Ausnahmen und Besonderheiten

Bei praxisbezogenen Studiengängen, Diplomanden, Doktoranden, Hospitanten sowie Schulentlassenen gelten besondere Bestimmungen bei der Sozialversicherung.

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Praxisbezogene Studiengänge liegen im Trend. Betriebliche Berufsausbildung und Studium an der Fachhochschule wechseln sich in Blöcken ab, der Betrieb zahlt für die gesamte Zeit eine Vergütung.

Da das Studium in diesen Fällen in die Berufsausbildung integriert ist, wird Versicherungspflicht angenommen. Die Ausnahmeregelungen, die wir für Studierende beschrieben haben, kommen hier nicht in Betracht.

Studierende, die sich nur in einem Betrieb aufhalten, um an ihrer (für den Studienabschluss erforderlichen) Diplomarbeit zu schreiben, und in dieser Zeit keine Arbeitsleistung für den Betrieb erbringen, gehören nicht zu den abhängig Beschäftigten. Sie sind deshalb von der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung befreit.

Studierende, die bereits einen Hochschulabschluss in der Tasche haben, jedoch weiterhin an einer Hochschule eingeschrieben sind, weil sie noch promovieren wollen, durchlaufen keine wissenschaftliche Ausbildung mehr.

Nehmen diese Doktoranden eine Beschäftigung auf, so ist diese nicht versicherungsfrei, wie das bei jobbenden Studenten der Fall ist. Es besteht grundsätzlich Versicherungspflicht in allen Zweigen der Sozialversicherung (siehe Urteil des BSG vom 23. März 1993, 12 RK 45/92, USK 9318).

Hospitanten, die lediglich in einen Betrieb hineinschnuppern - um sich beispielsweise ein Bild von Arbeitsabläufen zu machen - ohne eine Arbeitsleistung zu erbringen, sind nicht sozialversicherungspflichtig. Daran ändert auch die eventuelle Zahlung einer Entschädigungsleistung nichts.

Der Status als Schüler/in endet mit dem Bestehen der Abschlussprüfung des Ausbildungsabschnitts oder - wenn eine solche nicht vorgesehen ist - mit der tatsächlichen planmäßigen Beendigung des Ausbildungsabschnitts.

Wird ein Prüfungs- oder Abschlusszeugnis erteilt, lässt sich der Zeitpunkt des Ausbildungsendes aus dem Datum dieses Zeugnisses herleiten. Außerdem endet die Schülereigenschaft mit dem Abbruch der Schulausbildung.

Versicherungsfreiheit wegen Kurzfristigkeit kommt für Beschäftigungen zwischen Schulentlassung und Aufnahme einer Dauerbeschäftigung oder einer Berufsausbildung grundsätzlich nicht in Betracht.

Beschäftigungen bleiben allerdings versicherungsfrei, wenn das Arbeitsentgelt 450 Euro monatlich nicht regelmäßig übersteigt. Gleiches gilt für befristete Beschäftigungen zwischen Schulentlassung und Beginn eines Dienstverhältnisses als Beamter.

Eine kurzfristige Beschäftigung zwischen Schulentlassung und Dienstverhältnis als Soldat auf Zeit wird grundsätzlich nicht berufsmäßig ausgeübt, wenn die Aufnahme eines Studiums beabsichtigt ist.

Kurzfristige Beschäftigungen zwischen Schulentlassung und Ableistung eines freiwilligen sozialen oder ökologischen Jahres werden dagegen berufsmäßig ausgeübt. Dies gilt auch, wenn nach der Ableistung des freiwilligen sozialen oder ökologischen Jahres voraussichtlich ein Studium aufgenommen wird. 

Webcode dieser Seite: f000280 Autor: Barmer Erstellt am: 30.11.2010 Letzte Aktualisierung am: 16.01.2017
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