Niedriglohn-Jobs & Gleitzone

Niedriglöhner sind sozialversicherungspflichtig. Die Gleitzone gewährt jedoch Arbeitnehmern einen reduzierten Beitragsanteil, der linear ansteigt. Arbeitgeber müssen für Niedriglöhner den vollen Beitragsanteil zahlen.

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Wer über 450 Euro verdient, wird nicht gleich mit den vollen Sozialversicherungsbeiträgen belastet. Es beginnt vielmehr mit ermäßigten Beiträgen, die innerhalb der Gleitzone linear ansteigen. Der lineare Anstieg der Sozialversicherungsbeiträge gilt allerdings nur für den Arbeitnehmeranteil. Arbeitgeber müssen für Niedriglöhner den vollen Beitragsanteil zahlen.
Die besonderen beitragsrechtlichen Regelungen gelten, wenn das durchschnittliche monatliche Arbeitsentgelt innerhalb der Gleitzone liegt. Dabei muss bei Mehrfachbeschäftigten das Arbeitsentgelt aus allen Beschäftigungen zusammengerechnet werden. Für die Ermittlung des regelmäßigen Arbeitsentgelts gelten die gleichen Regelungen, die auch bei 450-Euro-Jobs gelten.
Niedriglöhner sind im Gegensatz zu Minijobbern grundsätzlich versicherungspflichtig in der Sozialversicherung. Die Arbeitnehmer zahlen jedoch nur noch einen reduzierten Beitragsanteil, der von 450,01 Euro bis 850 Euro ansteigt.

Rein rechnerisch wird der reduzierte Beitrag ermittelt, indem die Beitragsbemessungsgrundlage für den Arbeitnehmer (das beitragspflichtige Arbeitsentgelt) vermindert wird.

Der für die Berechnung des verminderten Gesamtsozialversicherungsbeitrags maßgebliche Faktor F beträgt ab 1. Januar 2018 0,7547. Die vereinfachte Gleitzonenformel lautet somit: 

Beitragspflichtige Einnahme = 1,2759625 x Arbeitsentgelt - 234,568125

Das Ergebnis der Berechnung ist auf zwei Dezimalstellen zu runden; die zweite Dezimalstelle ist um 1 zu erhöhen, wenn sich in der dritten Dezimalstelle eine der Zahlen 5-9 ergeben würde.

Zur Berechnung empfehlen wir den Gleitzonenrechner des vdek .

Anders als bei geringfügigen Beschäftigungen liegt die Abwicklung des Melde- und Beitragswesens bei Niedriglohn-Jobs nicht im Zuständigkeitsbereich der Minijob-Zentrale, sondern bei der jeweiligen Krankenkasse des Arbeitnehmers.

Wenn eine Beschäftigung in die Gleitzone übergeht oder sie verlässt, ist hierfür keine besondere Meldung zu erstatten.

  • 0 = kein Arbeitsentgelt innerhalb der Gleitzone beziehungsweise Verzicht auf die Anwendung der Gleitzonenregelung in der gesetzlichen Rentenversicherung.
  • 1 = Gleitzone; die tatsächlichen Arbeitsentgelte betragen in allen Entgeltabrechnungszeiträumen von 450,01 Euro bis 850 Euro.
  • 2 = Gleitzone; die Meldung umfasst sowohl Entgeltabrechnungszeiträume mit tatsächlichen Arbeitsentgelten von 450,01 Euro bis 850 Euro, als auch solche mit tatsächlichen Arbeitsentgelten unter 450,01 Euro oder über 850 Euro.
Webcode dieser Seite: f000096 Autor: Barmer Erstellt am: 03.06.2014 Letzte Aktualisierung am: 19.11.2018
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