Häufig gestellte Fragen

Wir haben für Sie die wichtigsten Fragen und dazugehörigen fachlich fundierten Antworten zu Minijobs und Gleitzone zusammengefasst.

Hier lesen Sie Details zu:

Ich bin Freiberufler, freiwillig gesetzlich versichert und möchte zusätzlich einen 450-Euro-Job annehmen. Wer bezahlt dann die Beiträge?

Sie sind in der geringfügig entlohnten Beschäftigung versicherungsfrei (Ausnahme: Rentenversicherung). Ihr Arbeitgeber zahlt pauschale Beiträge zur Kranken- und Rentenversicherung. Sie selbst brauchen im Rahmen der Beschäftigung lediglich einen Aufstockungsbetrag in Höhe von 3,7 Prozent (Stand 2016) zur Rentenversicherung zu entrichten.

Wichtig: Für die Pflegeversicherung gilt das Arbeitsentgelt aus dem Minijob als beitragspflichtige Einnahme, sodass sich der Beitrag zur Pflegeversicherung erhöht, wenn die monatliche Beitragsbemessungsgrenze durch Ihre anderen Einkünfte noch nicht überschritten ist.

Meine Tochter möchte nach Beendigung ihrer Elternzeit einen 450-Euro-Job annehmen. Ist sie damit auch krankenversichert oder muss sie sich dann privat versichern?

Sofern im Anschluss an die Elternzeit die bisherige versicherungspflichtige Beschäftigung nicht mehr aufgenommen und stattdessen ein versicherungsfreier Minijob bis 450 Euro angenommen wird, besteht alleine aufgrund des Minijobs kein Versicherungsschutz. Ihre Tochter kann jedoch grundsätzlich ihre bisherige Mitgliedschaft bei einer gesetzlichen Krankenkasse freiwillig beitragspflichtig fortsetzen, sofern kein Anspruch auf Familienversicherung zum Beispiel über den Ehemann besteht.

Wird die Gleitzonen-Regelung auch auf Einkünfte aus einem Ausbildungsverhältnis angewendet, wenn der Brutto-Verdienst bei etwa 500 Euro liegt?

Nein. Die besonderen Regelungen zur Gleitzone gelten ausdrücklich nicht für Personen, die zu ihrer Berufsausbildung (zum Beispiel Auszubildende, Praktikanten) beschäftigt sind.

Kann ich, obwohl ich in meine berufliche Tätigkeit als leitender Angestellter aufgrund einer längerfristigen Erkrankung nicht ausüben kann, trotzdem einen Minijob (Zeitungen austragen) ausüben?

Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn der Arbeitnehmer seiner zuletzt ausgeübten oder gleichgearteten Erwerbstätigkeit wegen Krankheit überhaupt nicht mehr oder nur auf die Gefahr hin nachgehen kann, seinen Zustand zu verschlimmern. Maßgebend für die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit bei Arbeitnehmern ist somit die letzte Beschäftigung vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit. Wir unterstellen, dass Sie Ihrer bisherigen Tätigkeit als leitender Angestellter nicht nachgehen können, jedoch aus medizinischer Sicht keine Bedenken bestehen, Zeitungen auszutragen (wir empfehlen, dies unbedingt vorab mit dem behandelnden Arzt und/oder dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung zu klären). In einem solchen Fall bestehen aus unserer Sicht grundsätzlich keine Einwände gegen die Aufnahme der Tätigkeit während der Arbeitsunfähigkeit. Das Arbeitsentgelt, welches Sie aufgrund des während der Arbeitsunfähigkeit aufgenommenen Minijobs beziehen, führt jedoch möglicherweise zum ganz oder teilweisen Ruhen des Krankengeldes aus der "Hauptbeschäftigung". Ob und gegebenenfalls welche arbeitsrechtlichen Punkte zu beachten sind, können wir nicht beurteilen. Der Minijob ist aber in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung versicherungsfrei, so dass für Sie für diese Versicherungszweige keine Sozialversicherungsbeiträge anfallen. In der Rentenversicherung sind die Beiträge in Höhe der Differenz zwischen dem allgemeinen Beitragssatz und dem vom Arbeitgeber zu tragenden Pauschalbeitrag zu entrichten.

Besteht für Minijobs bis 450 Euro ein gesetzlicher Anspruch auf Lohnfortzahlung?

Nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz haben alle Arbeitnehmer Anspruch auf Fortzahlung ihres regelmäßigen Arbeitsentgelts durch den Arbeitgeber bis zu sechs Wochen, wenn sie unverschuldet durch Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit an der Arbeitsleistung verhindert sind. Dieser Anspruch steht gleichermaßen auch den geringfügig beschäftigten Arbeitnehmern für die Tage zu, an denen sie ohne Arbeitsunfähigkeit zur Arbeitsleistung verpflichtet wären.

Ich habe meine Lehrstelle abgebrochen und keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Nun habe ich die Möglichkeit, einen Minijob zu bekommen. Was ist zu beachten?

Minijobs sind grundsätzlich versicherungsfrei in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung, wenn das daraus erzielte Arbeitsentgelt 450 Euro im Monat nicht übersteigt. Aufgrund des Minijobs besteht jedoch grundsätzlich kein eigenständiger Versicherungsschutz. In der Kranken- und Pflegeversicherung kann - sofern kein Anspruch auf Familienversicherung besteht - unter bestimmten Voraussetzungen eine freiwillige Weiterversicherung beantragt werden.

Gilt die Gleitzonenregelung auch für Werkstudenten, deren Beschäftigung nur rentenversicherungspflichtig ist?

Ja. Die Gleitzonenregelung gilt auch für (nur) rentenversicherungspflichtige Werkstudenten, sofern das regelmäßige Arbeitsentgelt innerhalb der Gleitzonengrenze liegt (450,01 Euro bis 850,00 Euro).

Wir stellen zum 1. Februar 2017 einen Mitarbeiter für 430 Euro ein - zunächst befristet für ein Jahr. Laut Tarifvertrag besteht nach zwölfmonatiger Betriebszugehörigkeit Anspruch auf eine Einmalzahlung von 450 Euro. Ist der Mitarbeiter im ersten Jahr geringfügig beschäftigt? Wird er versicherungspflichtig, sobald feststeht, dass wir den Vertrag verlängern und er nicht auf die Einmalzahlung verzichtet?

Einmalzahlungen sind immer dann zu berücksichtigen, wenn sie mit hinreichender Sicherheit einmal im Jahr zu erwarten sind. Zum Beispiel, weil sie in einem allgemeinverbindlichen Tarifvertrag geregelt sind oder auf Gewohnheitsrecht wegen betrieblicher Übung beruhen. In Ihrem Fall besteht im ersten Beschäftigungsjahr kein Anspruch auf die Einmalzahlung, so dass sie für die versicherungsrechtliche Beurteilung zunächst auch nicht relevant ist. Ihr neuer Mitarbeiter ist deshalb vom 1. Februar 2017 bis 31. Januar 2018 geringfügig entlohnt und versicherungsfrei in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Sofern der Vertrag verlängert wird, ist die Einmalzahlung ab 1. Februar 2018 mit hinreichender Sicherheit einmal im Jahr zu erwarten, sodass mit diesem Zeitpunkt die Versicherungspflicht in allen Versicherungszweigen eintritt.

Webcode dieser Seite: f000101 Autor: Barmer Erstellt am: 11.01.2013 Letzte Aktualisierung am: 19.12.2016
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