Praktika

Praktika werden sozialversicherungsrechtlich unterschiedlich eingestuft: und zwar nicht nur nach Vor-, Zwischen- und Nachpraktika, sondern auch nach vorgeschriebenen und nicht vorgeschriebenen Praktika.

Hier lesen Sie Details zu:

Praktikanten, die ein Vor- oder Nachpraktikum absolvieren, das in der Studien- oder Prüfungsordnung vorgeschrieben ist und entweder vor oder nach dem Studium abgeleistet wird, sind grundsätzlich in allen Zweigen der Sozialversicherung versicherungspflichtig. Eine Versicherungsfreiheit greift bei geringfügig entlohnten (Entgelt bis 450 Euro) oder kurzfristigen Beschäftigungen nicht, weil es sich um eine berufliche Ausbildung handelt.

Sofern kein Arbeitsentgelt gezahlt wird, besteht in der Kranken- und Pflegeversicherung keine Versicherungspflicht. Der Praktikant muss die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung also gegebenenfalls allein aufbringen und abführen (wenn kein Anspruch auf Familienversicherung besteht). In der Renten- und Arbeitslosenversicherung besteht auch ohne Entgeltzahlung Versicherungspflicht; der Arbeitgeber zahlt dann Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung jeweils aus 1 Prozent der Bezugsgröße (fiktives Entgelt). Der Status der Vor- bzw. Nachpraktika bleibt auch dann erhalten, wenn das Praktikum bis zu 2 Wochen über den Zeitpunkt der Studienaufnahme hinausgeht.

Bei nicht vorgeschriebenen Vor- und Nachpraktika besteht in der Regel Versicherungspflicht als Arbeitnehmer in allen Zweigen der Sozialversicherung. Es kann jedoch Versicherungsfreiheit bei geringfügig entlohnten (Entgelt bis 450 Euro) oder kurzfristigen Beschäftigungen eintreten, weil es sich nicht um eine berufliche Ausbildung handelt. In der Rentenversicherung besteht hingegen auch bei Vorliegen einer geringfügig entlohnten Beschäftigung Versicherungspflicht.

Ein vorgeschriebenes Zwischenpraktikum - das während des Studiums abgeleistet wird - ist in der Ausbildungs-, Studien- oder Prüfungsordnung ausdrücklich normiert. Dies müssen Praktikanten dem Arbeitgeber jedoch nachweisen.

Ein solches Praktikum ist in allen Zweigen der Sozialversicherung beitragsfrei. Ganz unabhängig davon, wie lange es dauert, welche Arbeitszeit vereinbart wurde und wie hoch die Vergütung ist.

Ausnahme: Bei dualen Studiengängen besteht grundsätzlich Versicherungspflicht.

Ein nicht in der Studien- oder Prüfungsordnung vorgeschriebenes Zwischenpraktikum ist grundsätzlich beitragspflichtig in allen Zweigen der Sozialversicherung. Allerdings besteht im Rahmen der Werkstudentenregelung gegebenenfalls Versicherungsfreiheit in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung.

In der Rentenversicherung kann auch bei Zwischenpraktika Versicherungsfreiheit wegen kurzfristiger Beschäftigung eintreten, weil es sich nicht um eine berufliche Ausbildung handelt.

Webcode dieser Seite: f000085 Autor: Barmer Erstellt am: 30.11.2010 Letzte Aktualisierung am: 21.03.2017
Nach oben