Gesundheitsreport

Der Barmer Gesundheitsreport analysiert jährlich das Arbeitsunfähigkeitsgeschehen. Mit dem Schwerpunktthema "Junge Menschen am Start ihres Berufslebens" nimmt der Gesundheitsreport 2016 noch einmal das Thema Demografischer Wandel auf. Im Fokus steht dabei die Gruppe der 15- bis 29-Jährigen.

Junge Menschen am Start ihres Berufslebens

Die bundesweit ermittelten Ergebnisse beruhen auf Daten der Barmer GEK zu insgesamt 3,6 Millionen Erwerbspersonen. Somit konnten bei den Berechnungen die Daten zu etwa 11,3 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland berücksichtigt werden.

Gibt es Unterschiede im Gesundheitsverhalten von Berufsstartern und Studierenden? Welche speziellen Angebote der Betrieblichen Gesundheitsförderung gibt es für junge Berufstätige in den Unternehmen? Was erwarten junge Menschen von ihrem Arbeitsplatz? An was ist die Leistungsbereitschaft gekoppelt? Wie sollten Bürowelten gestaltet sein? Und welche Rolle spielt für junge Menschen das Privatleben?

Dies sind nur einige wichtige Fragestellungen, mit denen Unternehmen sich beschäftigen sollten, um sich auf die sogenannte Generation Z einstellen zu können. Einen Überblick über die Erwartungen dieser Generation an die Arbeitswelt gibt der Gastbeitrag von Professor Dr. Christian Scholz.

Hier lesen Sie Details zum Gesundheitsreport:

  • Im Vergleich zum Vorjahr sind die Fehlzeiten 2015 bundesweit nach geschlechts- und altersstandardisierten Auswertungen merklich gestiegen, nämlich um 3,4 Prozent beziehungsweise 0,59 Tage je Erwerbsperson. Der Krankenstand lag damit 2015 bei 4,85 Prozent. Dabei wurden 2015 deutlich mehr Arbeitsunfähigkeitsfälle als 2014 registriert (+7,9 Prozent). Diese dauerten im Mittel jedoch kürzer als im Vorjahr.
  • Für den Anstieg der Fehlzeiten 2015 war maßgeblich eine stärkere Grippe- und Erkältungswelle verantwortlich. Mit Krankheiten des Atmungssystems wurden 2015 26,3 Prozent mehr Fehltage als 2014 erfasst. Im Durchschnitt fehlte eine Erwerbsperson 2015 unter Angabe entsprechender Diagnosen 0,54 Tage mehr als 2014. Auch psychische Störungen verursachten 2015 erneut etwas höhere Fehlzeiten als im Vorjahr.
  • Der größte Anteil der Fehlzeiten entfiel 2015 mit 22,1 Prozent weiterhin auf Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems. Nach psychischen Störungen mit 18,8 Prozent folgen mit Anteilen von 14,7 beziehungsweise 11,7 Prozent Krankheiten des Atmungssystems sowie Verletzungen.
  • Die Fehlzeiten variieren bei bundesweiten Auswertungen sehr deutlich in Abhängigkeit von Branchen und Berufen sowie von der Schul- und Ausbildung der Beschäftigten.

Das Schwerpunktkapitel befasst sich mit der Gesundheit in einer Übergangsphase zwischen Schule, Studium und Beruf. Dazu wurden Diagnosen sowie ergänzend auch Arzneiverordnungen bei Menschen im Alter zwischen 16 und 30 Jahren betrachtet, wobei sich die Auswertungen auf Familienversicherte (vorrangig Schülerinnen und Schüler), Studierende (eigenständig oder familienversichert) und Berufstätige (mit sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung) beschränken.

Einige der Ergebnisse:

  • Bereits im jungen Erwerbsalter wird im Rahmen der gesundheitlichen Versorgung eine Vielzahl an Diagnosen erfasst. So wurden innerhalb eines Jahres allein Krankheiten des Atmungssystems bereits bei mehr als der Hälfte der Personen aus der hier betrachteten Population dokumentiert.
  • Ausgesprochen häufig werden dabei insbesondere akute infektiöse und entzündliche Erkrankungen sowie eine Reihe von damit verbundenen Beschwerden dokumentiert (vgl. insbesondere Diagnosen aus den ICD10-Kapiteln I., X. und XVIII). Tendenziell nimmt die Dokumentationsfrequenz bei entsprechenden Erkrankungen mit zunehmendem Alter zumeist ab.
  • Demgegenüber werden chronische Erkrankungen beziehungsweise Krankheiten mit typischerweise längerfristigen Verläufen mit zunehmendem Alter tendenziell häufiger diagnostiziert (vgl. insbesondere Diagnosen aus den ICD10-Kapiteln II., IV., V., IX. und XIII).
  • Eine auf den ersten Blick überraschend hohe Diagnoserate bei Neubildungen von mehr als 10 Prozent resultiert maßgeblich aus einer häufigen Dokumentation von gutartigen und in der Regel harmlosen Neubildungen der Haut.
  • Bereits im hier betrachteten jungen Erwerbsalter war mehr als ein Fünftel der Population von Krankheiten der Wirbelsäule und des Rückens betroffen, darunter mehr als 16 Prozent von Rückenschmerzen.

Einige Ergebnisse einer Umfrage bei 245 Unternehmen im Rahmen des Barmer GEK Firmenkundenmonitors:

  • In den befragten Unternehmen gehören im Durchschnitt 14 Prozent der Altersgruppe zwischen 15 und 29 Jahren an.
  • Nur wenige Unternehmen bieten spezielle Angebote für diese Zielgruppe. Auf der anderen Seite sehen einige dieser Unternehmen aber durchaus die Möglichkeit, dass ein solches Angebot einen Einfluss auf die Entscheidung von jungen Bewerberinnen und Bewerbern für oder gegen ihr Unternehmen haben kann. Im Zuge des demografischen Wandels kann man davon ausgehen, dass diesem Aspekt zukünftig noch mehr Aufmerksamkeit entgegengebracht wird.
  • Neben den allgemein relevanten Themen wie Bewegung und Ernährung werden die Jüngeren insbesondere durch Maßnahmen zur Stärkung der psychischen Gesundheit angesprochen (z.B. Stressbewältigung, Zeitmanagement und mentale Stärke).

Weitere bundesweite Ergebnisse sowie regionale Auswertungen sind in den 16 Länderreporten veröffentlicht, die Sie sich hier herunterladen können:

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Webcode dieser Seite: f000061 Autor: Barmer Erstellt am: 03.06.2014 Letzte Aktualisierung am: 13.01.2017
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