Beiträge & Meldungen

Für geringfügig entlohnte Beschäftigungen sind vom Arbeitgeber unter bestimmten Voraussetzungen Pauschalbeiträge zur Kranken- und Rentenversicherung zu zahlen. Für diese Beschäftigten werden grundsätzlich die gleichen Meldungen eingereicht wie für versicherungspflichtige Arbeitnehmer.

Hier lesen Sie Details zu:

Für versicherungsfreie geringfügig entlohnte Beschäftigungen (nicht für Aushilfen) zahlt der Arbeitgeber pauschal vom Arbeitsentgelt:

  • 13 Prozent zur Krankenversicherung
  • 15 Prozent zur Rentenversicherung

Zur Pflege- und Arbeitslosenversicherung fallen keine Pauschalbeiträge an.

Für kurzfristige Beschäftigungen fallen keine Sozialversicherungsbeiträge an.
Wenn der Minijob ausschließlich im Privathaushalt ausgeübt wird, sind die Pauschalbeiträge niedriger. Dann werden je fünf Prozent zur Kranken- und Rentenversicherung fällig. Privathaushalte müssen demnach mit 45 Euro für einen 450-Euro-Job rechnen.
Für einen versicherungsfreien Minijob neben einer versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung sind Pauschalbeiträge, für alle weiteren Nebenjobs individuelle Beiträge zu zahlen.
Mitunter müssen Sozialabgaben für ausländische Saisonarbeitskräfte direkt an das Herkunftsland (z.B. Rumänien) abgeführt werden. Nämlich dann, wenn die Saisonkraft dort abhängig beschäftigt und als Arbeitnehmer sozialversichert oder selbstständig tätig ist. Als Nachweis dient die vom ausländischen Sozialversicherungsträger ausgestellte Bescheinigung A1. Für alle anderen ausländischen Arbeitnehmer gilt: Ist die Tätigkeit nach deutschem Recht beitragspflichtig, dann werden die Abgaben wie gewohnt an die Minijob-Zentrale abgeführt.

Nach der bis zum 31. Dezember 2012 geltenden Rechtslage bestand für geringfügig entlohnte Beschäftigungen keine Rentenversicherungspflicht. Die Minijobber konnten jedoch in der Rentenversicherung auf die Versicherungsfreiheit verzichten und durch zusätzliche Beiträge die vollen Leistungsansprüche erwerben. Die Geringfügigen konnten hierzu den Pauschalbeitrag ihres Arbeitgebers aufstocken.

Infolge der gesetzlichen Neuregelung der Minijobs wurden die Regelungen zur Rentenversicherung für Beschäftigungen, die ab 1. Januar 2013 aufgenommen werden, umgekehrt. Personen, die ab diesem Datum eine geringfügig entlohnte Beschäftigung (bis 450 Euro mtl.) aufnehmen, unterliegen generell der Rentenversicherungspflicht. Sie können sich aber auf Antrag, der an den Arbeitgeber zu richten ist, von der Versicherungspflicht befreien lassen.

Im Falle der Rentenversicherungspflicht beläuft sich der Beitragsanteil des Arbeitgebers auf 15 Prozent (Pauschalbeitrag), der Arbeitnehmer trägt als Eigenanteil 3,7 Prozent. Besteht keine Rentenversicherungspflicht, bleibt es beim Pauschalbeitrag des Arbeitgebers in Höhe von 15 Prozent.

Für Geringfügige im Privathaushalt ist der Eigenanteil höher. Sie müssen, wenn sie sich nicht befreien lassen, den Pauschalbeitrag ihres Arbeitgeber (fünf Prozent) um 13,7 Prozent aufstocken.

Sonderregelung

Für die "Kleinen" unter den geringfügig Beschäftigten ist eine Sonderregelung zu beachten: Wer weniger als 175 Euro im Monat verdient, muss für die ergänzenden Leistungsansprüche in der Rentenversicherung mehr investieren. Diese Personen müssen den Beitrag ihres Arbeitgebers (15 Prozent des Verdienstes) bis zu einem Mindestbeitrag erhöhen, der sich aus 175 Euro berechnet (davon 18,7 Prozent = 32,73 Euro).

Bei einem Verdienst von 100 Euro beträgt der Anteil des Arbeitgebers 15 Euro (15 Prozent des tatsächlichen Arbeitsentgelts). Der Arbeitnehmer trägt 17,73 Euro (175 Euro x 18,7 Prozent = 32,73 Euro -  Arbeitgeberanteil)

Aufstockung

Will Ihr Minijobber von der Aufstockung keinen Gebrauch machen, muss er Ihnen einen schriftlichen Antrag vorlegen. Der Befreiungsantrag ist von Ihnen an die Minijob-Zentrale zu melden. Dies kann entweder im maschinellen Meldeverfahren oder per maschineller Ausfüllhilfe (sv.net) geschehen. Bitte beachten Sie, dass das Eingangsdatum auf dem Befreiungsantrag vermerkt und der Antrag zu den Entgeltunterlagen genommen werden muss.

Da die Minijob-Zentrale ein Widerspruchsrecht hat, sind die Regelungen zum Beginn der Wirkung des Befreiungsantrages recht komplex.


Personalfragebogen für geringfügig Beschäftigte

Den Personalfragebogen für geringfügig Beschäftigte müssen Sie sich bei Beschäftigungsbeginn ausfüllen lassen, um zum Beispiel zu erfahren, ob der Arbeitnehmer bereits für andere Arbeitgeber tätig ist. Der Fragebogen ist seit 1. Januar 2011 zwingend zu den Entgeltunterlagen zu nehmen.

Auch für geringfügig entlohnte sowie kurzfristige Beschäftigungen sind generell alle Meldungen einzureichen.

Die Meldungen für Minijobber sind an die Minijob-Zentrale der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See, 45115 Essen, zu richten. Die Meldungen für die Niedriglöhner richten Sie an die zuständige Krankenkasse. 

Webcode dieser Seite: f000099 Autor: Barmer Erstellt am: 24.10.2013 Letzte Aktualisierung am: 16.01.2017
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