Künstlersozialabgabe

Rund 175.000 freie Künstler erhalten über die Künstlersozialkasse eine Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung.

Wie angestellte Arbeitnehmer zahlen die Künstler 50 Prozent der Beiträge. Die andere Hälfte tragen Bund (20 Prozent) und Unternehmen (30 Prozent), für die die Künstler arbeiten. Die Künstlersozialabgabe wird von allen Unternehmen erhoben, die nicht nur gelegentlich Werke oder Leistungen selbständiger Künstler oder Publizisten verwerten (Verlage, Theater, Galerien, Werbeagenturen usw.). Die Künstlersozialabgabe wird für jedes Kalenderjahr neu festgesetzt. Im Kalenderjahr 2017 beträgt die Künstlersozialabgabe 4,8 Prozent.

Bemessungsgrundlage der Künstlersozialabgabe sind alle in einem Kalenderjahr an selbstständige Künstler und Publizisten gezahlten Entgelte (§ 25 KSVG). Zum Entgelt gehören neben Gagen, Honoraren etc. auch alle Auslagen (z.B. Kosten für Telefon und Fracht) und Nebenkosten (z.B. für Material, Hilfskräfte), die dem Künstler vergütet werden. Nicht zur Bemessungsgrundlage gehört z.B. die in einer Rechnung gesondert ausgewiesene Umsatzsteuer des Künstlers oder Publizisten, Zahlungen an urheberrechtliche Verwertungsgesellschaften, Zahlungen an juristische Personen, Reisekosten, die dem Künstler erstattet werden, sowie andere steuerfreie Leistungen.

Die Künstlersozialabgabe wird auch für Zahlungen an Personen erhoben, die selbstständig künstlerisch/publizistisch tätig sind, aber nicht nach dem KSVG versichert werden können. Künstler oder Publizist in diesem Sinne ist auch, wer die künstlerische/publizistische Tätigkeit nur nebenberuflich oder nicht berufsmäßig ausübt (z.B. Beamte, Studenten, Rentner, die nebenbei publizistisch oder künstlerisch tätig sind), oder wer seinen ständigen Aufenthalt im Ausland hat oder im Ausland tätig ist. Unerheblich für die Einbeziehung der gezahlten Entgelte ist auch, ob die selbstständigen Künstler/Publizisten als einzelne Freischaffende oder als Gruppe (z.B. als Gesellschaft bürgerlichen Rechts) oder unter einer Firma beauftragt werden.

Mit dem Gesetz zur Stabilisierung des Künstlersozialabgabesatzes wurde mit Wirkung ab Januar 2015 eine Bagatellgrenze eingeführt, bis zu der an selbstständige Künstler und Publizisten erteilte Aufträge von der Künstlersozialabgabe befreit sind. Diese Bagatellgrenze beträgt 450,00 Euro.

Da eine erhebliche Zahl der abgabenpflichtigen Unternehmen – oftmals aus Unkenntnis über die bestehende Abgabepflicht – keine Künstlersozialabgabe leisten, wurde die Erfassung der beitragspflichtigen Unternehmen von der bisher hierfür zuständigen Künstlersozialkasse auf die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV) übertragen. Auch die Häufigkeit der Überprüfung wurde durch das neue Gesetz erheblich gesteigert. Die Prüfung erfolgt künftig mindestens alle vier Jahre bei den Arbeitgebern, die als abgabepflichtige Unternehmer bei der Künstlersozialkasse erfasst wurden, mindestens alle vier Jahre bei den Arbeitgebern mit mehr als 19 Beschäftigten und bei mindestens 40 Prozent der übrigen Betriebe. Die übrigen Arbeitgeber mit weniger als 20 Arbeitnehmern werden von der Rentenversicherung schriftlich über die Künstlersozialabgabe informiert. Sie müssen in diesen Fällen bestätigen, dass sie die Information erhalten haben und abgabepflichtige Sachverhalte melden werden.

Webcode dieser Seite: f000052 Autor: Barmer Erstellt am: 12.12.2014 Letzte Aktualisierung am: 12.01.2017
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