Pausch- & Pauschalsteuer

Das Arbeitsentgelt von Minijobbern ist grundsätzlich steuerpflichtig. Bei der Erhebung der Lohnsteuer kann der Arbeitgeber zwischen der individuellen und der pauschalen Besteuerung wählen.

Der Arbeitgeber hat die Möglichkeit, die Lohnsteuer nach den individuellen Lohnsteuermerkmalen, die dem Finanzamt vorliegen, zu erheben. Die Höhe des Lohnsteuerabzugs hängt dann von der Lohnsteuerklasse ab. Daneben besteht für die Minijobs auch die Möglichkeit der pauschalen Lohnsteuererhebung. Hierbei ist zwischen einer zweiprozentigen einheitlichen Pauschsteuer und einer pauschalen Lohnsteuer in Höhe von 20 Prozent zu unterscheiden.

Wird die Lohnsteuer nicht nach den individuellen Lohnsteuermerkmalen erhoben, ist ein einheitlicher Pauschsteuersatz in Höhe von zwei Prozent des Arbeitsentgelts anzusetzen. In dieser einheitlichen Pauschsteuer sind neben der Lohnsteuer auch der Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer enthalten. Voraussetzung für die Anwendung der Pauschsteuer von zwei Prozent ist allerdings, dass der Arbeitgeber für diese Beschäftigung Rentenversicherungsbeiträge (Pauschalbeitrag mit oder ohne Aufstockungsbetrag des Arbeitnehmers) zahlt. Die einheitliche Pauschsteuer ist zusammen mit den sonstigen Abgaben für Minijobs an die Minijob-Zentrale zu zahlen.

Hat der Arbeitgeber für das Arbeitsentgelt aus einer geringfügig entlohnten Beschäftigung den (pauschalen) Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung in Höhe von 15 Prozent (oder 5 Prozent bei einer Beschäftigung im Privathaushalt) nicht zu entrichten, kann er die pauschale Lohnsteuer mit einem Steuersatz in Höhe von 20 Prozent des Arbeitsentgelts erheben. Hinzu kommen der Solidaritätszuschlag (5,5 Prozent der Lohnsteuer) und die Kirchensteuer nach dem jeweiligen Landesrecht. Dies ist z.B. der Fall, wenn eine geringfügig entlohnte Beschäftigung wegen der Addition mit einer weiteren geringfügigen Beschäftigung nicht versicherungsfrei ist.

Für die Fälle der Lohnsteuerpauschalierung in Höhe von 20 Prozent des Arbeitsentgelts oder der Besteuerung nach Maßgabe der individuellen Lohnsteuerabzugsmerkmale ist stets das sogenannte Betriebsstättenfinanzamt zuständig. Dies ist für den Privathaushalt als Arbeitgeber regelmäßig das für die Veranlagung zur Einkommensteuer zuständige Wohnsitzfinanzamt und für andere Arbeitgeber das Finanzamt, in dessen Bezirk sich der Betrieb befindet.

Für einen kurzfristigen Minijob kann der Arbeitgeber unter bestimmten Voraussetzungen und bei Verzicht auf die individuelle Lohnsteuererhebung, die Lohnsteuer pauschal mit 25 Prozent des Arbeitsentgelts zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer erheben. Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an das Finanzamt.

Webcode dieser Seite: f000100 Autor: Barmer Erstellt am: 18.12.2012 Letzte Aktualisierung am: 16.01.2017
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