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Saisonarbeitnehmer

Einige Branchen und Wirtschaftszweige sind häufiger als andere von saisonalen Schwankungen betroffen. Wer seinen Bedarf an Arbeitskräften vorübergehend deckt, muss diese Besonderheiten bei der Sozialversicherung beachten.

Saisonarbeit fällt nur zu einer bestimmten Zeit des Jahres an – etwa in der Landwirtschaft, im Tourismus oder in der Gastronomie. Doch auch wenn Beschäftigte zeitlich befristet eingestellt werden, ist es wichtig, die versicherungsrechtlichen Rahmenbedingungen zu kennen.

Saisonale Aushilfen werden meist nur für kurze Zeit benötigt. Handelt es sich hierbei um eine kurzfristige Beschäftigung, ist diese in der Regel versicherungs- und beitragsfrei in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. Es gelten dieselben Regelungen wie für Aushilfen. Die Beschäftigung darf jedoch

  • nicht länger als drei Monate oder 70 Arbeitstage dauern,
  • nicht berufsmäßig ausgeübt werden
  • und muss von Anfang an befristet sein.

Die Höhe des Einkommens spielt dabei keine Rolle.

Um sicherzugehen, dass die Saisonarbeit als kurzfristige Beschäftigung einzustufen ist, sollten Arbeitgeber nach Vorbeschäftigungszeiten fragen. Für den Fall, dass im laufenden Kalenderjahr bereits eine ähnliche Beschäftigung vorangegangen ist, sind die Beschäftigungszeiten zusammenzurechnen. Werden die maßgeblichen Zeitgrenzen überschritten, tritt Versicherungspflicht ein.

Ebenfalls zu prüfen ist, ob eine berufsmäßige Beschäftigung vorliegt. Dies trifft etwa dann zu,

  • wenn der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin arbeitsuchend ist,
  • die Beschäftigung zwischen Schulabschluss und Beginn eines freiwilligen Dienstes ausgeübt wird (z. B. Freiwilliges Soziales Jahr).
  • und das Arbeitsentgelt monatlich 450 Euro übersteigt.
Liegt eine versicherungspflichtige Beschäftigung vor, müssen Arbeitgeber die DEÜV-Anmeldung mit dem Kennzeichen "Saisonarbeitnehmer" versehen. Dies gilt dann, wenn der Saisonarbeiter für eine auf bis zu acht Monate befristete Beschäftigung nach Deutschland gekommen ist.

Saisonarbeiter sind gegenüber der Krankenkasse nachweispflichtig. Ausländische Arbeitnehmer zeigen mit der A1-Bescheinigung zum Beispiel an, dass für sie die Vorschriften des Landes gelten, in dem die Hauptbeschäftigung ausgeübt wird bzw. in dem sie selbstständig tätig sind.

Mit der Abmeldung endet in der Regel auch der Versicherungsschutz bei Saisonarbeitern. Arbeitnehmer müssen bei ihrer Krankenversicherung  daher innerhalb von drei Monaten nach dem Ende der Beschäftigung die Weiterversicherung beantragen. Die Kasse prüft anschließend, ob eine freiwillige Weiterversicherung in Frage kommt. Hierzu ist es bespielweise notwendig, dass ein Wohnsitz oder ein ständiger Aufenthalt in Deutschland nachgewiesen wird. Sofern der Arbeitnehmer auch nach drei Monaten nicht reagiert, wird die Versicherung beendet.

Weitere Informationen finden Sie im Rundschreiben des GKV-Spitzenverbands zur Anschlussversicherung für Saisonarbeiter.

Webcode dieser Seite: f002126 Autor: Barmer Erstellt am: 19.06.2018 Letzte Aktualisierung am: 19.06.2018
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