Werkstudenten

Wenn der Job nur eine Nebenrolle spielt, gilt das sogenannte Werkstudenten-Privileg. Wir informieren Sie über die wichtigsten Regelungen.

Hier lesen Sie Details zu:

"Ordentlich Studierender" ist, wer an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule oder einer der wissenschaftlichen oder fachlichen Ausbildung dienenden Schule eingeschrieben ist. Auch ein Aufbau-, Master- oder Zweitstudium wird akzeptiert. Aber: Ein Promotionsstudium nach dem Hochschulabschluss gehört - trotz Fortbestehen der Immatrikulation - nicht mehr zur wissenschaftlichen Ausbildung.

Das Werkstudentenprivileg kann auch in Betracht kommen, wenn eine Beschäftigung in Deutschland während der Einschreibung an einer ausländischen Studien- oder Ausbildungseinrichtung ausgeübt wird.

Der Job darf nur die Nebenrolle spielen. Davon ist nach der Rechtsprechung auszugehen, wenn für die Beschäftigung nicht mehr als 20 Stunden pro Woche aufgewendet werden.
  • In Einzelfällen kann die 20-Stunden-Grenze auch überschritten werden ohne die Versicherungsfreiheit zu gefährden. Zum Beispiel, wenn der Studentenjob in den Abendstunden oder am Wochenende ausgeübt wird. Aber: Wird die Beschäftigung unbefristet bzw. mit einer Befristung von mehr als 26 Wochen ausgeübt, unterliegt sie der Versicherungspflicht.
  • Der Studentenjob spielt eine Nebenrolle, wenn er von vornherein begrenzt ist. Häufen sich jedoch mehrere Jobs, so dass sie 26 Wochen im Jahr überschreiten, steht der Arbeitnehmerstatus im Vordergrund. Angerechnet werden alle Beschäftigungen mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von mehr als 20 Stunden. Die Prüfung der 26-Wochen-Grenze ist nur vorzunehmen, wenn die aktuell zu beurteilende Beschäftigung die Voraussetzungen für die Anwendung des Werkstudentenprivilegs erfüllt (z. B. Überschreitung der der 20-Wochenstunden-Grenze nur durch Abend-, Nacht- oder Wochenendarbeit). Andernfalls ist sie versicherungspflichtig. 
  • Während der Semesterferien wird das Studium auch durch einen Fulltime-Job nicht beeinträchtigt. Auch wenn er über 20 Stunden pro Woche oder über drei Monate hinausgeht. Versicherungsfreiheit besteht nicht, wenn aufgrund von Vorbeschäftigungen in einem Jahr insgesamt mehr als 26 Wochen die 20-Wochenstunden-Grenze überschritten wird.

Studierende, die sich mitten im Studium für ein oder mehrere Semester beurlauben lassen und an der Hochschule immatrikuliert bleiben, verlieren für diese Zeit ihren Studentenstatus. Wenn sie während des Urlaubssemesters eine Beschäftigung aufnehmen, werden sie wie normale Arbeitnehmer beurteilt.

Das kommt gerade in vielen Familienbetrieben vor: Tochter oder Sohn beginnen ein Studium und arbeiten nebenher als Teilzeitkraft weiter.

Wird das Arbeitsverhältnis vom Umfang her an die Erfordernisse des Studiums angepasst, greift hier ab Beginn des Studiums ebenfalls das Werkstudentenprivileg. Voraussetzung ist allerdings, dass kein prägender Zusammenhang zwischen dem Studium und der weiter ausgeübten Beschäftigung besteht.

Für diese Mitarbeiter müssen keine Abgaben zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung gezahlt werden, wenn die wöchentliche Arbeitszeit 20 Stunden oder weniger beträgt. Sie werden also wie Studierende behandelt.

Nur bei Aufnahme eines beruflich weiterführenden (berufsintegrierten) Studiums bleibt es bei der Versicherungspflicht.

Lassen Sie sich in jedem Fall eine Immatrikulationsbescheinigung ausstellen und nehmen Sie eine Kopie zu den Personalunterlagen.
Nähere Details zur Beurteilung von beschäftigten Studenten und Praktikanten finden Sie im gemeinsamen Rundschreiben der Spitzenorganisationen der Sozialversicherung.

 

Webcode dieser Seite: f000083 Autor: Barmer Erstellt am: 03.06.2014 Letzte Aktualisierung am: 21.03.2017
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