Gesundheitsreporte 2011 bis 2015

Der Barmer Gesundheitsreport greift jedes Jahr ein aktuelles Schwerpunktthema zu Arbeit und Gesundheit auf. Er richtet sich an Gesundheitsexpertinnen und -experten, Führungskräfte und Personalverantwortliche in Unternehmen sowie Dienstleistungsorganisationen.

Termin- und Leistungsdruck, hohes Arbeitstempo und die zeitgleiche Bewältigung von verschiedenen Aufgaben führen zu gesundheitlichen Belastungen der Beschäftigten. Leistungseinschränkungen, Fehlzeiten und Demotivation sind vermehrt die Folge.

Kein Wunder also, dass das Thema Betriebliche Gesundheitsförderung sowie die Analyse von Risikofaktoren nach wie vor stark im Fokus von Politik, Wirtschaft sowie Akteurinnen und Akteuren des betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutzes ist.

Hier lesen Sie Details zu:

Der Barmer GEK Gesundheitsreport 2015 analysiert umfassend das Arbeitsunfähigkeitsgeschehen. Die bundesweit ermittelten Ergebnisse beruhen auf Daten der BARMER GEK zu insgesamt 3,6 Millionen Erwerbspersonen. Somit konnten bei den Berechnungen die Daten zu etwa 11,5 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland berücksichtigt werden. Schwerpunktthema des diesjährigen Gesundheitsreports ist der Demografische Wandel und dessen Auswirkungen auf die Unternehmen.

Durch den erwarteten demografischen Wandel in Deutschland wird sich die Zusammensetzung und Zahl der Beschäftigten merklich ändern. Für Unternehmen wird es somit immer wichtiger, sich mit diesem Thema zu beschäftigen.Eine Möglichkeit bietet das Modell „Haus der Arbeitsfähigkeit“, das Dr. Jürgen Tempel im Gesundheitsreport beschreibt.

Auswertungen der Arbeitsunfähigkeit

  • Im Vergleich zum Vorjahr sind die Fehlzeiten 2014 bundesweit nach geschlechts- und altersstandardisierten Auswertungen geringfügig, nämlich um 0,5 Prozent beziehungsweise 0,09 Tage je Erwerbsperon, gesunken. Der Krankenstand lag damit 2014 bei 4,69 Prozent. Dabei wurden 2014 deutlich weniger Arbeitsunfähigkeitsfälle als 2013 registriert, diese dauerten im Mittel jedoch länger als im Vorjahr.
  • Für den Rückgang der Fehlzeiten war das Ausbleiben einer stärkeren Grippe- und Erkältungswelle verantwortlich. Mit Krankheiten des Atmungssystems wurden 2014 23,4 Prozent weniger Fehltage als 2013 erfasst. Im Durchschnitt fehlte eine Erwerbsperson 2014 unter Angabe entsprechender Diagnosen 0,6 Tage weniger als 2013. Psychische Erkrankungen verursachten 2014 demgegenüber höhere Fehlzeiten als im Vorjahr.
  • Der größte Anteil an Fehlzeiten entfiel auch 2014 mit 23,6 Prozent auf Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems. Nach psychischen Störungen mit 18,5 Prozent folgen mit Anteilen von 12,1 beziehungsweise 12,0 Prozent Verletzungen sowie Krankheiten des Atmungssystems.
  • Die Fehlzeiten variieren bei bundesweiten Auswertungen sehr deutlich in Abhängigkeit von Branchen und Berufen von Beschäftigten. Ergebnisse werden im diesjährigen Report erstmals differenziert nach aktuellen Tätigkeitsschlüsseln dargestellt.

Schwerpunkt Demografischer Wandel – Perspektiven und Chancen

  • Die Erwerbstätigenquote, also der Anteil der Bevölkerung mit Ausübung einer Erwerbstätigkeit, lag 2013 in der Altersspanne zwischen 15 und 65 bei 73,3 Prozent.
  • Ohne jegliche Zuwanderung wäre bis 2060 mit einem Rückgang der Erwerbspersonenzahl um 35 Prozent zu rechnen.
  • Bei Erwerbspersonen ist durch Demografie-Effekte bzw. die Veränderung der Alterszusammensetzung bis etwa 2030 mit moderaten Steigerungen von Fehlzeiten, Diagnosehäufigkeiten, Arzneiverordnungen und Krankenkhausbehandlungen zu rechnen, die sich in den nachfolgenden Jahren, zumindest ohne eine weitere Erhöhung des Renteneintrittsalters oder anderweitige Veränderungen, nicht weiter fortsetzen dürften.
  • Arbeitgeber sollten sich in den nächsten 10 Jahren intensiv präventiv mit der Gesundheit ihrer Beschäftigten sowie den Arbeitsplatzbedingungen auseinanderzusetzen, um die Zunahme der Fehlzeiten zu vermindern. Sollte dieses nicht gelingen, wird die Zahl der Erwerbspersonen schon vor 2030 so stark sinken, dass Arbeitsplätze nicht mehr besetzt werden können.
  • Bezogen auf die Gesamtbevölkerung sind entsprechende Steigerungen auch über das Jahr 2030 hinaus zu erwarten. Durch Demografie-Effekte und ohne anderweitige Veränderungen wäre 2060 pro Kopf mit einem um etwa 25 Prozent höheren Arzneiverordnungsvolumen und 25 Prozent mehr Behandlungstagen in Krankenhäusern als 2015 zu rechnen.

Demografischer Wandel – Sicht der Unternehmen und Maßnahmen

Einige Ergebnisse einer Umfrage bei 395 Unternehmen im Rahmen des Barmer GEK Firmenkundenmonitors:

  • Die Mehrheit der Befragten ist sich bewusst, dass der demografische Wandel ein Thema ist, mit dem das Unternehmen sich bereits jetzt auseinandersetzen muss.
  • Der demografische Wandel wird eher als Risiko denn als Chance angesehen. Die Unternehmen zeigen daher eine große Offenheit, schon jetzt entsprechende Maßnahmen umzusetzen.
  • Bei den bisher umgesetzten Maßnahmen stehen die Implementierung von altersgemischten Teams und Workshops für Führungskräfte im Vordergrund.

Serviceangebote der Barmer GEK zum Schwerpunktthema

  • Implusvortrag „Demografie aktiv gesund gestalten – Chancen für Unternehmen“
  • Unternehmerfrühstück „Alternative Unternehmensführung – Herausforderung Demografische Entwicklung in Ihrem Unternehmen“
  • Demografieberatung
  • Altersstrukturanalyse
  • Work-Ability-Index

Länder-Gesundheitsreporte 2015 herunterladen

Weitere bundesweite Ergebnisse sowie regionale Auswertungen sind in den 16 Länderreporten veröffentlicht, die Sie sich hier herunterladen können:

Die psychische Gesundheit der Mitarbeiter ist ein wesentlicher Faktor für Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit in Unternehmen. Doch wie sieht es mit der psychischen Gesundheit der Mitarbeiter aus?

Unter dem Titel „Psychische Gesundheit im Erwerbsleben 30 – 6 – 1“ analysiert der BARMER GEK Gesundheitsreport 2014 schwerpunktmäßig die Arbeitsunfähigkeitsdaten zu psychischen Erkrankungen. Wesentliche Ergebnisse verrät der Titel: Bei etwa 30 Prozent der Erwerbspersonen wird innerhalb eines Jahres mindestens eine Diagnose im Sinne einer psychischen Störung gemäß ICD 10 dokumentiert. 6 Prozent waren im Jahr mit entsprechenden Diagnosen arbeitsunfähig gemeldet, 1 Prozent wurde stationär im Krankenhaus behandelt. Ergänzend zu den Ergebnissen der Analyse der Arbeitsunfähigkeitsdaten wird aufgezeigt, welche Möglichkeiten das Betriebliche Gesundheitsmanagement hat, psychischen Erkrankungen vorzubeugen.

Männer setzen sich mit dem Thema Gesundheit anders auseinander als Frauen. Sie haben zum Beispiel eine andere Haltung zum Thema Vorsorgeuntersuchungen und einen anderen Informationsbedarf.

Der Gesundheitsreport 2013 wirft einen Blick auf die unterschiedlichen Phasen im Erwerbsleben und untersucht, welche Erkrankungsart maßgeblich die Gesundheit der männlichen Erwerbstätigen in einer Lebensphase beeinflusst. Gleichzeitig stellt der Report Informationsangebote vor, die bei der Bewältigung des jeweiligen Gesundheitsproblems von Nutzen sind, und gibt Hinweise zu Handlungsansätzen sowie Unterstützungsmöglichkeiten des Betrieblichen Gesundheitsmanagements.

Stress, Leistungsdruck und psychische Belastungen werden heute zunehmend über Alkohol kompensiert, alkoholbedingte Probleme können als Folge auftreten. Expertinnen und Experten schätzen, dass jeder 5. bis 10. Beschäftigte in einem Unternehmen einen riskanten oder gar schädlichen Suchtmittelkonsum betreibt.

Der Gesundheitsreport 2012 beschäftigt sich mit dem Thema, wie es mit dem Alkoholkonsum von Erwerbstätigen bestellt ist. Er untersucht, welche Risikofaktoren Alkoholprobleme und -abhängigkeit begünstigen und welche Branchen zum Beispiel stärker betroffen sind. Zudem gibt er Hinweise auf Praxishilfen für alle Beteiligten im Unternehmen.

Angesichts einer alternden Bevölkerung übernehmen immer mehr Berufstätige auch Pflegeaufgaben zuhause. Diese zusätzliche Beanspruchung stellt Beschäftigte sowie Arbeitgeber vor neue Herausforderungen.

Was Unternehmen konkret tun können, um ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Bewältigung dieser Aufgabe zu unterstützen und wie sie selbst dabei gewinnen, das war das Thema eines öffentlich geförderten Projekts, das die BARMER GEK von 2008 bis 2011 als Kooperationspartner mitgetragen hat. Die Ergebnisse des Forschungsprojekts sind in den Gesundheitsreport 2011 eingeflossen und liefern Arbeitgebern wertvolle Hinweise für die Praxis.

Webcode dieser Seite: f000076 Autor: Barmer Erstellt am: 21.08.2014 Letzte Aktualisierung am: 13.01.2017
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