Duale Studiengänge

Teilnehmer an dualen Studiengängen unterliegen grundsätzlich der Sozialversicherungspflicht.

Duale Studiengänge bieten die Möglichkeit, die betriebliche Aus- und Weiterbildung oder die bisherige Berufstätigkeit mit einem theoretischen Hochschulstudium zu verbinden. Die dualen Studiengänge werden nach verschiedenen Typen unterteilt: So ist zwischen ausbildungsintegrierten, berufsintegrierten bzw. berufsbegleitenden sowie praxisintegrierten dualen Studiengängen zu unterscheiden.

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Ausbildungsintegrierte duale Studiengänge sind auf die berufliche Erstausbildung gerichtet. Sie verbinden das Studium mit einer betrieblichen Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG). Dabei werden die Studienphasen und die Berufsausbildung sowohl zeitlich als auch inhaltlich miteinander verzahnt.

In der Regel wird neben dem Studienabschluss mit dem Abschluss eines Ausbildungsberufs noch ein zweiter anerkannter Abschluss erworben. Daher ist bei einem ausbildungsintegrierten dualen Studiengang regelmäßig auch ein abgeschlossener Ausbildungsvertrag mit einem Betrieb Voraussetzung.

Berufsintegrierte und berufsbegleitende duale Studiengänge sind auf berufliche Weiterbildung ausgerichtet und wenden sich an Studieninteressenten mit bereits abgeschlossener Berufsausbildung, die neben ihrer beruflichen Tätigkeit ein Studium durchführen möchten. Bei diesen Studiengängen besteht regelmäßig nur eine zeitliche, aber keine inhaltliche Verzahnung von theoretischer und praktischer Ausbildung.

Praxisintegrierte duale Studiengänge weisen einen hohen Anteil berufspraktischer Phasen auf. Im Unterschied zu klassischen Studiengängen (mit Praxisbezug) wird das Studium in diesen Studiengängen mit einer Tätigkeit in Betrieben derart verbunden, dass die Praxis inhaltlich und zeitlich mit der theoretischen Ausbildung verknüpft ist.

Durch eine enge organisatorische und lehrplanmäßige Verzahnung zwischen dem Lernort Hochschule und dem Lernort Betrieb wird ein Teil der für den Studienabschluss erforderlichen Kompetenzen im Betrieb erworben und bewertet. Instrumente der Verzahnung sind beispielsweise Rahmenausbildungspläne der kooperierenden Betriebe, Abstimmungsverfahren zwischen Betrieb und Hochschule, Zielvereinbarungen oder Grundsätze für die Eignung von Betrieben usw.

In dualen Studiengängen Immatrikulierte sind den zur Berufsausbildung Beschäftigten gleichgestellt. Hieraus folgt, dass diese Personen der Versicherungspflicht in allen Sozialversicherungszweigen unterliegen. Auf die Art des dualen Studiums (ausbildungs-, berufs- oder praxisintegriert) kommt es also nicht an. Diese Bewertung gilt sowohl für die theoretische Ausbildung als auch für die betrieblichen Praxisphasen.

Dasselbe gilt im Übrigen auch für das triale Studium. Dieser noch relativ neue Bildungsweg führt zum Erwerb des Meisterbriefes. Sozialversicherungsbeiträge werden vom jeweiligen Arbeitsentgelt berechnet und anteilig vom Arbeitnehmer und Arbeitgeber getragen.

Webcode dieser Seite: f000084 Autor: Barmer Erstellt am: 03.06.2014 Letzte Aktualisierung am: 21.03.2017
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