Was sind Minijobs?

Arbeitnehmer, die eine geringfügig entlohnte Beschäftigung ausüben, sind in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung versicherungsfrei. In der Rentenversicherung besteht hingegen Versicherungspflicht. Gleiches gilt auch für geringfügig entlohnte Beschäftigungen im Privathaushalt. Kurzfristige Beschäftigungen sind in allen Sozialversicherungszweigen versicherungsfrei.

Hier lesen Sie Details zu:

Minijobs sind geringfügig entlohnt und damit in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung versicherungsfrei, wenn das regelmäßige Arbeitsentgelt 450 Euro im Monat nicht übersteigt. Die Schwelle zwischen Versicherungspflicht und -freiheit liegt also bei 450 Euro. Diese Arbeitsentgeltgrenze gilt auch dann, wenn der Minijob im Laufe eines Kalendermonats beginnt oder endet. Der Monatswert von 450 Euro gilt auch dann, wenn die Beschäftigung nicht während des gesamten Kalendermonats besteht. Ein anteiliger Monatswert ist nicht zu bilden.

Besonderheiten sind in der Rentenversicherung zu beachten. Seit 1.1.2013 sind geringfügig entlohnte Beschäftigungen rentenversicherungspflichtig, eine Befreiung ist auf Antrag aber möglich.

Zum Pauschalbeitrag des Arbeitgebers in Höhe von 15 Prozent müssen die Beschäftigten ohne Rentenversicherungs-Befreiung generell einen Aufstockungsbetrag von zurzeit 3,6 Prozent selber entrichten. In der Krankenversicherung trägt der Arbeitgeber einen Pauschalbeitrag von 13 Prozent.

Entscheidend sind die regelmäßigen Bezüge. Dazu gehören auch einmalige Einnahmen (zum Beispiel Weihnachtsgeld), sofern sie mit "hinreichender Sicherheit", das heißt zum Beispiel aufgrund eines Tarifvertrages oder durch betriebliche Übung mindestens einmal im Jahr, zu erwarten sind.

Beispiel

  • Entgelt monatlich: 425 Euro
  • Weihnachtsgeld: 425 Euro
  • Regelmäßige Bezüge: 425 Euro x 13 : 12 = 460,42 Euro

Beurteilung: Der Job ist versicherungspflichtig.

Wenn der Arbeitnehmer auf die einmalige Einnahme zuvor schriftlich verzichtet hat, wird sie nicht angerechnet. Bitte nehmen Sie die Verzichtserklärung zu den Lohnunterlagen.

Beschäftigungsverhältnisse sind versicherungsfrei, wenn sie auf drei Monate oder 70 Arbeitstage begrenzt sind und dabei nicht berufsmäßig ausgeübt werden. Dies kann insbesondere auf Schüler, Studierende, Hausfrauen oder Rentner zutreffen. Es wird das jeweilige Kalenderjahr, nicht das Zeitjahr zugrunde gelegt.

Beispiel 1

  • Beschäftigung: 1. Juli bis 15. August 2018
  • Rahmenfrist: 1. Januar bis 15. August 2018

Beurteilung: In diesem Fall ist zu prüfen, ob Ihr Minijobber in der Zeit vom 1. Januar bis 15. August 2018 insgesamt mehr als drei Monate oder 70 Arbeitstage kurzfristig beschäftigt war. Auch für die Beurteilung, ob es sich um einen berufsmäßigen Arbeitnehmer handelt, ist diese Rahmenfrist zugrunde zu legen.

Beispiel 2

  • Beschäftigung: 1. Dezember 2018 bis 31. März 2019
  • Monatsentgelt: 900 Euro

Beurteilung: Der Job ist versicherungspflichtig.

Spezialfall

Wenn Sie einen Mitarbeiter einstellen, der bei Ihnen mehr als 450 Euro monatlich verdient und gleichzeitig ALG-I oder ALG-II bezieht, kann er dennoch versicherungsfrei in der Arbeitslosenversicherung sein. Vorausgesetzt er arbeitet weniger als 15 Stunden in der Woche. Dann handelt es sich um eine "kurzzeitige Beschäftigung" im Sinne der Arbeitslosenversicherung.

Sogenannte haushaltsnahe Dienstleistungen sind Minijobs, die normalerweise von Familienmitgliedern ausgeführt werden. Auch für diese Jobs gilt die 450-Euro-Regelung. Hierzu zählen zum Beispiel:
  • Kochen,
  • Putzen,
  • Betreuung von Kindern, kranken, alten und pflegebedürftigen Menschen sowie
  • Gartenarbeit.

Der Arbeitgeber muss seine Haushaltshilfe bei der Minijob-Zentrale der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See anmelden. Die Beiträge werden per Haushaltsscheckverfahren und Einzugsermächtigung abgebucht.

Ausführliche Erläuterungen und Beispiele zu den geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen enthalten die sogenannten "Geringfügigkeitsrichtlinien" der Spitzenorganisationen der Sozialversicherung.

Ab dem 1. Januar 2019 beträgt der gesetzliche Mindestlohn 9,19 Euro brutto je Zeitstunde.

 

Für Sie zum Herunterladen:

Geringfügigkeits-Richtlinien (PDF, 505 KB)
Haushaltsscheckverfahren (PDF, 6 MB)

Webcode dieser Seite: f000095 Autor: BarmerErstellt am: 03.06.2014 Letzte Aktualisierung am: 28.02.2019
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