Zulagen und Zuschläge

Übersteigt der Stundengrundlohn, aus dem die Sonn-, Feiertags- und Nachtzuschläge ermittelt werden, 25 Euro, dann besteht Beitragspflicht. Den beitragspflichtigen Teil des Zuschlags müssen Sie berechnen.

Hier lesen Sie Details zu:

Die Berechnung des Stundengrundlohns orientiert sich am Steuerrecht (R 30 Abs. 2 Nr. 3 Lohnsteuerrichtlinien). Um ihn zu ermitteln, dividieren Sie das Arbeitsentgelt durch die Stundenzahl der regelmäßigen Arbeitszeit im jeweiligen Entgeltabrechnungszeitraum.

Bei einem monatlichen Arbeitsentgelt müssen Sie zunächst die monatliche Arbeitszeit wie folgt berechnen:

Regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit mal 4,35 = regelmäßige monatliche Arbeitszeit

Arbeitsentgelt geteilt durch regelmäßige monatliche Arbeitszeit bzw. Anzahl der Stunden = Stundengrundlohn

Beispielrechnungen Stundengrundlohn

BeispielMonatliches ArbeitsentgeltWöchentliche ArbeitszeitMonatliche ArbeitszeitStundengrundlohn
A4.350 Euro40 Stunden174 Stunden
(= 40 x 4,35)
25 Euro
(= 4.350 / 174)
B3.700 Euro25 Stunden108,75 Stunden
(= 25 x 4,35)
34,02 Euro
(= 3.700 / 108,75)

Fazit: Der Stundengrundlohn in Beispiel A beträgt 25 Euro. Sonn-, Feiertags- und Nachtzuschläge unterliegen damit nicht der Beitragspflicht. Anders in Beispiel B: Hier übersteigt der Stundengrundlohn die 25-Euro-Grenze. Zu berechnen ist also der beitragspflichtige Anteil der Sonn-, Feiertags- und Nachtzuschläge.

Der beitragspflichtige Anteil der Sonn-, Feiertags- und Nachtzuschläge lässt sich wie folgt berechnen:

Tatsächlich gewährter Zuschlag minus maximal beitragsfreie Anteile der Sonn-, Feiertags- und Nachtzuschläge = beitragspflichtiger Teil des Zuschlags

Die beitragsfreien Anteile der Zuschläge ergeben sich dabei aus dem Grenzwert eines Stundengrundlohns von 25 Euro und den in § 3b EStG festgelegten Prozentsätzen, bis zu denen Steuerfreiheit besteht. Berücksichtigen Sie deshalb bitte die Art des Zuschlags. Näheres dazu in nachstehender Tabelle:

Beitragsfreie Anteile der Sonn-, Feiertags- und Nachtzuschläge

Art des ZuschlagsProzentsatz der Steuerfreiheit nach § 3b EStGMaximal beitragsfreier Zuschlag (je Stunde)
Grundzuschlag25 Prozent6,25 Euro
Erhöhter Nachtzuschlag40 Prozent10,00 Euro
Sonntag50 Prozent12,50 Euro
Feiertag125 Prozent31,25 Euro
Weihnachten/1. Mai150 Prozent37,50 Euro

Bei Beispiel B ergibt sich jetzt folgende Berechnung:

Der Arbeitnehmer hat im August 2008 20 Stunden Sonntagsarbeit geleistet und erhält hierfür einen Zuschlag von 340,20 Euro. Der Basisstundenlohn beträgt 34,02 Euro. Damit ist der Zuschlag beitragspflichtig.

So ermitteln Sie den beitragsfreien Anteil des Sonntagszuschlags:

20 Stunden Sonntagsarbeit mal 12,50 Euro = 250 Euro

Fazit: Der Arbeitgeber kann einen maximalen beitragsfreien Zuschlag in Höhe von 250 Euro zahlen.

Beitragspflichtiger Anteil des Sonntagszuschlags:

Der über den beitragsfreien Anteil (im Beispiel 250 Euro) hinausgehende Teil des Zuschlags (hier: 90,20 Euro) unterliegt der Beitragspflicht.

Webcode dieser Seite: f000026 Autor: Barmer Erstellt am: 30.11.2010 Letzte Aktualisierung am: 12.01.2017
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