Junge Frau mit Smartphone auf der Couch

Tipps zum Medienkonsum

Die digitalen Medien erleichtern Alltag und Beruf. Und eröffnen viele Freizeitmöglichkeiten. Manches wäre ohne das Internet gar nicht denkbar, wie die Informations-Suche oder Online-Spiele, die allein oder gemeinsam ein beliebter Zeitvertreib sind. Auch die sozialen Medien eröffnen neue Horizonte. Man kann sich mit Freunden und Verwandten in aller Welt vernetzen. Schwierig wird es allerdings, wenn die digitalen Möglichkeiten zum Lebensinhalt werden – und eine Online-Sucht entsteht.

Für die exzessive, nicht mehr kontrollierbare Nutzung von Smartphone, Tablet und Co hat sich umgangssprachlich der allgemeine Begriff Online-Sucht eingebürgert. Menschen, denen es nicht leichtfällt, Kontakte zu anderen zu knüpfen und Beziehungen aufzubauen, gelten dabei als besonders anfällig. Auch ein schwaches Selbstwertgefühl, soziale Isolation und Konflikte gelten als Risikofaktoren. Wer sich von der Welt nicht angenommen fühlt, sucht in der virtuellen Welt Alternativen, so kann man die weitverbreitete Einschätzung der Risikofaktoren zusammenfassen. Hinzu kommen biochemische Zusammenhänge: Wird während eines Videospiels das Belohnungssystem im Gehirn aktiviert, wird der Botenstoff Dopamin ausgeschüttet. Der Spieler empfindet ein Glücksgefühl und widmet sich umso lieber dem digitalen Vergnügen. So wundert es nicht, dass 42 Prozent der Bundesbürger ab 14 Jahren – das sind etwa 30 Millionen Menschen – regelmäßig Video- und Computerspiele spielen.

Symptome der Internetabhängigkeit

Die maßlose Nutzung von Smartphone, Tablet und Computer ist noch kein Anzeichen einer Medienabhängigkeit. Vielmehr können charakteristische Merkmale beschrieben werden: Internet und Co werden zum Lebensmittelpunkt und die reale Welt kommt ins Hintertreffen. Oft wird der Tag- und Nachtrhythmus gestört, Schlafmangel und Leistungsdefizite in anderen Bereichen sind die Folge. Das kann bis zum Verlust des Arbeitsplatzes führen. Soziale Beziehungen werden vernachlässigt. Die Isolation führt zu Einsamkeit und sogar zu Trennungen. Aber auch körperliche Folgen bleiben nicht aus: Wirbelsäulen- und Haltungsschäden, einseitige Ernährung und Übergewicht, allgemeine Erschöpfung und Einschränkungen der Sehfähigkeit zählen dazu.

Achtsam digital – aber wie?

Um dem pathologischen Mediengebrauch vorzubeugen, empfiehlt sich, die eigene Mediennutzung zu reflektieren. Wie viel Zeit verbringt man im privaten Bereich mit digitalen Medien? Das Erlernen alternativer Verhaltensweisen, etwa die Wiederaufnahme vernachlässigter „analoger“ Aktivitäten, sowie die Förderung realer sozialer Kontakte spielen eine wichtige Rolle im gesunden Umgang mit der digitalen Welt. Bei extensivem Gebrauch ist es sinnvoll, Mediennutzungszeiten mit sich selbst zu vereinbaren. Schafft man es nicht, diese einzuhalten und seinen Mediengebrauch selbst zu kontrollieren, so ist es ratsam, therapeutische Unterstützung zu suchen. Ein wichtiger Hinweis sind auch Rückmeldungen von Freunden, Bekannten und Partnern. Wenn Beziehungen unter exzessivem Mediengebrauch leiden, können ehrliche Rückmeldungen von diesen Bezugspersonen entscheidend sein, professionelle Hilfen aufzusuchen.

Selbsttest Online-Sucht

Wer eine erste Selbsteinschätzung zur eigenen Online-Sucht erhalten möchte, dem können Selbsttests wie der Onlinesucht-Ambulanz helfen. Im Zweifel sollte man aber immer das Gespräch mit dem (Haus-)Arzt, einem Psychologen oder einer Selbsthilfegruppe suchen.

Textnachweis

  • Autor: Andrea Himmelstoß, Das Texthaus
  • Qualitätssicherung: Steffen Hardtmann, BARMER

Literatur

Webcode dieser Seite: f002180 Autor: Barmer Erstellt am: 06.08.2018 Letzte Aktualisierung am: 16.08.2018
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