt auf einer Ukulele

Die Zutaten meines Lebensrezepts

Ich bin Mäggi, 23, Studentin, angehende Sonderpädagogin, Hobby-Musikerin, Hobby-Model und Hobby-Köchin. Ich bin leidenschaftliche Viel-Leserin und gleichzeitig viel unterwegs und gerne unter meinen Liebsten. Ich versuche neben
meinem Studium viel zu reisen und neue Dinge zu entdecken, die mich begeistern, genieße aber auch immer das Heimkommen. Mein Leben in offener und selbstverständlicher Weise bei Instagram zu teilen, nutze ich als Chance, Menschen mit meiner Begeisterung fürs Leben anzustecken. Trotzdem ist es auch für mich nicht immer einfach, das Gleichgewicht zu halten. Damit mir das gelingt, versuche ich nach einem bestimmten Rezept zu leben, das vor allem aus Balance besteht und mir beim Balancieren im Alltag hilft.

Auf meinen Bauch hören

Ich musste wegen einer früh aufgetretenen Krankheit und einigen Krankenhausaufenthalten schon zeitig ein Bewusstsein für meinen Körper und meine Gesundheit entwickeln und im wahrsten Sinne „auf meinen Bauch hören“. Doch statt das Ganze als Hürde zu sehen, begann ich mit der Zeit einfach mein Leben nach dem Pippi-Langstrumpf-Prinzip zu gestalten - wie es mir gefällt und wie es mich glücklich macht. Heute weiß ich genau, was mein Körper braucht, was mir guttut, und was eher Ausnahmen sein sollten. Schwenkt mein Körper die weiße Flagge, habe ich die Verantwortung, das Ganze für mich zu erkennen. Wenn mir das gelingt, ist er eigentlich ganz gut zu händeln. Er vertraut mir und ist im Gleichgewicht. Doch wie genau habe ich das herausgefunden? Es war ein jahrelanger Prozess des Ausprobierens. Herausgekommen ist dabei so etwas wie mein ganz persönliches Rezept für ein gesundes Leben.

Bewusste Ernährung und Bewegung

Besonders wichtig für mich und Grundzutat in meinem Rezept: die richtige Ernährung in Verbindung mit regelmäßiger Bewegung. Ich lebe seit meinem 11. Lebensjahr vegetarisch, eine Entscheidung, die ich als junges Mädchen getroffen und niemals bereut oder überworfen habe. Es hat sich immer richtig angefühlt, sowohl was die Gesundheit angeht, als auch aus Respekt den Tieren gegenüber. Ich liebe es, bewusst einzukaufen, auf den Markt zu gehen (der glücklicherweise direkt vor meiner Haustür ist), selbst im Garten meiner Eltern zu ernten und am meisten liebe ich das Kochen. Was gibt es besseres, als ein selbstgekochtes Gericht mit frischen Zutaten, das nach einer fetten Portion Natur schmeckt? Auch wenn es im Alltag mal nicht gelingt, finde ich es wichtig, offen zu bleiben und neue Dinge auszuprobieren. Vor einem halben Jahr habe ich beispielsweise die vegane Ernährung getestet und meinen Körper von seiner mit Abstand besten Seite kennengelernt.

Ernährung ist das Eine, aber ohne Bewegung bin ich nicht im richtigen Einklang mit meinem Körper. Schuldig dafür ist natürlich auch mein großer Spaß an süßen Sachen. Sich Dinge bewusst zu gönnen und das richtige Maß zu finden sind eben wichtig. Durch Yoga bekommt mein Körper nicht nur die Bewegung, die er braucht, sondern auch eine große Portion Entspannung, die ich neben dem Auspowern durch Kraftsport sehr brauche. Da ich viel unterwegs bin, muss ich flexibel sein, was den Sport angeht, und habe mir auch ein eigenes Programm ohne Geräte zusammengestellt. Es braucht nicht viel, nur Regelmäßigkeit und Disziplin, die ich auch nicht immer habe. Wer ist schon perfekt?

Was mir Kunst gibt

Eine weitere Zutat, für die ich brenne: die Kunst. Ganz lange habe ich nicht gewusst, was mir fehlt, aber da war etwas, das ich nicht benennen konnte. Als ich mich endlich für sie geöffnet hatte, bekamen viele neue Dinge plötzlich Platz in meinem Leben: Künstler die mich inspirieren, Zeit mit Musikern zu verbringen, sich inspirieren zu lassen und auszutauschen, zu malen, Ausstellungen zu besuchen, in andere Welten einzutauchen, die Fotografie und natürlich meine Bücher – das Lesen ist für mich Meditation und Rückzugsort. Und am schönsten ist, diese Leidenschaften mit jemandem zu teilen, der sich für all das genauso begeistert wie man selbst. Durch die Menschen die ich in den letzten Jahren kennengelernt habe, wurde mir klar, wie unterschiedlich jeder seine Kunst lebt. Der Prozess ist es, zum Beispiel der des Schreibens oder Musikmachens, der mir so viel bedeutet. Meiner Meinung nach entwickelt sich durch diesen Prozess die Persönlichkeit: Man lernt unterbewusst Dinge wie Achtsamkeit, ändert vielleicht versteifte Verhaltensmuster, entwickelt neue Ziele und Bedürfnisse. Der künstlerische Schaffensprozess bedeutet für mich Glück in seiner reinsten Form und formuliert für mich ganz automatisch die Prioritäten in meinem Leben. Ich möchte in meinem Tun, in der Kunst und im Leben, nicht das Ergebnis beurteilen, sondern den Weg dahin genießen. Aufhören sich zu vergleichen und seine eigene Kunst selbst wertzuschätzen ist das Geheimnis.

Menschen, die mich glücklich machen

Auf dem Weg zu mir selbst haben mich viele begleitet. Doch erst später wusste ich, wie wenige Menschen es wirklich braucht. Und das sind die Menschen, die mich glücklich machen. Menschen die meine Tiefen und meine Schwächen kennen und mich unterstützen. Bei denen ich „heimkomme“. Ich bin Familienmensch, eindeutig. In meiner Mama habe ich den Menschen gefunden, der mich mit Abstand am besten kennt. Ich habe Freunde, mit denen ich all meine Sorgen und mein Glück teilen kann und bei denen ich ohne nachzudenken einfach „bin“.

Und dann ist da noch meine Liebe, die für mich Inspiration und Halt bedeutet und jemand ist, der nach einem ähnlichen Lebensrezept kocht und meines damit rund macht. Meine Herzmenschen – sie sind Basis und Fundament für mich und die gemeinsame Zeit ist unbeschreiblich kostbar. Natürlich ist es das Schönste, wenn ich einen von ihnen auf Reisen bei mir habe, aber jeder weiß ja, dass Vorfreude aufeinander und langersehntes Wiedersehen ganz besondere Dinge sind. Man lernt vielleicht erst so, die gemeinsame Zeit wirklich wertzuschätzen und zu genießen. Und irgendwie habe ich sie ja trotzdem immer dabei.

Menschen sind also definitiv die besondere und wichtigste Geheimzutat in meinem Rezept.

Textnachweise

  • Autorin: Magdalena Puhl
  • Qualitätssicherung BARMER: Internetredaktion
Webcode dieser Seite: s080027 Autor: BarmerLetzte Aktualisierung am: 28.06.2018
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