Pflichten in der Ausbildung

Aus einem Ausbildungsverhältnis ergeben sich auch Verpflichtungen für den Arbeitgeber. Für behinderte Menschen gelten besondere Ausbildungsregelungen.

Zwei ältere Mitarbeiter diskutieren über einen Plan.

Hier lesen Sie Details zu den Pflichten:

Der Arbeitgeber muss

  • dafür Sorge tragen, dass Auszubildende charakterlich gefördert werden;
  • für genügend qualifiziertes Personal sorgen und sicherstellen, dass dem Azubi alle notwendigen Fertigkeiten und Kenntnisse vermittelt werden;
  • Ausbildungsmittel (Werkzeuge, Werkstoffe et cetera) kostenlos zur Verfügung stellen;
  • Auszubildende für Ausbildungsmaßnahmen (Berufsschule, Prüfungen und so weiter) freistellen und ihnen genügend Zeit für die Führung des Berichtsheftes einräumen;
  • die ordnungsgemäße Führung des Berichtsheftes überwachen;
  • darauf achten, dass dem Azubi nur Weisungen erteilt werden, die ihren/seinen körperlichen Kräften entsprechen sowie dem Ausbildungszweck dienen;
  • die Auszubildenden über die bestehenden Ordnungsvorschriften informieren;
  • eine angemessene Vergütung zahlen;
  • am Ende der Ausbildung ein Zeugnis erstellen.

Die/der Auszubildende hat

  • sich zu bemühen, alle Kenntnisse und Fertigkeiten des Berufes zu erwerben;
  • den Weisungen der/des Ausbildenden oder anderer weisungsberechtigter Personen zu folgen und alle anstehenden Arbeiten nach deren Vorgaben zu erledigen;
  • an Ausbildungsmaßnahmen (Berufsschulschulunterricht, Prüfungen und Maßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte) teilzunehmen;
  • Arbeitsmaterial pfleglich zu behandeln;
  • Stillschweigen über Betriebs- oder Geschäftsgeheimnisse zu wahren;
  • ein Berichtsheft zu führen.

Besondere Ausbildungsregelungen

Manchmal ist aufgrund einer Behinderung die Ausbildung nach der Ausbildungsordnung in einem anerkannten Ausbildungsberuf nicht oder nur unter Einschränkungen möglich. Dann kann bei der zuständigen Stelle eine Ausbildung nach besonderen Ausbildungsregelungen für behinderte Menschen beantragt werden.

Bei einer Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf gilt dies insbesondere für die zeitliche und sachliche Gliederung der Ausbildung, die Dauer von Prüfungsaufgaben, die Zulassung von Hilfsmitteln und die Inanspruchnahme Dritter (zum Beispiel Gebärdensprachdolmetscher für Hörbehinderte).

Lassen die Art und Schwere der Behinderung eine Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf nicht zu, können mit der zuständigen Stelle Ausbildungsregelungen entsprechend den Empfehlungen des Hauptausschusses des Bundesinstituts für Berufsbildung vereinbart werden.

Die Möglichkeiten zu besonderen Ausbildungsregelungen sind festgelegt im Berufsbildungsgesetz (§§ 64 bis 66 BBiG) und in der Handwerksordnung (§ 42k ff HwO).

Webcode dieser Seite: f000071 Autor: Barmer Erstellt am: 30.11.2010 Letzte Aktualisierung am: 08.05.2017
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